
Die DFB-Frauen haben den Auftakt zur Qualifikation für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien eingeläutet – und dabei deutlich gemacht, dass sie mit großem Ehrgeiz und klaren Zielen in die entscheidende Phase starten wollen. Nach intensiven Vorbereitungstagen fiebern Kapitänin Giulia Gwinn und ihre Mitspielerinnen dem ersten Pflichtspiel entgegen.
Am Dienstagabend steht das Auftaktspiel gegen Slowenien in Dresden an (17.45 Uhr, ARD), gefolgt vom Gastspiel in Stavanger gegen Norwegen. Diese Duelle markieren den Startschuss in Gruppe A4 der UEFA-Quali, in der Deutschland neben Slowenien noch auf Norwegen und Österreich trifft – nur der Gruppensieger qualifiziert sich direkt für das WM-Finalturnier.
Personalsorgen und Chancen – ohne Bühl & Cerci
Vor dem ersten Anpfiff muss Bundestrainer Christian Wück personelle Rückschläge verkraften: Stürmerin Klara Bühl hat sich im Training verletzt und kehrte zur weiteren Abklärung nach München zurück, anstatt mit der Mannschaft nach Dresden zu reisen. Auch Angreiferin Selina Cerci und Abwehrspielerin Sophia Kleinherne stehen nicht zur Verfügung.
Diese Ausfälle reißen vor allem in der Offensive Lücken, denn Klara Bühl zählt zu den konstantesten Torgefahr-Quellen im Team. Dennoch hofft Wück, dass junge Kräfte wie Jella Veit (Eintracht Frankfurt) und Larissa Mühlhaus (Werder Bremen) frischen Schwung und neue Optionen bringen.
Kapitänin Gwinn betont vor dem Startspiel: „Nichts zählt außer ein Sieg“, und verdeutlicht damit die Entschlossenheit, den ersten Schritt Richtung WM zu machen.
Christian Wücks Ansatz: Identität und Entwicklung
Trainer Christian Wück hat in den Tagen vor dem Quali-Start klar gemacht, worauf es ihm ankommt: nicht nur auf Ergebnisse, sondern auf eine stabile Identität und konstante Entwicklung des Teams. Er sieht noch eine gewisse Lücke zu den absoluten Weltspitzen, etwa Spanien oder den USA, und möchte diese schließen, indem sein Team seine eigene Spielweise konsequent durchsetzt.
„Wir wollen sehen, dass wir zu 100 Prozent auf dem Platz sind und unsere Identität zeigen“, sagte Wück – ein Hinweis darauf, dass es ihm weniger um kurzfristige taktische Kniffe und mehr um langfristiges Selbstverständnis geht.
Die Herausforderung dabei: Deutschland steht weiterhin im Schatten von Teams, die in jüngsten Turnieren den Ton angegeben haben. Dennoch gilt der DFB-Auswahl die Rolle als eine der Topnationen im Frauenfußball.
Ambitionen jenseits des Quali-Starts
Neben dem unmittelbaren Ziel, die direkte WM-Qualifikation zu sichern, schielen die DFB-Frauen auf höhere sportliche Ambitionen. Die Erfahrung aus dem Halbfinale der Europameisterschaft 2025 und dem Nations-League-Finale hat gezeigt, dass das Team konkurrenzfähig ist – allerdings noch nicht ganz auf Augenhöhe mit den absoluten Spitzenreitern.
Sportdirektorin Nia Künzer bringt es auf den Punkt: Die Mannschaft wolle nicht nur nach Brasilien, sondern sich dort auch mit Blick auf einen Titel bewerben.
Ausblick: Qualifikation als Weg, nicht Ziel
Die nächsten Wochen und Monate werden für die DFB-Frauen entscheidend sein. In den Duellen gegen Slowenien, Norwegen und Österreich entscheidet sich nicht nur der Platz im WM-Endturnier, sondern auch, wie sich Wücks Mannschaft als Einheit präsentiert. Mit Blick auf Brasilien 2027 lautet die Botschaft klar: Entwicklung, Identität und Zielstrebigkeit stehen im Fokus.
Ob dieses Konstrukt am Ende den erhofften Erfolg bringt, wird sich schon beim Auftaktspiel zeigen – und spätestens dann, wenn Deutschland seine Spuren auf dem Weg zur Mission WM setzt.