Kritik an Querfeld: „So kann man einen Elfmeter nicht schießen“

Simon Schneider | am:
Wird demnächst wohl nicht mehr die Elfmeter für Union Berlin schießen: Leopold Querfeld.

Eigentlich hätte Leopold Querfeld bei Union Berlin als Retter des Abends gefeiert werden können. In der Schlussphase der Partie gegen Eintracht Frankfurt übernahm der Verteidiger Verantwortung und verwandelte einen Elfmeter zum späten 1:1-Ausgleich. Damit sicherte er seiner Mannschaft zumindest einen Punkt.

Doch statt Lob dominierte anschließend Kritik – und zwar ausgerechnet aus den eigenen Reihen. Union-Geschäftsführer Horst Heldt fand ungewöhnlich deutliche Worte für einen Spieler, der gerade getroffen hatte. Der Strafstoß sei zu schwach geschossen gewesen, so Heldt, „so kann man den Elfmeter nicht schießen“. Zwar sei der Ball im Tor gelandet, aber der Abschluss sei ihm „zu läppisch“ gewesen.

Treffer mit Glück statt Überzeugung

Der Hintergrund der Kritik: Querfelds Versuch wirkte wenig entschlossen und rutschte nur mit Glück unter dem Körper des Frankfurter Torwarts hindurch.
Heldt betonte, dass der Verteidiger normalerweise deutlich härter schießen könne und man die Szene intern besprechen werde.

Auch Trainer Steffen Baumgart schlug in eine ähnliche Kerbe. Zwar wolle er sich über Tore grundsätzlich nicht beschweren, doch der Spieler müsse seine Strafstöße künftig klarer und konsequenter ausführen – sonst werde er wohl seltener antreten dürfen.

Ungewöhnlich scharfer Ton gegenüber eigenem Torschützen

Gerade dieser öffentliche Umgang sorgt für Aufmerksamkeit: Es kommt nicht oft vor, dass ein Verein einen eigenen Spieler nach einem erfolgreichen Elfmeter derart offen kritisiert. Normalerweise überwiegt nach einem späten Ausgleich eher die Erleichterung über den Punktgewinn. In diesem Fall stand jedoch weniger das Ergebnis als die Art der Ausführung im Mittelpunkt.

Dabei hatte Querfeld mit seinem Treffer eine drohende Niederlage verhindert, nachdem Frankfurt kurz zuvor in Führung gegangen war.

Spieler nimmt es gelassen

Der Verteidiger selbst reagierte vergleichsweise entspannt. Er räumte ein, den Elfmeter besser schießen zu müssen, betonte aber zugleich, dass am Ende vor allem zähle, dass der Ball im Netz gelandet sei.

Der Fall zeigt allerdings auch, wie ungewöhnlich deutlich Verantwortliche im Profifußball mitunter selbst gegenüber erfolgreichen Schützen werden können. Querfeld traf zwar und rettete Union einen Punkt – doch die öffentliche Kritik machte klar, dass im Spitzenfußball nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Art und Weise entscheidend sein kann.

Union auf dem besten Weg zum Klassenerhalt

Für Union Berlin bedeutete das Unentschieden gegen die Frankfurter Eintracht einen weiteren Schritt zum Klassenerhalt – von anderen Zielen will man in der Alten Försterei nichts hörten. Die Baumgart-Elf hat jetzt 25 Punkte auf dem Konto und einen ordentlichen Vorsprung zur Abstiegszone.

Bleiben die Eisernen auch in den restlichen 13 Saisonspielen so stabil – vor allem bei Heimspielen – dann dürfte es in Köpenick eine relativ entspannte Spielzeit werden. Union spielt aktuell gewiss nicht den schönsten Fußball in der Bundesliga, aber der pragmatische Ansatz ist bewusst so gewählt – und hat bis dato Erfolg.

Simon Schneider Simon – Senior Redakteur & News-Experte Mit über 15 Jahren Erfahrung im Sportjournalismus (u.a. für das renommierte Portal Sport-Revue) bringt Simon journalistische Sorgfalt in die Welt der Sportwetten. Er weiß: Informationen sind die Währung des Erfolgs.

Während seine Wurzeln im Fußball, Esports und Wintersport liegen, hat er sein Portfolio bei Sportwetten24 erfolgreich erweitert. Simon ist unser Spezialist für das aktuelle Nachrichtengeschehen – von kurzfristigen Ausfällen im Tennis über MMA-Fights bis hin zu Politik-Wetten. In der Redaktion gilt er als der "Allrounder mit dem goldenen Händchen" und überzeugt intern regelmäßig mit einer der stabilsten Erfolgsquoten. mehr lesen