
Von Olympia 2026 berichtet Simon Schneider
Cortina d’Ampezzo – In einer der außergewöhnlichsten Geschichten der Olympischen Winterspiele 2026 schrieb Lindsey Vonn heute ein neues Kapitel ihrer legendären Karriere: Trotz eines frischen Kreuzbandrisses im linken Knie absolvierte die 41-jährige US-Skikönigin das erste offizielle Abfahrtstraining auf der anspruchsvollen Olympia delle Tofane-Strecke erfolgreich und ohne akute Schmerzen.
Vonn, die erst vor einer Woche bei einem Weltcup-Abfahrtstraining in Crans-Montana schwer stürzte und sich das vordere Kreuzband riss, zeigte auf der olympischen Abfahrt eine kontrollierte und mutige Fahrt. In 1:40,33 Minuten landete sie auf Platz elf, nur 1,39 Sekunden hinter der schnellsten Zeit ihrer Teamkollegin Jacqueline Wiles.
Mut statt Rückzug – Rückkehr mitten ins Renngeschehen
Nach der Verletzung schien ein Start bei den Olympischen Spielen zunächst gefährdet – doch Vonn ließ keine Zweifel an ihren Ambitionen aufkommen. Sie kam mit einer Knie-Schiene und spürbar stabiler Haltung den Hang hinunter und zeigte dabei nicht nur technische Präzision, sondern auch mentale Stärke. Ihre Trainer und Teammitglieder lobten die Leistung als stark und ein wichtiges Zeichen für die kommenden Wettkämpfe.
Die Piloten der Abfahrt nutzten das Training vor allem, um sich mit der Strecke vertraut zu machen – viele verzichteten auf volles Tempo. Vonn hielt sich an diese risikoarme, aber effektive Strategie und meisterte so den ersten Test ihres olympischen Comebacks.
Traum von Medaille lebt – trotz widriger Umstände
Die Perspektive für eine Olympiamedaille ist vor dem Rennen am Sonntag (08. Februar) alles andere als ausgeschlossen. Vonn selbst erklärte bereits vor dem Training, dass sie sich stark und stabil fühle und fest entschlossen sei, am Start zu stehen. „Solange es eine Chance gibt, werde ich alles geben, um im Starttor zu stehen“, sagte sie in Interviews.
Diese Haltung verdeutlicht, wie außergewöhnlich ihre Situation ist: Nur wenige Athleten würden sich nach einem Kreuzbandriss in einer der härtesten Disziplinen des Alpinski-Sports erneut auf die Strecke wagen. Dass Vonn dies nicht nur versucht, sondern in ihrem ersten Training auch erfolgreich umsetzt, sorgt weltweit für Aufsehen.
Ein inspirierendes Comeback
Für die 41-jährige Vonn wäre ein Podestplatz in Cortina nicht nur eine sportliche Sensation, sondern eine der größten Comeback-Geschichten der olympischen Geschichte. Die Ski-Legende, die schon seit Jahren mit Verletzungen und Rückschlägen zu kämpfen hatte, zeigt einmal mehr: Mentalität und Leidenschaft können Grenzen verschieben.
Ob sie am Sonntag tatsächlich um Medaillen kämpfen kann, hängt nun von weiteren Trainings und der Stabilität ihres Knies ab. Doch eines steht fest: Lindsey Vonn hat bereits jetzt die Herzen der Sportwelt erobert – mit Mut, Entschlossenheit und einem Lauf, den niemand so schnell vergessen wird.