
Die Bundespräsidentenwahl 2027 rückt langsam, aber sicher ins Zentrum politischer Debatten in Deutschland — und damit auch in den Analysen von Wettmärkten. Offiziell findet dann die Wahl zur Nachfolge von Frank‑Walter Steinmeier statt, dessen zweite Amtszeit am 18. März 2027 endet. Die Bundesversammlung wird spätestens 30 Tage zuvor zusammentreten, um einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu bestimmen. Derzeit läuft es wohl auf den 30. Januar 2027 hinaus. Und diese Wahl dürfte für alle Buchmacher und Wettfreunde besonders spannend werden.
Politisch ist dies kein direktes „Allgemeinwahl“-Event wie Bundestags- oder Europawahlen, sondern eine indirekte Wahl durch die Bundesversammlung – ein Sondergremium aus Bundestagsabgeordneten und Delegierten der Länder.
Für Wettanbieter bedeutet das: Zwar entstehen frühe Gerüchtemärkte, doch die tatsächliche politische Dynamik unterscheidet sich deutlich von Wetten auf Volksentscheide oder Parlamentswahlen.
Wahl zum Bundespräsidenten 2027: Wann kommen erste Wettquoten?
Realistisch werden erste Wettquoten erst etwa 6–12 Monate vor der Wahl erscheinen – also frühestens spätestens Ende 2026, wenn politische Lager klarere Präferenzen formulieren und Parteien Kandidaten offiziell nennen. In Medien können Spekulationen früher auftauchen, doch solide Quotierungen setzen politische Klarheit voraus.
Wettanbieter werden voraussichtlich erst aktiv, wenn folgende Punkte klarer werden:
- Parteien haben offiziell Kandidaten benannt
- Koalitions- oder Fraktionslinien sind sichtbar
- erste namhafte Delegierte bzw. Bundesversammlungs-Signale liegen vor
Diese Phase dürfte Ende 2026 bis Anfang 2027 erreicht werden – und genau dann werden auch erste offizielle Wettquoten bei extensiveren Bookies erwartet.
Internationale Wettbörsen & Prediction Markets
Auf Prediction Markets und spezialisierten Wettbörsen (z. B. Plattformen wie Polymarket oder Manifold) gibt es häufiger Märkte zu politischen Ereignissen — darunter mögliche Szenarien zur Bundespräsidentenwahl 2027.
Dort werden implizit bereits Wahrscheinlichkeiten gehandelt, etwa zur Frage „Wer könnte Bundespräsident/in werden?“ oder „Wird es eine Frau?“ Solche Plattformen können schon jetzt Wettpositionen abbilden, auch wenn traditionelle Anbieter noch keine Quoten stellen.
Beachte aber: Diese Märkte sind nicht reguliert in Deutschland und unterliegen eigenen Regeln, Liquidität und Risiko, die sich stark von den klassischen Sportwetten unterscheiden.
Gerüchte um Angela Merkel als Bundespräsidentin – was ist dran?
Ein besonders hartnäckiges Thema in Medien- und Wettkreisen sind Spekulationen darüber, ob Angela Merkel, die ehemalige Bundeskanzlerin Deutschlands, 2027 als Bundespräsidentin kandidieren könnte.
Was die Gerüchte sagen:
In einigen Debatten wurde überlegt, ob Merkel — mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung als Kanzlerin — ein starkes, überparteiliches Staatsoberhaupt sein könnte. Prominente Stimmen aus verschiedenen Parteien haben wiederholt betont, dass sie für das Amt „eindeutig qualifiziert“ wäre und über die nötige Erfahrung verfüge, um Deutschland auf der internationalen Bühne repräsentativ zu vertreten.
Offizielle Reaktionen & Realität:
Merkel selbst und ihr Büro haben Spekulationen über eine Kandidatur explizit zurückgewiesen, sie als „abwegig“ bezeichnet und klar gemacht, dass sie nicht vorhat, für das Amt zu kandidieren.
Auch aus führenden Parteikreisen gibt es keine seriösen Hinweise darauf, dass eine Merkel-Kandidatur in Planung ist — weder um intern die Union zu einigen noch um parteiübergreifend Zustimmung zu gewinnen.
So läuft die Bundespräsidentenwahl ab
Die Wahl des Bundespräsidenten ist in Deutschland keine direkte Publikumswahl, sondern erfolgt durch die Bundesversammlung (Federal Convention). Diese setzt sich aus allen Mitgliedern des Bundestages sowie einer gleich großen Zahl von Vertretern der Länder zusammen und kommt ausschließlich zur Wahl des Staatsoberhauptes zusammen.
Im Unterschied zu US-Präsidentschafts- oder Bundestagswahlen gibt es keinen Wahlkampf im klassischen Sinn mit landesweiten Umfragen und direkten Volksstimmen. Entsprechend sind Prognosen, Wettquoten oder „Favoritenlisten“ meist spekulativ und beruhen auf Einschätzungen der Parteipolitik in Berlin — weniger auf massiv gesampelten Wählerumfragen.
Politische Ausgangslage: Wird es diesmal eine Frau?
Frank-Walter Steinmeier hatte bereits zwei Amtszeiten inne und kann daher 2027 nicht erneut kandidieren. Traditionell schlägt oft die stärkste Regierungsfraktion oder eine große Koalition eine Kandidatin oder einen Kandidaten vor — und die Bundesversammlung bestätigt diesen. Dieses indirekte System sorgt dafür, dass in der Regel ein Kandidat gewählt wird, der einen breiten politischen Konsens reflektiert.
