Elf Millionen futsch: BVB-Debakel in Bergamo wird richtig teuer

Simon Schneider
geprüft von Lukas Stratmann | 2 Min. Lesezeit
Das Ausscheiden aus der Champions League ist für den BVB nicht nur sportlich ein Debakel.

Borussia Dortmund hat sich am Mittwochabend in einer Partie, die Fans und Verantwortliche noch lange im Kopf behalten werden, völlig blamiert und ist überraschend aus der Borussia Dortmund Champions League ausgeschieden. Trotz eines komfortablen 2:0-Vorsprungs aus dem Hinspiel verlor der BVB beim Atalanta Bergamo mit 1:4. Dieser dramatische Rückschlag wirft nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich düstere Schatten auf den Klub.

Die Italiener drehten die Partie mit einer beeindruckenden ersten Halbzeit und gingen bereits zur Pause mit 2:0 in Führung. In der zweiten Halbzeit setzte sich der Aufwärtstrend fort, ehe Dortmund durch Karim Adeyemi zwischenzeitlich Hoffnung schöpfte.

Doch kurz vor dem Ende brachte ein umstrittener Elfmeter in der Nachspielzeit die Entscheidung – Bergamo zog verdient ins Achtelfinale ein.

Das sportliche Debakel: Fehler, Drama, Aus

Die Art und Weise des Ausscheidens macht die Niederlage besonders bitter. Ein kollektiver Blackout, mangelnde Konzentration und individuelle Fehler führten zu einer desolaten Leistung. Torwart Gregor Kobel trug mit einem folgenschweren Fehlpass in der Nachspielzeit entscheidend zur Niederlage bei, nahm die Verantwortung danach aber selbstkritisch auf sich.

Trainer Niko Kovač und Kapitän Emre Can äußerten sich nach dem Spiel enttäuscht über die Defensivschwächen und den verpassten Chancen, betonten aber zugleich, dass die Mannschaft den Kopf nicht hängen lassen dürfe.

Sportlich ist dieses Ausscheiden für den BVB ein Rückschlag: die Königsklasse verlässt man früher als geplant, ohne Achtelfinalteilnahme und mit vielen Fragezeichen in der Defensive. Besonders im Hinblick auf die kommenden Bundesliga-Schlüsselspiele hat der Klub damit einen erheblichen Druck zusätzlich aufgebaut.

Finanzielle Folgen: Millionen-Minus droht

Doch nicht nur sportlich ist das Aus dramatisch – es hat auch handfeste wirtschaftliche Konsequenzen. Ursprünglich plante Dortmund mit Einnahmen aus der Champions League, die im Falle eines Achtelfinaleinzugs zusätzliche Prämien von rund 11 Millionen Euro eingebracht hätten. Diese Einnahmen entfallen nun komplett.

In einer Ad-hoc-Mitteilung hat der Klub die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 drastisch nach unten korrigiert: Statt eines ausgeglichenen Ergebnisses oder kleiner Gewinne rechnet der BVB nun mit einem Verlust zwischen etwa 12 und 22 Millionen Euro. Dies ist eine massive Belastung für den Verein, der als börsennotiertes Unternehmen an Transparenzpflichten gebunden ist.

Die wirtschaftlichen Konsequenzen machten sich sofort an der Börse bemerkbar: Die Aktie fiel nach Bekanntgabe der Prognose um mehrere Prozentpunkte. Sollte sich der sportliche Trend nicht bald drehen, könnte dies weitere Investoren verunsichern und mittel- bis langfristig Transfers sowie Vertragsplanungen beeinflussen.

Auswirkungen über die Saison hinaus

Das verpasste Achtelfinale bedeutet nicht nur ein Loch in der Vereinskasse, sondern auch einen Imageschaden im internationalen Vergleich – etwas, das ein Klub wie Borussia Dortmund eigentlich vermeiden will. Der Klub muss nun finanziell umdenken, Budgets überprüfen und möglicherweise Transfers strategisch anders angehen. Mit Blick auf die Bundesliga und den Kampf um europäische Plätze erhöht sich zudem der Druck auf Trainerstab und Mannschaft.

Sportlich steht der BVB nun vor einer wegweisenden Phase: Der Fokus richtet sich auf die Liga und die Frage, ob man sich wieder für internationale Wettbewerbe qualifizieren kann – eine Voraussetzung, um ähnliche finanzielle Einbußen in Zukunft zu vermeiden.

Simon Schneider - Chefredakteur & News-Experte
Simon Schneider Simon Schneider ist Chefredakteur und News-Experte bei Sportwetten24. Mit über 15 Jahren Erfahrung im Sportjournalismus verantwortet er die redaktionelle Qualität des gesamten Portals. Simons Stärke liegt in der sportartübergreifenden Analyse: Von Fußball und Esports über Tennis und MMA bis zu Wintersport und Politik-Wetten deckt er das breiteste Themenspektrum im Team ab. Intern überzeugt er regelmäßig mit einer der stabilsten Erfolgsquoten. Er hält einen B.A. in Journalistik von der Universität Leipzig und arbeitet von dort aus.