Federer zurück beim „Happy Slam“: Seine Warnung an Alcaraz & das Urteil über Sinner

Armin Schwarz | am: 15.01.26

Der „Maestro“ ist zurück in Melbourne. Erstmals seit seinem Rücktritt besucht Roger Federer die Australian Open. Im Gepäck hat er viel Lob für die neue Generation – und mahnende Worte für Carlos Alcaraz, der Historisches vorhat.

Quick-Facts: Federers Rückkehr

  • Anlass: Federer ist Ehrengast der „Battle of the World's No. 1s“-Zeremonie.
  • Das Thema: Carlos Alcaraz jagt den „Karriere-Grand-Slam“.
  • Der Vergleich: Federer zieht Parallelen zu Rory McIlroy beim Masters.
  • Die Rivalität: Alcaraz vs. Sinner ist für Federer „reine Magie“.

Rückkehr an den Ort der großen Emotionen

Für Roger Federer sind die Australian Open mehr als nur ein Turnier – er nannte sie einst den „Happy Slam“. Nun ist der 20-fache Grand-Slam-Sieger zurück im Melbourne Park, allerdings nicht als Spieler, sondern als gefeierter Beobachter.

Seit seinem Halbfinale 2020 und dem späteren Rücktritt war es ruhig um ihn in Australien geworden. An diesem Samstag wird er nun der Star der Eröffnungszeremonie in der Rod Laver Arena sein. Doch die Aufmerksamkeit des Schweizers gilt der nächsten Generation.

Alcaraz und die Jagd nach der Unsterblichkeit

Im Fokus steht der Spanier Carlos Alcaraz. Dem aktuellen Weltranglistenersten fehlt nur noch der Titel in Melbourne, um den sogenannten Karriere-Grand-Slam (Siege bei allen vier Major-Turnieren) zu komplettieren. Eine gewaltige Last für junge Schultern.

Federer, der diesen Meilenstein 2009 mit dem Sieg in Paris erreichte, warnt davor, den Druck zu erhöhen. Er verglich die Situation mit dem Golf-Star Rory McIlroy, dem seit Jahren nur der Sieg beim Masters fehlt:

„Er ist sich sehr bewusst, was auf dem Spiel steht. Es ist ein bisschen wie bei Rory McIlroy und dem Masters – einige Ziele tragen einfach mehr Gewicht“, analysierte Federer. „Aber für ihn geht es jetzt um die erste Runde. Punkt für Punkt. Nichts anderes zählt.“

Gleichzeitig gab Federer zu, dass ein Sieg von Alcaraz „absolut verrückt“ und ein „Moment für die Ewigkeit“ wäre.

„Reine Magie“: Das Duell mit Sinner

Dass der Weg zum Titel schwer wird, liegt vor allem an Jannik Sinner. Der Italiener hat die letzten zwei Ausgaben der Australian Open gewonnen und bildet mit Alcaraz das dominierende Duo der Tour (sie teilten die letzten acht Majors unter sich auf).

Für Federer ist diese Rivalität ein Geschenk für den Sport: „Es ist ein fantastischer Kampf. Sie spielen Tennis auf einem unglaublichen Niveau.“ Besonders das letzte French-Open-Finale der beiden bezeichnete er als „reine Magie“ und eines der vielleicht „größten Matches, die unser Sport je gesehen hat“.

Skepsis bei Serena Williams

Neben den Lobeshymnen auf die Männer äußerte sich Federer auch zurückhaltend zu den hartnäckigen Gerüchten um ein Comeback von Serena Williams. Obwohl sich die US-Amerikanerin kürzlich für ein Anti-Doping-Programm anmeldete, glaubt Federer nicht zwangsläufig an eine Rückkehr auf die Tour, zumal Williams selbst Dementis veröffentlichte.

Armin Schwarz Armin Schwarz ist Chef-Analyst bei Sportwetten24.com. Seit 2012 ist er als Experte in der Sportwetten-Branche tätig und spezialisiert auf mathematische Quoten-Analysen und Value-Bets. Sein Fokus liegt auf der Identifizierung von Marktanomalien und objektiven Buchmacher-Tests. mehr lesen