
Jannik Sinner hat bei den Australian Open 2026 einmal mehr seine Klasse unter Beweis gestellt. Der 22-jährige Italiener erreichte mit einem klaren 6:3, 6:4, 6:4-Erfolg über den US-Amerikaner Ben Shelton das Halbfinale und bestätigte seine Rolle als Mitfavorit auf den Titel. Schon vor dem Match hatte Sinner im direkten Vergleich die Nase vorn und ging mit großem Selbstvertrauen auf den Platz.
Zu Beginn der Partie hatte der Südtiroler jedoch einige Hürden zu meistern. Shelton startete aggressiv und erarbeitete sich früh Chancen auf ein Break. Sinner behielt jedoch Ruhe, trotz des schwierigen Windes, und fand zunehmend zu seinem rhythmischen Spiel. Mit präzisen Längen, intelligenten Tempowechseln und konstanter Sicherheit sicherte er sich das entscheidende Break und brachte seinen ersten Satz souverän nach Hause.
Sinner lässt Shelton nicht den Hauch einer Chance
Im zweiten Durchgang setzte Sinner früh ein klares Signal. Ein Break im dritten Spiel brachte ihm die Kontrolle, die er trotz Sheltons Gegenwehr nicht mehr abgab. Besonders in kritischen Momenten bewies er Nervenstärke: Drei Breakbälle wehrte er ab und drehte einen Rückstand im Schlussspiel. Sheltons höhere Fehlerquote und schwacher zweiter Aufschlag erleichterten dem Italiener den Weg.
Auch im dritten Satz ließ Sinner keinen Zweifel an seiner Überlegenheit. Bei 4:4 nutzte er eine Schwächephase seines Gegners für das entscheidende Break und servierte danach sicher zum Matchgewinn aus. Im Halbfinale wartet nun Novak Djokovic auf ihn – ein Duell, das Sinner die Chance auf ein drittes Finale in Folge in Melbourne eröffnet.
Auch Zverev ist in Top-Form
Alexander Zverev zeigte sich vor seinem Halbfinale gegen Carlos Alcaraz gelassen und zugänglich für seine Fans. Auf dem Trainingsplatz nahm er sich Zeit, Autogramme zu geben und mit jungen Anhängern zu interagieren. Diese Ruhe strahlt der Hamburger auch auf dem Court aus und hat ihm bisher ein nahezu unantastbares Auftreten beschert.
Vor dem Aufeinandertreffen mit dem Weltranglistenersten machte Zverev keine falschen Hoffnungen: „Wir sind im Halbfinale eines Grand Slams, da wird es kein einfaches Spiel geben.“ Dennoch hat er offenbar die Ratschläge von Rafael Nadal verinnerlicht, der ihm nahelegte, in entscheidenden Momenten mutig zu agieren und selbst das Heft in die Hand zu nehmen. „Wenn du aggressiv spielst, ist es schwer, dir etwas entgegenzusetzen“, erklärte Zverev in einem Podcast.
Bisher setzte er diese Strategie konsequent um: In allen fünf Matches von Melbourne gab er kaum Chancen ab, dominierte die Ballwechsel und nutzte seine Vorhand effektiv, die früher oft unzuverlässig war. Dies stärkt auch sein Selbstvertrauen gegenüber den Topstars Sinner und Alcaraz: „Sie wirken unantastbar, aber im Tennis können sich Dinge schnell ändern. Vielleicht bin ich an einem Tag auch unantastbar.“
Favoritenrolle und Chancen auf den Titel
Sein Viertelfinalsieg gegen Tien verdeutlichte, dass Zverev auch über fünf Sätze konzentriert und offensiv bleiben kann – eine Qualität, die Alcaraz beeindruckt. „Er spielt auf einem hohen Niveau, das mich respektvoll stimmt“, sagte der Spanier, fügte aber mit einem Augenzwinkern hinzu: „Wenn er mich schlagen will, muss er alles geben.“
Experten sehen Zverev ebenfalls in einer starken Position. Boris Becker äußerte nach dem Viertelfinalsieg des Hamburgers: „In dieser Form kann er das Turnier gewinnen.“ Historisch gesehen hat Zverev auch gegen Alcaraz gute Chancen, seine Bilanz von 6:6 zeigt die Ausgeglichenheit zwischen beiden Spielern.
Mit Sinner, Djokovic, Zverev und Alcaraz stehen die vier Topgesetzten im Halbfinale. Nach dem Sieg von Sinner sorgte auch Djokovic für die letzte Vorschlussrundenentscheidung: Sein Gegner Lorenzo Musetti musste beim Stand von 6:4, 6:3, 1:3 verletzungsbedingt aufgeben.
Die Bühne ist bereitet: Melbourne erwartet zwei hochspannende Halbfinals, in denen Nervenstärke, Mut und Präzision über den Einzug ins Finale entscheiden werden.