Schalke-Fans beschimpfen Tönnies als „Ekelschwein“

Simon Schneider | am:
Die Meinung der Ultras zum ehemaligen Schalke-Boss Clemens Tönnies ist mehr als eindeutig.

Beim Heimspiel des FC Schalke 04 gegen Dynamo Dresden (2:2) am vergangenen Samstag sorgte die Debatte um eine mögliche Rückkehr von Clemens Tönnies in die Ehrenämter des Vereins für heftige Reaktionen im Stadion. In der Nordkurve der Veltins-Arena entrollten Teile der organisierten Fanszene mehrere Banner mit eindeutigen Botschaften gegen den früheren Aufsichtsratsvorsitzenden – darunter teils derbe Beleidigungen wie „Nein zum milliardenschweren Ekelschwein!“ und „Verpiss dich, Tönnies!“.

Die Spruchbänder, darunter auch der Ausdruck „Schweinepriester“, spiegeln die tiefe Unzufriedenheit und Ablehnung vieler Schalke-Anhänger wider. Besonders die Ultras des Vereins machten deutlich, dass sie dem langjährigen Macher und finanziellen Unterstützer keine weitere Rückkehr in eine offizielle Rolle beim S04 gewähren wollen.

Ein zerrüttetes Verhältnis geht weiter

Die Schmähungen im Stadion markieren keineswegs ein plötzliches Ausbrechen von Kritik, sondern vielmehr einen weiteren Höhepunkt in einer langjährigen Kontroverse rund um Tönnies’ Wirken bei Schalke. Der 69-jährige Unternehmer war zwischen 2001 und 2020 Aufsichtsratschef des Klubs und prägte Schalke über viele Jahre maßgeblich. Seine Amtszeit war nicht nur sportlich, sondern auch strukturell und finanziell sehr umstritten – was in der Vergangenheit bereits wiederholt zu Protesten von Fans führte.

Das Verhältnis zwischen Tönnies und Teilen der Fanszene gilt seit Jahren als angespannt: In früheren Konflikten hatten Anhänger ihm unter anderem vorgeworfen, Werte des Vereins verraten zu haben, und sogar seinen Rücktritt gefordert.

Tönnies reagiert – aber bleibt distanziert

Nach den jüngsten Beleidigungen äußerte sich Tönnies gegenüber der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ und zeigte sich überraschend gefasst: Er bezeichnete die Ultras als „eine kleine und laute Gruppe“ innerhalb des Clubs und betonte, er habe sich während seiner aktiven Zeit nie über frühere Anwürfe geärgert. Zugleich kritisierte er, dass das Schalker Leitbild für diese Fangruppen offenbar keine große Rolle spiele.

Tönnies bezeichnete die aktuelle Debatte um seine mögliche Rückkehr in ein Ehrenamt als „unnötig“ und verwies darauf, dass der Klub momentan ganz andere Prioritäten habe – nämlich den Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga. Er wolle derzeit „nicht verstehen, warum die Ultras so für Unruhe sorgen“.

Spielt Tönnies noch einmal eine Rolle bei Schalke?

Ob Tönnies tatsächlich im Juli zur Wahl ins Ehrenpräsidium des FC Schalke 04 stehen wird, ist bislang weiterhin offen. Während Teile der Vereinsführung und einige Ehrenamtsträger seine Erfahrung als wertvoll ansehen, ist die ablehnende Haltung vieler Fans unüberhörbar geworden.

Die Auseinandersetzung zeigt einmal mehr: Beim S04 ist die Debatte um Identität, Führung und Werte längst nicht beigelegt, und sie könnte über den sportlichen Erfolg hinaus eine entscheidende Rolle für die Zukunft des Traditionsvereins spielen.

Simon Schneider Simon – Senior Redakteur & News-Experte Mit über 15 Jahren Erfahrung im Sportjournalismus (u.a. für das renommierte Portal Sport-Revue) bringt Simon journalistische Sorgfalt in die Welt der Sportwetten. Er weiß: Informationen sind die Währung des Erfolgs.

Während seine Wurzeln im Fußball, Esports und Wintersport liegen, hat er sein Portfolio bei Sportwetten24 erfolgreich erweitert. Simon ist unser Spezialist für das aktuelle Nachrichtengeschehen – von kurzfristigen Ausfällen im Tennis über MMA-Fights bis hin zu Politik-Wetten. In der Redaktion gilt er als der "Allrounder mit dem goldenen Händchen" und überzeugt intern regelmäßig mit einer der stabilsten Erfolgsquoten. mehr lesen