Der Karlsruher SC durfte vergangenen Samstag zum Rückrundenauftakt bei Preußen Münster einen Befreiungsschlag feiern: Nach länger anhaltendem Abwärtstrend gewann das Team von Christian Eichner endlich wieder einmal (mit 2:0) und steht somit nicht mehr so unter Druck, wenn am nächsten Samstag die freundschaftlich verbundenen Herthaner anreisen. Hertha musste am ersten Rückrundenspieltag gegen den Tabellenführer ran. Die Berliner hatten insgesamt mehr vom Spiel, scheiterten aber an ihrer schwachen Chancenverwertung und noch mehr am überragenden Schalker Schlussmann Loris Karius. So stand es am Ende 0:0.
Für die Leitl-Elf war das Remis gegen den Tabellenführer definitiv ein Achtungserfolg, aber auch schon die dritte Punkteteilung in Serie. Die Berliner kommen momentan nicht so recht vom Fleck.
Die anstehende Samstagspartie im Karlsruher Wildparkstadion beginnt um 13 Uhr. Kann der KSC bei Heimvorteil gleich nachlegen oder gelingt es der Hertha, ihre nie aufgegebenen Aufstiegsambitionen durch einen Auswärtserfolg zu untermauern?
Karlsruher SC gegen Hertha BSC: Duell der Verfolger
Beim Karlsruher SC deutete sich zum Ende der Hinrunde schon an, dass man wieder in die Spur findet. Nach fünf Niederlagen in Serie ging die Eichner-Elf mit einer ansprechenden Leistung beim VfL Bochum (2:2) in die Winterpause. Jetzt meldete man sich mit dem 2:0 in Münster zurück und hält so weiter Anschluss nach oben (aktuell mit 25 Punkten auf Platz 9).
Verantwortlich für die Trendwende dürfte vor allem die Rückkehr lange verletzter Leistungsträger sein, allen voran Lilian Egloff und Louey Ben Farhat; auch Spielmacher Marvin Wanitzek scheint nach einem Formtief wieder besser in Schwung zu kommen (in Münster mit beiden Treffern für den KSC).
Karlsruher SC Ausfälle: Marcel Franke, Efe-Kaan Sihlaroglu, Christoph Kobald (alle verletzt)
Hertha musste am Wochenende nach dem dritten Remis in Serie einen Platz abgeben (jetzt mit 29 Punkten auf Platz auf Platz 7). Damit sind die Aufstiegsplätze nicht mehr in unmittelbarer Schlagdistanz (Schalke führt die Tabelle mit 38 Punkten an, dahinter folgen Elversberg, Darmstadt und Paderborn mit 34 bzw. 33 Punkten).
Das Rennen um den Aufstieg ist dennoch noch nicht entschieden, auch die Leitl-Truppe darf sich noch Chancen ausrechnen.
Hertha BSC Ausfälle: Leon Jensen, John Anthony Brooks, Niklas Kolbe, Diego Demme (alle verletzt), Maurice Krattenmacher (Schlagverletzung) und Tjark Ernst (Krankheit) könnten Samstag schon wieder fit sein.
Karlsruher SC – Hertha BSC Taktik: Karlsruhes Sturm ist zurück, Hertha braucht mehr Effizienz
Beim KSC meldeten sich in der Winterpause die verletzten Leistungsträger vor allem in der Offensive zurück. Mit dem wiedererstarkten Vorbereiter Wanitzek und den wieder einsatzbereiten Stürmern Egloff und Ben Farhat dürfte die Berliner Abwehr gehörig unter Druck geraten.
Die Leitl-Elf andrerseits kann sich in der Regel auf ihre stabile Abwehr-Viererkette verlassen, hat zudem einen glänzenden Offensiv-Kader, der aber seine Chancen nicht immer verwertet.
