
Schlechte Nachrichten für den BVB! Am Mittwochabend wird das Champions-League-Rückspiel zwischen Borussia Dortmund und Atalanta Bergamo im Stadio di Bergamo eine ungewöhnliche Stille im Gästeblock erleben. Die organisierten Ultras des BVB haben entschieden, dem Spiel fernzubleiben und ihren Verein nicht zu unterstützen – ein deutliches und seltenes Signal an Klub, Behörden und Fußball-Europa gleichermaßen.
Der Ursprung dieser Entscheidung liegt in einer eskalierenden Auseinandersetzung rund um die Reisebedingungen und Sicherheitskontrollen für die BVB-Fans. Nachdem bereits in den vergangenen Tagen scharfe Auflagen der italienischen Behörden und der Polizei für Unmut sorgten, beschreibt die aktive Fanszene die jüngsten Maßnahmen als „Novum“ in fast 16 Jahren ununterbrochener Europapokal-Präsenz.
Sind die polizeilichen Maßnahmen noch verhältnismäßig?
Zahlreiche Anhänger berichteten, dass sie an deutschen Flughäfen an der Ausreise nach Italien gehindert worden seien, teils ohne klar nachvollziehbare Begründung.
Nach Angaben der Südtribüne Dortmund wurde aus dem Beginn einer Fußballreise für manche Fans ein regelrechter Spießrutenlauf: intensive Kontrollen beim Check-in, an Bord des Flugzeugs, bei Grenzübertritten sowie in Italien auch in den Unterkünften durch die Polizei.
BVB-Ultras „schweren Herzens“ nicht nach Bergamo
Diese Maßnahmen lösten in der Szene eine Welle der Entrüstung aus. Anhänger fühlen sich pauschal kriminalisiert und bestraft, ohne dass konkrete Vorfälle oder Vergehen vorliegen.
Die Repressionen werden als überzogen wahrgenommen, und viele Fans sehen ihre Grundrechte als Fußballreisende verletzt. In sozialen Medien wird darüber hinaus darüber spekuliert, dass die Maßnahmen politisch überhöht ausgelegt worden seien – ein Thema, das über das reine Fußballgeschäft hinausweist.
Dass diese Entwicklung nun zu einem Boykott führt, zeigt die Entschlossenheit der aktiven Fangruppen. In einer offiziellen Erklärung heißt es, die Entscheidung sei „schweren Herzens“ getroffen worden, aber unvermeidlich angesichts der jüngsten Erfahrungen und der fehlenden Perspektive auf eine faire Behandlung.
Dortmunder Führung steht auf der Seite der Fans
Für den sportlichen Teil darf dieser Boykott durchaus als bedeutend gelten: Die Ultras im BVB-Block, sonst Motor der Dortmunder Auswärtsatmosphäre, werden still bleiben – keine Trommeln, keine Choreografien, keine Fangesänge. Für viele Beobachter ist dies ein einmaliges Symbol der Frustration, das den Klub in einer entscheidenden Phase der Saison zusätzlich belastet.
Auch der Verein selbst hat die Entwicklungen mit Kritik begleitet. Dortmund zeigte sich überrascht über das Ausmaß der polizeilichen Maßnahmen und bemühte sich um rechtliche Klärung sowie um eine konstruktive Lösung im Austausch mit Atalanta und der UEFA.
Ob das Schweigen der Ultras in Bergamo lauter sein wird als jeder Fangesang, bleibt offen. Klar ist jedoch: Dieser Boykott ist mehr als ein bloßer Protest – er ist ein Aufschrei gegen das Gefühl, als Fußball-Fan diskriminiert und zum Politikum degradiert zu werden.