
Alexander Zverev (28) hat im Halbfinale der Australian Open gegen Carlos Alcaraz (22) eine epische, aber bittere Niederlage erlitten. Nach 5:27 Stunden Kampf unterlag der Hamburger mit 4:6, 6:7, 7:6, 7:6, 5:7 – eine Partie, die Tennisfans noch lange in Erinnerung bleiben wird. Mit dem Ausscheiden rutscht Zverev in der Weltrangliste auf Platz vier ab, während Novak Djokovic (38) an ihm vorbeizieht.
Zverev startete holprig in das Match. Während er im Turnier zuvor mit starkem Aufschlag glänzte, fand er gegen den Spanier nur 64 Prozent seiner ersten Aufschläge. Ein frühes Break reichte Alcaraz, um den ersten Satz 6:4 zu gewinnen.
Auch im zweiten Satz lief es zunächst nicht rund, doch Zverev fand gegen Ende des Durchgangs seinen Rhythmus, holte ein Break zum 4:2 und servierte beim 5:3 sogar auf den Satzgewinn. Doch Alcaraz konterte, und der zweite Satz ging nach einem packenden Tiebreak an den Weltranglistenersten.
Kontroverser Medical Timeout: Zverev außer sich
Der eigentliche Knackpunkt des Matches ereignete sich im dritten Satz. Alcaraz klagte über Krämpfe und eine Übelkeit: „Ich habe mich übergeben und weiß nicht, ob ich etwas nehmen soll“, soll er laut eigener Aussage gesagt haben. Daraufhin erhielt er eine medizinische Auszeit – offiziell zur Behandlung seiner Krämpfe.
Zverev zeigte sich darüber sichtlich verärgert: „Es ist unglaublich, dass ihm erlaubt wird, sich wegen Krämpfen behandeln zu lassen. Das ist unfair.“ Viele Experten teilten seine Meinung, dass Alcaraz diese Behandlung einen klaren Vorteil verschaffte. Trotz des angeschlagenen Gegners musste Zverev hart kämpfen, konnte aber den Tiebreak gewinnen und ins Spiel zurückfinden.
Stark im Tiebreak: Zverev kämpft sich zurück
Die Partie entwickelte sich danach zu einem wahren Tennis-Krimi. Die beiden Athleten lieferten sich spektakuläre Ballwechsel, die Zuschauer in der Rod-Laver-Arena tobten. Zverev glich im vierten Satz nach einem weiteren Tiebreak aus und bewies einmal mehr seine Nervenstärke.
Doch das fünfte Set sollte die Entscheidung bringen. Früh gelang Zverev ein Break, und beim Stand von 5:4 servierte er zum Matchgewinn. Doch die Erfahrung und Abgeklärtheit von Alcaraz machten den Unterschied. Der Spanier nutzte die Chance, drehte die Partie und verwandelte seinen ersten Matchball zum 7:5.
Zverevs Ausblick: In dieser Form kann er ein Grand Slam gewinnen
Trotz der Niederlage zeigte Zverev einmal mehr, warum er zu den Topspielern der Welt gehört. „Es war ein unglaubliches Match, ich habe alles gegeben. Nächstes Mal werde ich zurückschlagen“, äußerte sich der Hamburger nach dem Spiel. Für ihn bleibt die Hoffnung auf den ersten Grand-Slam-Titel bestehen – in Paris bei den French Open wird er seinen 41. Versuch starten.
Die Partie zwischen Zverev und Alcaraz bleibt ein Paradebeispiel für hochklassiges Tennis, aber auch für die umstrittenen Regeln rund um medizinische Auszeiten. Während Alcaraz nach seinem Triumph erleichtert war, bleibt Zverevs Ärger über den angeblich unfairen Vorteil unvergessen.