
Alles oder nichts. Am Dienstagabend steht für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen das erste echte K.o.-Spiel an. Gegner im Playoff-Duell um den Einzug ins Viertelfinale ist Frankreich – auf dem Papier eine machbare Aufgabe. Doch nach einem bislang enttäuschenden Turnierverlauf steht das DEB-Team massiv unter Druck. Von der „besten deutschen Mannschaft aller Zeiten“ war im Vorfeld die Rede, alle NHL-Stars um Superstar Leon Draisaitl sind dabei. Die Realität sieht bislang anders aus.
Wird Deutschland seiner Favoritenrolle endlich gerecht – oder droht das nächste Debakel? Unser Eishockey-Experte Simon Schneider glaubt, dass bei der DEB-Auswahl jetzt der Knoten platzt.
Ausgangslage: Hohe Erwartungen, harte Realität
Deutschland war mit großen Ambitionen ins Turnier gestartet. Experten und Medien hatten angesichts der NHL-Power und der starken internationalen Entwicklung hohe Ziele formuliert. Doch sportlich lief es bislang alles andere als rund.
Der 3:1-Auftaktsieg gegen Dänemark war mühsamer als erwartet. Es folgte eine überraschende 3:4-Niederlage gegen Lettland – ein herber Rückschlag. Den Tiefpunkt markierte die klare 1:5-Niederlage gegen die USA. Defensiv anfällig, im Angriff zu ineffizient und in entscheidenden Momenten zu fehleranfällig – das Fazit fällt kritisch aus.
Frankreich hingegen reist als Außenseiter an, hat aber wenig zu verlieren. Für die Équipe Tricolore ist bereits das Erreichen dieses Playoff-Spiels ein Erfolg. Genau das könnte sie gefährlich machen.
Quoten der Buchmacher: Deutschland klarer Favorit
Trotz der bisherigen Auftritte sehen die Wettanbieter Deutschland als haushohen Favoriten. Ein Sieg des DEB-Teams in der regulären Spielzeit wird mit Quoten um 1,30 gehandelt. Ein Erfolg Frankreichs nach 60 Minuten liegt bei etwa 8,00 bis 9,00. Selbst inklusive Verlängerung ist Deutschland deutlich unter 1,20 notiert.
Im Handicap-Markt gibt es für „Deutschland -2,5 Tore“ Quoten um 1,90, während „Über 5,5 Tore“ bei rund 1,85 liegt. Die Buchmacher rechnen also mit einem klaren deutschen Sieg – zumindest statistisch.
Taktische Analyse: Struktur statt Chaos gefragt
Das deutsche Team muss vor allem defensiv stabiler agieren. Gegen Lettland und die USA offenbarte man große Lücken in der Rückwärtsbewegung und Probleme im eigenen Drittel. Im K.o.-Spiel darf man sich solche Fehler nicht erlauben.
Offensiv verfügt Deutschland weiterhin über enorme Qualität. Draisaitl und Co. können ein Spiel jederzeit entscheiden, vor allem im Powerplay. Entscheidend wird sein, ob das Team die Nervosität ablegen und zu klaren Strukturen zurückfinden kann.
Frankreich wird voraussichtlich tief stehen, kompakt verteidigen und auf Konter sowie Überzahlsituationen hoffen. Je länger das Spiel offen bleibt, desto größer wird der Druck auf Deutschland.
Psychologische Komponente: Druck ohne Netz
Für Deutschland ist es ein Spiel mit enormem mentalem Gewicht. Ein frühes Aus würde als klare Enttäuschung gewertet werden – gemessen an den Erwartungen. Der Druck ist riesig, und genau das könnte zur Belastung werden.
Frankreich hingegen spielt ohne große Erwartungen. Diese Rolle des Außenseiters kann befreiend wirken. Sollte Deutschland nicht früh in Führung gehen, könnte sich Unsicherheit breitmachen.
Der Schlüssel wird der Start ins Spiel sein. Ein frühes deutsches Tor würde vieles erleichtern. Bleibt es lange eng, wächst die Nervosität.
Wett-Tipp: Reaktion mit deutlichem Signal?
Trotz aller Kritik spricht die individuelle Klasse klar für Deutschland. In einem K.o.-Spiel gegen Frankreich sollte sich die Qualität der NHL-Stars durchsetzen. Die bisherigen Enttäuschungen erhöhen sogar die Wahrscheinlichkeit einer klaren Reaktion.
Die Mannschaft steht unter Druck – doch genau dieser Druck könnte zu einem fokussierten Auftritt führen.
Wett-Empfehlung:
👉 Deutschland -2,5 Tore (Handicap) – Quote ca. 1,90
Konservative Alternative:
👉 Deutschland gewinnt & Über 4,5 Tore – Quote ca. 1,75
Prognose: Deutschland zeigt eine klare Reaktion, gewinnt mit 5:1 oder 4:0 und zieht ins Viertelfinale ein – die Zweifel sind damit nicht komplett ausgeräumt, aber fürs Erste verstummt.