
Vom 6. bis 22. Februar 2026 finden die Olympischen Winterspiele 2026 in Italien statt – mit zentralen Wettkampforten in Mailand, Cortina d’Ampezzo und weiteren Austragungsorten wie Antholz und Bormio. Für Deutschland ist es ein Höhepunkt im Wintersportjahr: Mit 188 Athlet:innen (85 Frauen, 103 Männer) stellt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) das bislang größte deutsche Team bei Winterspielen auf und will an die starken Ergebnisse der Vergangenheit anknüpfen.
Nach 27 Medaillen (12× Gold, 10× Silber, 5× Bronze) und Platz 2 im Medaillenspiegel bei den Winterspielen 2022 in Peking ist das Ziel klar: wieder unter die Top 3 im Medaillenspiegel.
Doch wo liegen die größten Chancen auf Gold – und was wäre ein Erfolg, was eine Enttäuschung?
Traditionelle Domänen: Bob, Rodeln und Skeleton – sichere Bank?
Bob: Francesco Friedrich und Co.
Deutschland gilt in den Bob-Disziplinen traditionell als Macht. Besonders Francesco Friedrich, bereits mehrfacher Olympiasieger im Zweier und Vierer, zählt zu den größten Favoriten auf Gold.
Die deutschen Teams dominieren regelmäßig Weltcup- und Weltmeisterschaftsrennen – und die Bahn in Cortina d’Ampezzo gilt als besonders schnell und technisch anspruchsvoll, was den Germanen entgegenkommen könnte. Auch Bobpilotinnen wie Laura Nolte gehören längst zur Weltspitze.
Rodeln: Klassiker mit Medaillengarantie
Ähnlich stark ist Deutschland im Rodeln, wo Athleten wie Felix Loch, Max Langenhan, Julia Taubitz oder Merle Fräbel zu den Medaillenanwärtern gehören. Angesichts der Breite in diesem Team gilt Rodeln beinahe als „sichere Bank“.
Skeleton: Chance auf Einzelgold
Auch im Skeleton zählen Christopher Grotheer und Jacqueline Pfeifer zu den Anwärtern für Edelmetall – bei dieser Rangliste spricht einiges für eine Podiumsplatzierung, wenn nicht sogar für Gold.
Fazit: In den klassischen deutschen Disziplinen Bob, Rodeln und Skeleton liegt ein großer Teil der Goldhoffnungen. Viele Expert:innen sehen hier nicht nur Medaillenchancen, sondern mit etwas Glück auch mehrere Goldmedaillen – trotz harter internationaler Konkurrenz.
Biathlon: Große Ambitionen, harte Konkurrenz
Eine Medaille im Biathlon gehört für Deutschland seit Jahrzehnten zu den Zielen. Athletinnen wie Franziska Preuß, Gesamtweltcupsiegerin beeindruckend stark, träumen von Edelmetall. Doch die Konkurrenz ist enorm: Vor allem Teams aus Norwegen, Schweden, Frankreich und Italien dominieren vielerorts die Weltcup-Platzierungen.
Die deutschen Biathlet:innen konnten im Weltcup vor Olympia zwar Podestplätze einfahren, doch für Gold braucht es sowohl Top-Leistungen als auch etwas Glück im entscheidenden Moment.
Nordisch & Skisport: Chancen, aber keine Garantien
Nordische Kombination & Skispringen
Im nordischen Bereich bringt Deutschland aussichtsreiche Athleten wie Vinzenz Geiger hervor, der bereits Olympiagold gewonnen hat und erneut um eine Medaille kämpfen will.
Auch im Skispringen, besonders bei den Frauen mit Springerinnen wie Selina Freitag, bestehen Chancen auf Gold oder zumindest Podestplätze.
Alpin, Langlauf, Ski-Freestyle
In Ski Alpin etwa träumen Athlet:innen wie Emma Aicher von einer Medaille, was bei Top-Leistung durchaus möglich ist.
In Disziplinen wie Skilanglauf oder Ski-Freestyle sind Medaillen schwerer vorherzusagen – hier hängt viel von der Tagesform und den äußeren Bedingungen ab.
Eiskunstlauf, Snowboard und Teamsportarten
Auch in Eiskunstlauf und Snowboard gibt es glänzende Chancen: Snowboarderin Ramona Hofmeister könnte nach ihrem Comeback ihren ersten Olympiasieg holen.
Bei Mannschaftssportarten wie Eishockey oder Curling ist eine Medaille schwerer prognostizierbar – dennoch ist die Qualifikation an sich schon ein Erfolg.
DOSB-Zielvorgaben & Erwartungen
Konkrete Zielzahlen sind selten offiziell vom DOSB als Medaillenzahl genannt worden – vielmehr steht die Top-3-Platzierung im Medaillenspiegel im Fokus.
Ein Richtwert stammt vom Deutschen Skiverband (DSV): Dieser hat gemeinsam mit dem DOSB eine Zielmarke von insgesamt zehn Medaillen für die vom DSV betreuten Sportarten (Alpin, Biathlon, Skispringen, Nordische Kombination, Skilanglauf, Ski-Freestyle) ausgegeben – was insgesamt ambitioniert, aber erreichbar wäre.
Im Bereich Schlitten- und Skeletonsport haben die Verbände intern eine Zielspanne von 9 bis 11 Medaillen ins Auge gefasst, wobei der Fokus auf möglichst vielen Podestplätzen liegt.
Erfolg & Enttäuschung im Vergleich zu Peking 2022
Bei den Spielen 2022 in Peking erzielte Deutschland 27 Medaillen – darunter 12 Goldene – was Rang 2 im Medaillenspiegel bedeutete.
- Ein Erfolg wäre in Mailand-Cortina ein ähnliches Ergebnis – also eine zweistellige Zahl an Goldmedaillen und eine Platzierung im Medaillenspiegel unter den ersten drei Nationen.
- Eine Enttäuschung wäre, wenn Deutschland deutlich darunter bliebe – etwa weniger als zehn Medaillen oder ein Absinken auf Rang 5 oder niedriger, was angesichts des starken Teams und der Heimnähe enttäuschend wäre.
Wo liegen die deutschen Goldchancen bei Olympia 2026?
Deutschland geht mit einem der stärksten Teams der Geschichte in die Olympischen Winterspiele 2026 und bringt viele potenzielle Goldkandidaten mit. Besonders in Bob, Rodeln und Skeleton zählen deutsche Sportler:innen zu den Favoriten; im Biathlon, nordischen Sportarten, Snowboard und Eiskunstlauf sind Medaillen möglich, aber nicht garantiert.
Ob es am Ende für eine ähnlich überragende Bilanz wie 2022 reicht, hängt von der Tagesform, kleinen Details und vielleicht auch dem berühmten Quäntchen Glück ab.