
Bei der zurückliegenden Darts-Weltmeisterschaft in London stand nicht nur das sportliche Geschehen im Fokus. Der englische Profi Dom Taylor sorgte mit einem positiven Dopingtest für Aufsehen – und für reichlich Diskussionen. Rund einen Monat nach dem Skandal ist nun klar, welche Konsequenzen der 27-Jährige tragen muss.
Die Darts Regulation Authority (DRA) belegte Dom Taylor nach Abschluss der Anhörung mit einer sechsmonatigen Sperre.
Sechs Monate Sperre nach positivem Test
Hintergrund ist der Nachweis von Kokain und Cannabis in einer Probe während der WM. Ausschlaggebend für das vergleichsweise moderate Strafmaß war jedoch die Bewertung der Umstände. Die DRA erklärte sinngemäß, das Gremium sei davon überzeugt gewesen, dass die verbotenen Substanzen nicht im direkten Zusammenhang mit einem Wettkampf eingenommen worden seien.
Taylor selbst hatte bei der Anhörung den Verstoß gegen die Anti-Doping-Regularien eingeräumt. Sportlich hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits einen bitteren Rückschlag erlitten: Nach seinem klaren 3:0-Auftaktsieg gegen den Schweden Oskar Lukasiak wurde er wenige Tage später aus dem Turnier genommen. Sein eigentlich vorgesehener Gegner Jonny Clayton zog kampflos in die nächste Runde ein.
Preisgeld weg, Tourcard verloren
Noch vor der Entscheidung der DRA reagierte die Professional Darts Corporation (PDC) konsequent. Taylor wurde das komplette WM-Preisgeld von 25.000 Pfund aberkannt. Die finanziellen Folgen trafen ihn hart: Durch den Absturz in der Weltrangliste verlor er seine Tourcard und damit die Spielberechtigung für die Profitour – ein herber Einschnitt für seine Karriere.
Wiederholungstäter mit schwerer Vergangenheit
Brisant ist der Fall auch deshalb, weil Taylor kein unbeschriebenes Blatt ist. Bereits ein Jahr zuvor hatte er wegen eines positiven Tests eine WM verpasst. Nach seinem Sieg gegen Lukasiak wurde er auf diese Episode angesprochen. Der Engländer sprach damals von der wohl schmerzhaftesten Erfahrung seines Lebens und davon, wie sehr ihn diese Situation mitgenommen habe. Nur wenige Tage später folgte die nächste Suspendierung.
In einem späteren Statement in den sozialen Medien entschuldigte sich Taylor öffentlich. Er erklärte, über lange Zeit versucht zu haben, persönlichen Druck und familiäre Rückschläge allein zu bewältigen – und dabei falsche Entscheidungen getroffen zu haben.
Mildes Urteil im historischen Vergleich
Schon 2024 hatte Taylor nachweisen können, dass kein Dopingvergehen während eines Turniers vorlag, weshalb er damals nur für einen Monat gesperrt worden war. Als Wiederholungstäter griff nun Artikel 10.9 der UKAD-Regularien, was zu einer längeren Sperre führte. Dennoch fiel das Urteil milder aus als von vielen Beobachtern erwartet.
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt deutlich härtere Strafen: Richie Burnett wurde 2014 wegen Kokainkonsums für 18 Monate aus dem Verkehr gezogen. Noch drastischer ahndet die DRA Spielmanipulationen. Achtjährige Sperren für Akteure wie Kyle McKinstry, Prakash Jiwa oder Leighton Bennett unterstreichen, dass die Behörden hier keinerlei Toleranz zeigen. Dom Taylor hingegen erhält nun eine letzte Chance – ob er sie nutzt, bleibt offen.