Handball-EM: So kommt Deutschland jetzt ins Halbfinale!

Simon Schneider
geprüft von Lukas Stratmann | 2 Min. Lesezeit
Ein Sieg gegen Dänemark oder Frankreich – und Johannes Golla wäre mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft sicher im Halbfinale der EM!

Deutschlands Handballer stehen bei der Europameisterschaft vor einer Ausgangslage, die besser kaum sein könnte – und zugleich kniffliger kaum sein dürfte. Zwei Spiele trennen die DHB-Auswahl vom Halbfinale. Zwei Gegner, die größer kaum sein könnten: erst Dänemark, dann Frankreich. Der Traum vom Titel lebt, aber er führt über die beiden derzeit wohl stärksten Nationen der Handball-Welt. Mindestens ein Sieg wird wohl nötig sein.

Nach dem nervenaufreibenden Sieg gegen Norwegen hat sich Deutschland an die Spitze der Hauptrundengruppe I gesetzt. Sechs Punkte stehen auf dem Konto, dahinter lauern Frankreich und Dänemark mit jeweils vier Zählern. Norwegen und Portugal folgen mit zwei, Spanien ist noch ohne Punktgewinn. Die Konstellation sorgt für Spannung – und für reichlich Rechenspiele.

Der direkte Weg ins Halbfinale

Die einfachste Rechnung ist gleichzeitig die beruhigendste: Gewinnt Deutschland eines der beiden verbleibenden Spiele, ist der Einzug ins Halbfinale sicher. Mit dann mindestens acht Punkten wäre ein Platz unter den ersten zwei Teams der Gruppe garantiert – und genau diese beiden Plätze berechtigen zum Sprung in die Vorschlussrunde.

Auch zwei Unentschieden würden reichen. Zwei Remis gegen Dänemark und Frankreich bedeuteten ebenfalls acht Punkte. Klingt unspektakulär, wäre aber mehr als genug, um das Ticket für das Halbfinale zu lösen.

Selbst ein einziges Unentschieden könnte genügen – allerdings nur unter bestimmten Umständen. Holt Deutschland beispielsweise gegen Dänemark einen Punkt, müsste Dänemark sein anderes Spiel verlieren. Gleiches gilt im Fall eines Remis gegen Frankreich. Dann würde selbst ein einzelner Zähler reichen, um weiterzukommen.

Das verrückte Rechenspiel

Und dann gibt es noch das Szenario für Statistik-Fans und Optimisten mit viel Fantasie. Selbst zwei Niederlagen würden das Halbfinale nicht automatisch ausschließen – allerdings müsste dafür nahezu alles perfekt zusammenlaufen.

In dieser komplizierten Konstellation käme es auf minimale Tordifferenzen in mehreren Partien an. Mehrere Teams wären am Ende punktgleich, der direkte Vergleich würde entscheiden. Deutschland müsste dabei in einer Mini-Tabelle hauchdünn vorne liegen. Möglich? Theoretisch ja. Wahrscheinlich? Eher nicht.

Reifeprüfung gegen die Besten

Bundestrainer Alfred Gíslason zeigte sich nach der starken Ausgangsposition zufrieden, aber realistisch. Sinngemäß sagte er, genau diese Situation habe man sich erarbeitet – nun warte jedoch die vielleicht schwerste Aufgabe im Welthandball. Um ins Halbfinale zu kommen, müsse man mindestens einen dieser Giganten schlagen. Mit einem Lächeln fügte er an, dass die Lage durchaus auch unangenehmer sein könnte.

Sportlich ist die Herausforderung gewaltig. Gegen Dänemark schmerzen die Erinnerungen: Das olympische Finale 2024 ging deutlich verloren, auch bei der letzten Weltmeisterschaft setzte es eine klare Niederlage. Der Respekt ist riesig – aber auch die Motivation.

Ganz anders fühlt sich das Duell mit Frankreich an. Hier hat Deutschland positive Erinnerungen abgespeichert. Im olympischen Viertelfinale 2024 setzte sich das DHB-Team in einem dramatischen Spiel nach Verlängerung durch. Sekunden vor Schluss der regulären Spielzeit rettete ein Verzweiflungswurf die Verlängerung, in der schließlich auch der entscheidende Treffer fiel.

Jetzt braucht es wieder so einen Abend. Vielleicht sogar zwei davon.

Simon Schneider - Chefredakteur & News-Experte
Simon Schneider Simon Schneider ist Chefredakteur und News-Experte bei Sportwetten24. Mit über 15 Jahren Erfahrung im Sportjournalismus verantwortet er die redaktionelle Qualität des gesamten Portals. Simons Stärke liegt in der sportartübergreifenden Analyse: Von Fußball und Esports über Tennis und MMA bis zu Wintersport und Politik-Wetten deckt er das breiteste Themenspektrum im Team ab. Intern überzeugt er regelmäßig mit einer der stabilsten Erfolgsquoten. Er hält einen B.A. in Journalistik von der Universität Leipzig und arbeitet von dort aus.
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