
Andrea Petkovic war über viele Jahre hinweg das Gesicht des deutschen Damentennis. Die in Darmstadt geborene Spielerin mit serbischen Wurzeln kämpfte sich mit harter Arbeit, Charisma und einer unverwechselbaren Persönlichkeit bis in die Weltspitze vor. Ihren größten sportlichen Erfolg feierte sie 2011, als sie bis auf Platz 9 der Weltrangliste kletterte und damit in die Top Ten einzog – ein Meilenstein für das deutsche Tennis nach der großen Ära von Steffi Graf.
Auch bei Grand-Slam-Turnieren machte sich Petkovic einen Namen. Mehrfach erreichte sie das Viertelfinale, unter anderem bei den Australian Open, den French Open und den US Open. Ihre offensive Spielweise, gepaart mit mentaler Stärke, machte sie zu einer unangenehmen Gegnerin auf allen Belägen. Gleichzeitig begeisterte sie die Fans mit ihrer authentischen Art – sei es durch ihren legendären „Petko-Dance“ nach Siegen oder durch ihre reflektierten Interviews.
Vom Tennisplatz ins Mediengeschäft
Nach ihrem Karriereende im Jahr 2022 gelang Andrea Petkovic ein bemerkenswert nahtloser Übergang in die Medienwelt. Anders als viele ehemalige Profis, die sich komplett aus der Öffentlichkeit zurückziehen, hat sie sich ein zweites Standbein aufgebaut – und das mit großem Erfolg.
Heute ist Petkovic regelmäßig als Expertin und Moderatorin im Fernsehen zu sehen. Besonders präsent ist sie beim ZDF, wo sie bei großen Tennisturnieren als kompetente Analystin auftritt. Mit ihrer Mischung aus Fachwissen, Sprachgewandtheit und Humor hebt sie sich deutlich von klassischen TV-Experten ab. Sie erklärt das Spiel verständlich, ohne dabei an Tiefe zu verlieren – ein Spagat, der nur wenigen gelingt.
Mittendrin statt nur dabei: Die Australian Open
Ein besonderes Highlight ihrer neuen Karriere sind ihre Einsätze bei internationalen Top-Turnieren. So ist Petkovic regelmäßig bei den Australian Open vor Ort und führt dort Interviews direkt auf dem Platz nach den Matches. Diese Rolle erfordert nicht nur Fachkenntnis, sondern auch Fingerspitzengefühl – schließlich müssen Spielerinnen und Spieler unmittelbar nach emotionalen Partien befragt werden.
Petkovic meistert diese Aufgabe souverän. Ihre Erfahrung als ehemalige Topspielerin hilft ihr, die richtigen Fragen zu stellen und gleichzeitig eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. Viele Profis begegnen ihr auf Augenhöhe, was den Interviews eine besondere Authentizität verleiht.
Ausflug in die Unterhaltung: „Wer stiehlt mir die Show?“
Doch Petkovic beschränkt sich längst nicht nur auf den Sport. In den vergangenen Jahren hat sie auch im Unterhaltungsfernsehen auf sich aufmerksam gemacht. Ein prominentes Beispiel ist ihre Teilnahme am erfolgreichen ProSieben-Format „Wer stiehlt mir die Show?“, moderiert von Joko Winterscheidt.
Dort zeigte sie eine ganz andere Seite von sich: schlagfertig, humorvoll und überraschend vielseitig. Ihr Auftritt unterstrich, dass sie weit mehr ist als nur eine ehemalige Sportlerin. Sie ist eine Persönlichkeit, die sich auch abseits des Tennisplatzes behaupten kann – und dabei ein breites Publikum anspricht.
Leben abseits des Rampenlichts
Privat lebt Andrea Petkovic heute deutlich ruhiger als zu Zeiten ihrer aktiven Karriere. Zwar steht sie weiterhin in der Öffentlichkeit, doch der permanente Reise- und Wettkampfstress gehört der Vergangenheit an. Stattdessen nutzt sie die gewonnene Zeit für persönliche Projekte, darunter auch das Schreiben. Bereits während ihrer aktiven Laufbahn machte sie mit Kolumnen und literarischen Texten auf sich aufmerksam.
Über ihr Privatleben hält sich Petkovic weitgehend bedeckt. Bekannt ist, dass Familie und enge Freunde für sie eine wichtige Rolle spielen. Zudem engagiert sie sich immer wieder für gesellschaftliche Themen und nutzt ihre Plattform, um auf Missstände aufmerksam zu machen.
Petkovic bleibt präsent
Andrea Petkovic hat den Übergang vom Profisport in ein neues Leben eindrucksvoll gemeistert. Vom Tennisstar zur gefragten TV-Expertin und Entertainerin – ihr Weg nach der Karriere ist alles andere als gewöhnlich. 2026 ist sie eine feste Größe in der deutschen Medienlandschaft, ohne dabei ihre Wurzeln im Sport zu vergessen.
Oder anders gesagt: Petkovic hat den Court verlassen, aber die große Bühne längst nicht.

