Nach dem torlosen Spitzenspiel zwischen Arsenal FC und Liverpool FC in der 21. Runde der Premier League stand weniger das Ergebnis als vielmehr eine strittige Szene im Fokus. Arsenal-Coach Mikel Arteta nahm nach Abpfiff ausführlich Stellung – sowohl zur Leistung seiner Mannschaft als auch zum diskutierten Zweikampf von Gabriel Martinelli mit Liverpools Conor Bradley.
Zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten
Aus Sicht Artetas spiegelte das 0:0 einen Spielverlauf wider, in dem Kleinigkeiten den Ausschlag hätten geben können. „Wir wissen, dass in solchen Partien die kleinen Details entscheidend sind“, erklärte der Spanier. Besonders die erste Halbzeit habe Arsenal klar dominiert, jedoch ohne die letzte Durchschlagskraft im Offensivdrittel.
„Wir hatten viel Kontrolle, aber uns fehlte der entscheidende Pass, um wirklich gefährlich zu werden“, so Arteta. Nach dem Seitenwechsel kippte das Bild etwas: „In der zweiten Hälfte haben wir zu viele einfache Ballverluste produziert. Das hat Liverpool Räume für schnelle Umschaltmomente gegeben.“
Defensiv stabil – doch der Lucky Punch fehlte
Trotz der offenen zweiten Halbzeit sah Arteta seine Defensive insgesamt stabil. „Abgesehen von einem eigenen Fehler gab es keinen wirklich gefährlichen Abschluss auf unser Tor“, betonte er. Für den Arsenal-Coach war klar: Nur ein Moment individueller Brillanz hätte diese Partie entscheiden können.
Ein Vergleich mit dem Hinspiel in Anfield lag nahe. „Dort war es Szoboszlai, der mit einer genialen Aktion den Unterschied gemacht hat. Heute fehlte genau dieser Moment.“ Umso wichtiger sei es gewesen, zumindest nicht zu verlieren: „Wenn du nicht gewinnen kannst, darfst du dieses Spiel nicht herschenken.“
Lob für Liverpool – und Klarstellung zur Martinelli-Szene
Gleichzeitig zollte Arteta dem Gegner Respekt. Liverpool habe defensiv sehr diszipliniert agiert, vor allem in der ersten Halbzeit. „Sie waren geduldig, gut organisiert und haben genau gewusst, wann sie Druck ausüben müssen. Wir haben gegen großartige Spieler gespielt – sie sind die amtierenden englischen Meister.“
Besonders emotional wurde es bei der Szene rund um Martinelli und Bradley. Arteta stellte klar, dass seinem Offensivspieler keinerlei Absicht zu unterstellen sei. „Gabi hat vermutlich nicht erkannt, dass Bradley verletzt war“, erklärte der Coach gegenüber NBC Sports. „Ich kenne seinen Charakter sehr gut – er würde niemals absichtlich jemandem schaden.“
Punkt mit Signalwirkung im Titelrennen
Auch wenn Arsenal den Heimsieg verpasste, wertete Arteta das Remis als wichtigen Baustein in einer langen Saison. Gegen einen direkten Konkurrenten keine Niederlage zu kassieren, sei im Meisterschaftsrennen von enormer Bedeutung.
Unterm Strich bleibt ein intensives Topspiel ohne Tore – aber mit reichlich Diskussionsstoff. Und mit einem klaren Signal des Trainers, der seine Spieler öffentlich schützt und zugleich die sportliche Leistung nüchtern einordnet.