Karlsruher SC – Hertha BSC: Der direkte Vergleich (h2h)
Hertha hat im direkten Vergleich mit Karlsruhe die Nase leicht vorn. Die “Alte Dame” konnte 13 von 29 Duellen für sich entscheiden, der KSC gewann acht der Partien, die übrigen acht Male trennte man sich nach einem Remis.
Die jüngsten Spielergebnisse im Einzelnen:
- Hertha – Karlsruhe: 0:0 (10.08.2025)
- Hertha – Karlsruhe: 3:1 (29.03.2025)
- Karlsruhe – Hertha: 1:3 (26.10.2024)
- Karlsruhe – Hertha: 3:2 (21.04.2024)
- Hertha – Karlsruhe: 2:2 (11.11.2023)
Karlsruher SC vs. Hertha BSC: Die Wettquoten
Hertha reist Samstag recht deutlich favorisiert nach Karlsruhe. Die Gäste aus Berlin erhalten Sieg-Quoten von 2.00 und etwas darüber, für die Hausherren werden dagegen Quoten von zwischen 3.25 und 3.50 berechnet.
Die Quoten für das Unentschieden liegen am unteren Ende des Üblichen. Die Buchmacher schließen also ein Remis nicht aus.
Die Formkurve: Karlsruher SC mit Rückkehr der Offensiv-Power
Karlsruhe hatte im November und Dezember ein längeres Tief zu überstehen, für das in erster Linie die schmerzhaften Personalausfälle verantwortlich gewesen sein dürften. So verlor die Eichner-Elf zwischenzeitlich etwas den Anschluss zu den Toprängen.
Nach Rückkehr der Schlüsselspieler werden die Leistungen besser und auch die Ergebnisse. In den letzten beiden Spieltagen fuhr der KSC wieder vier Punkte ein; und vor allem bei Preußen Münster gewinnt man nicht eben mal so mit 2:0. Weder Schalke, noch Elversberg, noch Hannover konnten hier in der Hinrunde gewinnen. Freilich: die beiden KSC-Treffer fielen spät und in Überzahl.
Es deutet sich an, dass Karlsruhe in der Rückrunde vor einem echten Revival stehen könnte.
Die Formkurve: Hertha BSC solide, aber ohne die letzte Konsequenz
Hertha erschien im November nahezu unschlagbar (sieben Pflichtspiel-Siege in Serie zwischen Ende Oktober und Anfang Dezember) und erarbeitete sich so zwischenzeitlich die Tuchfühlung zu den Aufstiegsrängen.
Dann folgte am 15. Spieltag die überraschende 0:2-Niederlage in Magdeburg und anschließend drei Remis hintereinander. So haben sich die Berliner wieder etwas von ihrem Aufstiegsziel entfernt.
Die Leitl-Elf hat einen der besten Kader im Unterhaus, zeigt durchgehend ansprechende Leistungen, zuletzt mangelte es aber vor allem der auf dem Papier hochklassigen Offensiv-Abteilung an der nötigen Effizienz.
Wett-Tipp & Prognose: Karlsruher SC – Hertha BSC (24.01.26)
Die Buchmacher sehen hier eindeutig Vorteile bei den Berlinern. Und klar hat die Leitl-Elf mit ihrem erstklassigen Kader das Potenzial noch in das Aufstiegsrennen einzugreifen. Der KSC ist aber zuletzt wieder stärker geworden, Hertha mangelte es dagegen zuletzt an der Durchschlagskraft.
Und nachdem bereits das Hinspiel in Berlin mit einem Unentschieden endete, gehen wir davon, dass die Eichner-Elf bei eigenem Heimvorteil zumindest nicht verlieren wird. Einen Sieg wird gegen die defensivstarken Berliner aber auch schwer.
Unseres Erachtens spricht in diesem Verfolgerduell zu diesem Zeitpunkt so viel für eine Punkteteilung, dass wir mit ein wenig Mut zum Risiko auf eine Doppelte Chance-Wette verzichten und geraderaus auf das Unentschieden setzen. Dafür sichern wir uns eine ansehnliche 3.55-Remis-Quote.

