AFCON-Eklat: Samuel Eto’o nach Marokko-Spiel gesperrt und mit Geldstrafe belegt

Armin Schwarz | am: 15.01.26
Samuel Eto’o

Der Afrikanische Nationen-Cup 2026 wird von einer brisanten Personalie überschattet. Samuel Eto'o, Präsident des kamerunischen Fußballverbands, ist von der Confederation of African Football mit einer Vier-Spiele-Sperre sowie einer Geldstrafe von 20.000 US-Dollar belegt worden. Grund ist laut CAF ein „unangemessenes Verhalten“ während des Viertelfinales zwischen Kamerun und Marokko.

Sanktion nach Viertelfinal-Niederlage gegen Marokko

Der Vorfall ereignete sich im Anschluss an die 0:2-Niederlage Kameruns gegen die Marokko Nationalmannschaft. Die Entscheidung der CAF traf den kamerunischen Verband unvorbereitet und sorgte umgehend für heftige Reaktionen.

Brisant: In der offiziellen Mitteilung der CAF fehlen konkrete Details zur genauen Verfehlung. Genau dieser Umstand bildet den Kern der aktuellen Kontroverse.

Fecafoot erhebt schwere Vorwürfe gegen die CAF

Der kamerunische Verband Fecafoot reagierte mit scharfer Kritik. In einer offiziellen Stellungnahme bemängerte der Verband das beschleunigte Disziplinarverfahren sowie das Fehlen einer transparenten und nachvollziehbaren Begründung.

Aus Sicht von Fecafoot wirft der Vorgang grundlegende Fragen zur Verfahrensgerechtigkeit auf. Gleichzeitig stellte sich der Verband demonstrativ hinter seinen Präsidenten und sicherte Eto'o die volle Unterstützung zu. Man bekenne sich zu fairen, klar dokumentierten und regelkonformen Disziplinarprozessen – ein Seitenhieb in Richtung CAF.

Videos zeigen hitzige Szene in der VIP-Loge

Auch wenn die CAF keinen konkreten Auslöser nannte, kursieren in sozialen Netzwerken mehrere Videos, die einen möglichen Zusammenhang nahelegen. Zu sehen ist, wie Eto'o emotional in Richtung von Fouzi Lekjaa, Präsident des marokkanischen Fußballverbands, gestikuliert.

Die Szene spielte sich ausgerechnet in der VIP-Loge ab – in unmittelbarer Nähe von CAF-Präsident Patrice Motsepe. Ein öffentlicher Wortwechsel auf dieser Bühne dürfte maßgeblich zur Eskalation beigetragen haben.

Weitere Ermittlungen belasten Eto'o zusätzlich

Zusätzliche Brisanz erhält der Fall durch Berichte, wonach die CAF auch Eto'os Verhalten in vorherigen AFCON-Partien Kameruns gegen Algerien und Nigeria untersucht. Sollte sich bestätigen, dass es sich um wiederholte Auffälligkeiten handelt, könnte dies die harte Linie des Verbands erklären.

Für Eto'o, einst einer der größten Fußballer Afrikas, ist die Situation heikel. Als Funktionär steht er zunehmend im Fokus – nicht wegen sportlicher Erfolge, sondern aufgrund seines Auftretens abseits des Platzes.

Eine Legende unter Beobachtung

Der Fall Samuel Eto'o zeigt, wie schmal der Grat zwischen Leidenschaft und Regelverstoß im modernen Spitzenfußball geworden ist. Während Kamerun geschlossen hinter seinem Präsidenten steht, wächst der Druck auf die CAF, ihre Entscheidungen transparenter zu kommunizieren.

Fest steht: Diese Affäre ist noch nicht abgeschlossen – und sie wirft ein Schlaglicht auf die politischen und persönlichen Spannungen, die den Afrikanischen Nationen-Cup 2026 begleiten.

Armin Schwarz Armin Schwarz ist Chef-Analyst bei Sportwetten24.com. Seit 2012 ist er als Experte in der Sportwetten-Branche tätig und spezialisiert auf mathematische Quoten-Analysen und Value-Bets. Sein Fokus liegt auf der Identifizierung von Marktanomalien und objektiven Buchmacher-Tests. mehr lesen