
Im Jahr der Weltmeisterschaft rückt die deutsche Nationalmannschaft langsam, aber spürbar in den Fokus. Bundestrainer Julian Nagelsmann wird am 19. März erstmals in diesem WM-Zyklus seinen Kader präsentieren. Der Deutsche Fußball-Bund bestätigte den Termin offiziell. Auf dem DFB-Campus in Frankfurt stellt der 37-Jährige um 14 Uhr jene Spieler vor, die für die beiden Testspiele gegen die Schweiz und Ghana eingeplant sind – Partien, die bereits erste Rückschlüsse auf die WM-Planungen zulassen dürften.
Zunächst reist das Nationalteam am 27. März nach Basel, drei Tage später steht in Stuttgart das Duell mit Ghana auf dem Programm. Bereits am 23. März beginnt der Lehrgang in Herzogenaurach, wo Nagelsmann und sein Trainerstab die Grundlagen für die heiße Phase der Vorbereitung legen wollen.
Die Begegnungen markieren den Auftakt einer intensiven Testspielserie auf dem Weg zur Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko, die vom 11. Juni bis 19. Juli ausgetragen wird.
Testspiele gegen Finnland und USA
Im Anschluss an die März-Lehrgänge stehen zwei weitere Härtetests an. Am 31. Mai trifft die DFB-Auswahl in Mainz auf Finnland, ehe am 6. Juni in Chicago die Generalprobe gegen Co-Gastgeber USA folgt. Spätestens dann soll die Mannschaft weitgehend stehen. Schon im Mai wird Nagelsmann seinen finalen 26-Mann-Kader für das erstmals mit 48 Teams ausgetragene XXL-Turnier benennen.
In der Vorrunde wartet auf Deutschland die Gruppe E mit WM-Neuling Curaçao, der Elfenbeinküste und Ecuador. DFB-Sportdirektor Rudi Völler deutete zuletzt an, dass viele Personalentscheidungen früher fallen könnten als erwartet.
Bereits im März werde sich zeigen, „wer ernsthaft auf dem Zettel steht“, erklärte der frühere Teamchef. Man werde dann bereits das Grundgerüst für die WM erkennen können.
Torwartfrage offen: ter Stegen wechselt zu Girona
Besonders aufmerksam wird die Torhüterfrage verfolgt. Marc-André ter Stegen gilt nach dem Rücktritt von Manuel Neuer zwar als designierte Nummer eins, seine sportliche Situation sorgt jedoch für Diskussionen.
Beim FC Barcelona spielt der 33-Jährige keine Rolle mehr, weshalb Spielpraxis dringend nötig ist. Völler betonte, dass Einsätze für ter Stegen essenziell seien, lobte aber zugleich Oliver Baumann, der in Abwesenheit des Routiniers überzeugte Leistungen gezeigt habe.
Vor diesem Hintergrund muss man auch den Wechsel ter Stegens zum FC Girona sehen. Die Leihe bis zum Saisonende ist inzwischen perfekt. Barcelona wird einen Großteil des Gehalts weiter übernehmen. Für ter Stegen ist es die Chance, rechtzeitig vor der WM wieder regelmäßig zwischen den Pfosten zu stehen – und zugleich in der Nähe seiner Familie zu bleiben, da Girona nur rund 100 Kilometer von Barcelona entfernt liegt.
Lennart Karl mit zur WM?
Neben etablierten Kräften rücken auch junge Spieler in den Fokus. Shootingstar Lennart Karl vom FC Bayern wird aufmerksam beobachtet, konkrete Prognosen wollte Völler jedoch nicht abgeben. Nagelsmann, so der Sportdirektor, werde die Entwicklung des Talents genau verfolgen.
Kimmich will sich zu politischen Themen nicht mehr äußern
Abseits des Rasens sorgt die politische Debatte rund um die WM für Schlagzeilen. Kapitän Joshua Kimmich machte nach dem Champions-League-Sieg des FC Bayern gegen Union Saint-Gilloise deutlich, dass er sich diesmal zurückhalten will.
Er habe aus Katar 2022 gelernt, erklärte der Mittelfeldspieler. Politische Einordnungen seien wichtig, sollten aber von anderen Stellen übernommen werden. Forderungen nach einem Boykott des Turniers, ausgelöst durch internationale Spannungen und Aussagen aus den USA, kommentierte der DFB bislang nicht.
Für Nagelsmann und seine Mannschaft gilt der Fokus ohnehin dem Sport – und der beginnt am 19. März mit dem ersten großen Schritt Richtung Weltmeisterschaft.