
Heute Abend geht es um alles. Nach der Niederlage gegen Dänemark steht die deutsche Nationalmannschaft bei der EM-Zwischenrunde unter Druck – doch die Ausgangslage ist klar: Mit einem Sieg gegen Titelverteidiger Frankreich ist das Halbfinale erreicht, selbst ein Remis würde reichen. Und tatsächlich gibt es viele Anzeichen, dass genau dieser große Schritt gelingen kann.
Der große Showdown gegen Frankreich beginnt heute (28.01.) ab 18 Uhr. Die Buchmacher setzen eindeutig auf die Franzosen, aber unser Experte Simon Schneider nennt fünf Gründe, warum Deutschland heute jubeln wird:
1. Die starke erste Halbzeit gegen Dänemark als Maßstab
Auch wenn das Ergebnis am Ende schmerzte, hat besonders die erste Hälfte gegen Dänemark gezeigt, wozu diese Mannschaft fähig ist. Deutschland setzte den Topfavoriten früh unter Druck, zwang ihn zu Fehlern und spielte mit Selbstvertrauen. Der Gegner wirkte ungewohnt fahrig – ein klares Zeichen, dass das DHB-Team auf Augenhöhe agieren kann.
Diese Leistung war kein Zufall, sondern Ausdruck einer Entwicklung. Im Vergleich zu den deutlichen Niederlagen bei früheren Großturnieren hat sich Deutschland sichtbar stabilisiert. Das Team kann inzwischen mit den Besten mithalten – und genau dieses Niveau braucht es auch gegen Frankreich.
2. Die Schwächen sind erkannt – und korrigierbar
Warum ging das Spiel gegen Dänemark verloren? Vor allem wegen einer schwächeren Phase nach der Pause: Zeitstrafen, technische Fehler und ungenaue Abschlüsse brachten den Bruch ins Spiel. Doch genau darin liegt ein Hoffnungsschimmer!
Die Probleme sind klar benannt und lassen sich abstellen. Es waren keine strukturellen Defizite, sondern Konzentrations- und Rhythmusfragen. Gelingt es, diese Fehlerquote zu senken, ist Deutschland absolut konkurrenzfähig. Das Trainerteam hat die richtigen Stellschrauben identifiziert – jetzt geht es um saubere Umsetzung über 60 Minuten.
3. Der Torhüter-Faktor spricht klar für Deutschland
Zwischen den Pfosten besitzt Deutschland einen echten Trumpf. Andreas Wolff gehört zu den effektivsten Torhütern des Turniers und kann mit einer starken Serie ein Spiel komplett drehen. Seine Reaktionsschnelligkeit und Präsenz sind besonders gegen Frankreichs wurfgewaltigen Rückraum gefragt.
Dazu kommt David Späth als verlässliche Alternative, die ebenfalls schon auf höchstem Niveau überzeugt hat. Frankreichs Keeper zeigen bislang deutlich schwächere Quoten. Dieser Vorteil im Tor kann in engen Phasen den Unterschied machen – vor allem, wenn die deutsche Abwehr kompakt steht und Würfe gut vorbereitet auf die Torhüter kommen.
4. Breite Qualität und physische Waffen
Dieses Team lebt nicht von Einzelspielern, sondern von Tiefe. Jeder im Kader hat im Turnier bereits seine Klasse angedeutet. Mal war es Tempo über die Außen, mal Durchschlagskraft aus dem Rückraum oder kompromisslose Abwehrarbeit.
Hinzu kommen außergewöhnliche physische Qualitäten: enorme Sprintstärke auf den Außenbahnen, Wurfgewalt aus der zweiten Reihe und robuste Innenblock-Spieler, die auch große Rückraumwerfer stören können. Wenn diese Puzzleteile gleichzeitig greifen, entsteht eine Mannschaft, die in jeder Phase Druck ausübt.
5. Mentale Stärke und gute Erinnerungen an Frankreich
Auch psychologisch spricht einiges für Deutschland. Die Reaktion nach der Niederlage war klar: kein Hadern, sondern Trotz und Entschlossenheit. Die Mannschaft wirkt überzeugt, dass der zweite Matchball sitzen wird.
Zudem gibt es positive Erfahrungen aus direkten Duellen. Mehrere Spieler waren beim spektakulären Olympia-Spiel gegen Frankreich dabei, als Deutschland nach hohem Rückstand zurückkam und am Ende triumphierte. Solche Erinnerungen schaffen Glauben. Spielmacher Juri Knorr betonte sinngemäß, dass man gegen Frankreich oft in einen guten Rhythmus finde. Auch Experten lobten zuletzt den mutigen, offensiven Stil der Deutschen – genau dieser Ansatz könnte erneut der Schlüssel sein.