Im Vorfeld wird jedoch in Medien, politischen Kreisen und Debatten heiß über mögliche Namen spekuliert — genau dort, wo Wettmärkte angesetzt werden.
Mögliche Kandidaten und Spekulationen
1. Julia Klöckner – CDU-Veteranin
Julia Klöckner ist aktuell Bundestagspräsidentin (seit 2025) und gilt in Teilen der Union als profilierte, aber zugleich überparteilich akzeptable Persönlichkeit. Ihre Rolle als Bundestagspräsidentin verleiht ihr Sichtbarkeit und Erfahrung in repräsentativen Aufgaben — Qualitäten, die viele als typisch für das Bundespräsidentenamt ansehen.
2. Ilse Aigner – CSU-Profil mit hoher Bekanntheit
Die bayerische Politikerin Ilse Aigner geriet in Medienberichten früh für das Bundespräsidentenamt ins Gespräch. Als ehemalige Bundestags- und Landtagspräsidentin verfügt sie über langjährige Erfahrung und gilt als Teil des „politischen Establishments“.
3. Karin Prien – Profilierte CDU-Ministerin
Karin Prien, Bildungs- und Familienministerin und ebenfalls CDU-Politikerin, ist einer der Namen, die in Berlin als mögliche Präsidentschaftskandidatinnen intern diskutiert werden. Sie steht für eine jüngere Generation der Union, könnte aber zugleich als Konsenskandidatin gelten.
4. Ungewöhnliche Außenseiter – Autoren, Experten, Quereinsteiger?
In Berliner Politkreisen tauchen mitunter auch überraschende Namen auf — etwa Expertinnen oder öffentliche Persönlichkeiten ohne klassische politische Karriere. Der CDU-Generalsekretär hat jüngst angedeutet, dass sogar ein Kandidat mit „außerpolitischem Hintergrund“ denkbar wäre, sofern er eine breite Mitte hinter sich vereint.
5. Historisches Motiv: Frau als Staatsoberhaupt?
In Interviews und Debatten wird häufig betont, dass Deutschland erstmals eine Bundespräsidentin wählen könnte — ein starkes Signal für Gleichstellung. Stimmen aus SPD-Frauenverbänden, Grünen und auch innerhalb der Union bekräftigen diese Perspektive.
Wie glaubhaft sind diese Spekulationen?
Die meisten der genannten Namen tauchen in Medienberichten, Kommentaren und Hintergrundanalysen als potenzielle Kandidaten auf. Allerdings: Offizielle Kandidatenlisten existieren derzeit nicht.
Nominierungen werden meist erst wenige Wochen vor der Bundesversammlung offiziell — und häufig erst nach Koalitionsverhandlungen zwischen den im Bundestag vertretenen Parteien. Politische Positionen, Parteistrategien und Koalitionsdynamiken können entscheidend sein — weniger „Stimmungswellen“ aus der Bevölkerung wie bei Volkswahlen.
Kurzum: Spekulationen sind derzeit primär story-getrieben, gehandelt in Presse, Talkshows und Berlin-Insiderkreisen – und weniger einzeichnet durch belastbare politische Mehrheiten.
Parteien und Mehrheiten entscheiden
Da die Bundesversammlung aus Abgeordneten und Ländervertretern besteht, ist nicht allein die Stärke einer Partei im Bundestag ausschlaggebend, sondern auch die Verteilung von Delegierten aus den Ländern. SPD, CDU/CSU, Grüne und kleinere Fraktionen — selbst Oppositionsparteien — können Einfluss auf die Wahl nehmen.
Das bedeutet: Koalitions- und Fraktionsdisziplin sind wesentlich für Wettmarkt-Prognosen. Ein Kandidat, der parteiübergreifend Rückhalt findet, ist erheblich stärker als jemand mit nur parteiinterner Unterstützung.
Politikwetten: Gibt es Quoten zum Bundespräsidenten?
Der aktuelle Stand zeigt: Politikwetten wie auf Parlaments- oder Präsidentschaftswahlen sind bei den meisten in Deutschland lizenzierten Buchmachern kaum oder gar nicht verfügbar. Klassische Sportwetteranbieter fokussieren sich auf Sportevents und vermeiden oft Politikwetten aufgrund regulatorischer Unsicherheiten und schwacher Nachfrage im Inland.
International hingegen gibt es Plattformen wie Polymarket, Manifold oder spezialisierte Wettbörsen, auf denen politische Ereignisse, Regierungswechsel oder Abstimmungen gehandelt werden — darunter auch implizite Märkte zur Zukunft deutscher Spitzenämter. Einige solcher Märkte bieten Wetten auf bestimmte politische Ergebnisse an, auch wenn sie nicht „offiziell“ im klassischen Sportwetten-Portfolio geführt werden.
Fazit: Im Laufe des Jahres 2026 wird es spannend
Wetten auf den nächsten Bundespräsidenten 2027 sind derzeit fast ausschließlich Spekulationsmärkte, die sich an medialen Debatten orientieren. Offizielle Kandidaten werden erst deutlich später feststehen — wenn politische Mehrheiten, Koalitionsstrategien und parteiinterne Entscheidungen sichtbar werden.
Für Sportwetten-Enthusiasten mit Hang zu Politikwetten gilt:
- Achte auf internationale Plattformen (Prediction Markets), da deutsche Buchmacher selten Politikwetten anbieten.
- Betrachte politische Entwicklungen, Koalitionsdynamiken und öffentlich geäußerte Unterstützung als wichtigere Indikatoren als klassische Umfragen.
- Frühzeitige Quoten sind meist volatil, aber ein guter Indikator für Marktstimmung.