
Nach dem tragischen Autounfall in Nigeria, bei dem zwei enge Freunde aus dem Umfeld von Anthony Joshua ums Leben kamen, steht für den ehemaligen Schwergewichts-Weltmeister aktuell nicht der Boxring im Fokus. Sein langjähriger Promoter Eddie Hearn machte nun deutlich, dass Joshua vor allem eines brauche: Zeit und Privatsphäre.
Joshua hatte bei dem Unfall im vergangenen Monat zwar nur leichte Verletzungen erlitten und zwei Tage im Krankenhaus verbracht, doch der emotionale Schaden wiegt deutlich schwerer. Bei dem Zusammenstoß eines SUVs mit einem stehenden Lkw kamen Latif Ayodele und Sina Ghami, zwei enge Freunde und Teammitglieder des Boxstars, noch am Unfallort ums Leben.
Keine Gespräche über Comeback oder nächste Kämpfe
Hearn stellte im Gespräch mit talkSPORT klar, dass es derzeit keinerlei Gespräche über Joshuas sportliche Zukunft geben werde. „Im Moment ist das definitiv ein No Comment von unserer Seite – aus Respekt gegenüber Anthony“, so der Matchroom-Boss.
Weiter betonte Hearn: „Nach allem, was er mit dem tragischen Verlust von Sina und Latz durchgemacht hat, braucht Anthony jetzt vor allem Zeit. Zeit und Privatsphäre. Es wird keine Gespräche über seine Karriere, mögliche Schritte oder Zukunftspläne geben.“
Joshua sei sowohl körperlich als auch emotional stark gefordert. „Das ist eine schreckliche Tragödie. Im Moment gibt es nichts zu sagen oder zu planen. Wir sollten ihm Raum geben und für ihn sowie die Familien der Opfer beten“, erklärte Hearn.
Joshua zeigt sich emotional: „Es ist noch nicht bei mir angekommen“
Am Sonntag nahm Joshua in London an den Beerdigungen von Ayodele und Ghami teil. Wenige Tage später tauchte in den sozialen Medien ein Gespräch zwischen ihm und dem früheren UFC-Champion Kamaru Usman auf, in dem der 36-Jährige offen über seinen Zustand sprach.
„Zwei meiner engen Freunde sind gestorben“, sagte Joshua sichtlich mitgenommen. „Einer saß vorne, einer hinter mir auf der rechten Seite. Es ist noch immer nicht richtig bei mir angekommen. Das Leben ist kurz – sehr kurz.“
Geplante Mega-Fights rücken in den Hintergrund
Sportlich hatte sich Joshua zuletzt eindrucksvoll zurückgemeldet. Nur zehn Tage vor dem Unfall feierte er in Miami einen Knockout-Sieg in der sechsten Runde gegen Jake Paul. Zuvor hatte er sich von der Niederlage gegen Daniel Dubois im September 2024 erholt.
Eigentlich galt ein All-British-Showdown gegen Tyson Fury noch für dieses Jahr als realistisches Szenario. Fury plant nach seiner eigenen Auszeit ebenfalls ein Comeback. Doch angesichts der aktuellen Umstände ist klar: Für Joshua haben Titel, Rivalitäten und große Börsen derzeit keine Priorität.
Ob und wann „AJ“ in den Ring zurückkehrt, ist völlig offen. Fest steht nur: Der Mensch Anthony Joshua steht aktuell über dem Boxer.