Marokko steht im Finale der Afrikanischen Nationenmeisterschaft 2026. In einem emotionalen Halbfinale setzten sich die Atlas-Löwen gegen Nigeria Nationalmannschaft nach 120 torlosen Minuten mit 4:2 im Elfmeterschießen durch. Der große Held des Abends: Yassine Bounou, der mit zwei gehaltenen Strafstößen zum entscheidenden Faktor wurde.
Taktischer Schlagabtausch ohne Tore
Von Beginn an entwickelte sich ein intensives, aber defensiv geprägtes Duell. Marokko kontrollierte weite Strecken das Spiel, fand jedoch kaum Lücken in der kompakten nigerianischen Defensive. Auch Nigeria setzte Nadelstiche, vor allem über Victor Osimhen, blieb vor dem Tor jedoch erstaunlich ineffektiv.
Auffällig: Offensivstars wie Brahim Díaz blieben ungewohnt blass, was die Partie zusätzlich in Richtung Geduldsspiel verschob. Nach 90 Minuten und einer zermürbenden Verlängerung stand fest – die Entscheidung musste vom Punkt fallen.
Bounou wird zum Albtraum Nigerias
Im Elfmeterschießen wuchs Marokkos Schlussmann über sich hinaus. Bounou parierte gleich zwei Versuche der Super Eagles und brachte das Stadion endgültig zum Beben. Während die marokkanischen Schützen eiskalt blieben, brach Nigerias Widerstand unter dem psychologischen Druck zusammen.
Mit dem letzten verwandelten Elfmeter entlud sich die Spannung – Marokko war im Finale.
Casablanca explodiert vor Freude
Besonders emotional wurde es abseits des Rasens. In Casablanca verfolgten tausende Fans das Halbfinale in Fan-Zonen rund um Ain Diab. Nach dem entscheidenden Elfmeter verwandelte sich die Corniche in ein rot-grünes Fahnenmeer. Autokorsos, Gesänge und pure Euphorie bestimmten die Nacht – ein kollektiver Fußballmoment, der weit über das Stadion hinausging.
Das große Ziel rückt näher
Nun wartet im Endspiel niemand Geringeres als der Titelverteidiger Senegal Nationalmannschaft. Das Finale steigt am Sonntag im Prince Moulay Abdellah Stadium – und ist für Marokko weit mehr als nur ein weiteres Spiel.
Unter Nationaltrainer Walid Regragui träumt das Land vom zweiten AFCON-Triumph der Geschichte. Der einzige Titel liegt fast 50 Jahre zurück, der Hunger ist größer denn je.
Nach dieser Nacht glauben viele: Dieses Marokko ist bereit, Geschichte zu schreiben.