
Das Bundesliga-Spitzenspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München (Samstag, 28. Februar, 18:30 Uhr) bekommt eine überraschende Personal-Dynamik: Manuel Neuer, der langjährige Kapitän und Stammkeeper der Münchner, wird beim „deutschen Klassiker“ nicht mit dabei sein.
Der 39-Jährige hat sich zwar in den vergangenen Tagen wieder im Training gezeigt – doch eine endgültige Rückkehr ins Tor gegen den BVB kam am Freitag zu früh, sodass er die Reise ins Ruhrgebiet nicht mit angetreten hat.
Kein Einsatz im Klassiker – Risiko vermieden
Neuer hatte sich Mitte Februar beim 3:0-Erfolg gegen Werder Bremen einen Faserriss in der Wade zugezogen und seitdem mehrere Wochen pausieren müssen. Zwar hatte der Bayern-Keeper zuletzt Einheiten absolviert, doch kam es vor dem Abschlusstraining im Training erneut zu leichten Problemen im unteren Rücken- und Wadenbereich – ein Risiko, das der Verein und Trainer Vincent Kompany nicht eingehen wollten.
Am Freitag bestätigten übereinstimmende Medienberichte, dass der Rekordnationalspieler nicht mit der Mannschaft nach Dortmund gereist ist, während seine Teamkollegen bereits per Mannschaftsbus zum Flughafen fuhren. Sein Sitzplatz blieb frei, der Klub setzte aus Vorsicht auf einen Einsatzverzicht beim Topspiel.
Bewährungsprobe für Jonas Urbig übernimmt
Statt Neuer wird Jonas Urbig, 22-jähriger Ersatztorhüter, zwischen den Pfosten stehen. Urbig hat in dieser Saison bereits mehrfach vertreten und hinterließ dabei meist einen soliden Eindruck. Für ihn – und für Bayern – bedeutet das Duell eine große Bewährungsprobe: Gerade im Signal-Iduna-Park, wo Dortmund traditionell stark auftritt, ist ein sicherer Rückhalt im Tor ein entscheidender Faktor.
Der mögliche Ausfall Neuers hat natürlich auch sportliche und psychologische Auswirkungen: Bayern musste sich auf diese Saisonziele konzentrieren – nicht nur die Meisterschaft, sondern auch im DFB-Pokal und in der Champions League steht noch viel auf dem Spiel. In solchen Phasen gilt es, enger zusammengesteht und den Ausfall eines Führungsspielers kollektiv zu kompensieren.
Bedeutung des Neuer-Ausfalls im Titelkampf
Der Klassiker gegen Dortmund ist für Bayern eine richtungsweisende Partie im Titelrennen. Ein Sieg würde beim Tabellenführer den Vorsprung auf den BVB weiter vergrößern und einen wichtigen Schritt Richtung Meisterschaft bedeuten, während ein Punktverlust oder gar eine Niederlage Druck auf München erhöhen würde.
Neuers Abwesenheit wirft zusätzliche Fragen auf: Wie stabil kann sich Bayern ohne seinen langjährigen Rückhalt präsentieren? Und wie wird Urbig mit der immensen Erwartungshaltung und der Atmosphäre im Dortmunder Stadion umgehen? Die Antwort darauf gibt es am Samstagabend – in einem Duell, in dem es nicht nur um drei Punkte, sondern auch um Prestige, Momentum und mentale Stärke geht.
Abschied oder Comeback? Zukunft von Neuer
Neben der aktuellen Verletzung ist das Thema Neuer selbst in dieser Saison ohnehin präsent: Sein Vertrag läuft im Juni aus, und es gibt Spekulationen über seine Zukunft im Profifußball. Sollte er auch in der kommenden Saison nicht über längere Zeit fit bleiben, könnte dies ein Indiz dafür sein, dass sein Karriereende näher rückt. Doch vorerst steht für Bayern eine andere Herausforderung im Vordergrund: Trotz des Ausfalls seines Kapitäns den Klassiker bestehen und im Titelkampf Akzente setzen – ein Auftrag, bei dem auch die Qualität des Teams abseits des Stars gefragt ist.
Am Samstagabend wird sich zeigen, wie gut der FCB diesen Schlag wegsteckt – und ob Urbig seinem Team die nötige Sicherheit zwischen den Pfosten geben kann.