Galatasaray ist durch – aber Okan Buruk klang nach dem wilden Champions-League-Abend in Turin alles andere als zufrieden. Trotz 3:2-Niederlage bei Juventus zog der türkische Meister dank des 5:2 aus dem Hinspiel ins Achtelfinale ein. Und genau dieser Kontrast machte Buruks Aussagen so bemerkenswert: Er sprach nicht von „glücklichem Weiterkommen“, sondern von einem Spiel, das seine Mannschaft selbst unnötig schwierig gemacht habe.
Ein Rückspiel, das völlig aus dem Ruder lief
Juventus musste ein 2:5 aufholen und spielte lange genau so: mit Risiko, Tempo und maximalem Druck. Die Italiener erzielten drei Treffer in der regulären Spielzeit und brachten das Duell tatsächlich wieder in Reichweite. Brisant: Juve spielte nach einer Roten Karte für Lloyd Kelly trotzdem weiter mutig – und Galatasaray bekam die Partie lange nicht kontrolliert.
Für Buruk war das der zentrale Punkt des Abends: Die Zahlenlage sprach für Galatasaray – das Spielgefühl nicht.
„11 gegen 10 – und trotzdem wirkte es anders“
Der Satz, der hängen bleibt, ist Buruks ehrliche Einschätzung: „Es fühlte sich an, als spielten wir mit zehn Mann.“ Gemeint war die Phase, in der Juventus in Unterzahl agierte, Galatasaray aber trotzdem nicht die erwartete Ruhe, Ordnung und Ballkontrolle auf den Platz bekam.
Buruk monierte vor allem:
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fehlende Positionierung in entscheidenden Momenten
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mangelnde Ballkontrolle und Sicherheit
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zu wenig Tempo im eigenen Spielaufbau
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zu viele Situationen, in denen Juventus „Luft bekam“
Gerade bei einem Vorsprung wie 5:2 ist das der Albtraum jedes Trainers: Du hast rechnerisch ein Polster – aber spielst es nicht sauber runter.
Rettung in der Verlängerung: Osimhen und Yılmaz machen den Deckel drauf
Als Juventus in der Verlängerung sichtbar Kraft verlor, konnte Galatasaray endlich das nutzen, was vorher fehlte: klare Aktionen, mehr Präsenz in den Räumen, bessere Entscheidungen. Victor Osimhen und Barış Alper Yılmaz trafen in der Extra-Time und stabilisierten den Vorsprung so weit, dass der Aufstieg am Ende nicht mehr kippte.
Unterm Strich steht ein Gesamtresultat, das sich liest wie ein Pokal-Thriller: 7:5 nach zwei Spielen – und ein Galatasaray, das weiter ist, obwohl das Rückspiel über weite Strecken nach „Komplettverlust der Kontrolle“ aussah.
Sportwetten24 Einordnung: Was dieser Abend für die nächsten Märkte bedeutet
Für Wettmärkte sind solche Spiele doppelt spannend: Einerseits zeigt Galatasaray, dass die Offensive auch unter Druck liefern kann. Andererseits ist die defensiv-taktische Stabilität ein Thema, das in der nächsten Runde brutal bestraft werden kann – gerade gegen Gegner, die Fehler nicht nur erzwingen, sondern eiskalt verwerten.
Buruks klare Ansage nach Abpfiff klingt deshalb wie ein Warnsignal an die eigene Mannschaft: Weiterkommen reicht nicht – die Leistung muss besser werden.
Was Buruk jetzt ändern muss
Wenn Galatasaray im Achtelfinale nicht nur „dabei“ sein will, sind die Baustellen offensichtlich:
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mehr Ruhe im Aufbau, weniger Hektik nach Ballgewinnen
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bessere Raumaufteilung, besonders gegen aggressive Zentrums-Überladungen
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klarere Match-Control, wenn der Gegner in Unterzahl ist
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ein Plan B, wenn die erste Struktur bricht
Denn dieses Rückspiel war zwar ein Erfolg auf dem Papier – aber Buruk hat es selbst gesagt: So ein Spiel darfst du dir mit 5:2 Vorsprung eigentlich nicht mehr bauen.
Quellen
- Reuters (Spielbericht: Juventus 3–2 Galatasaray, 7–5 gesamt, rote Karte, Extra-Time-Tore)
- ESPN Match Report (Zusammenfassung, Verlauf, Extra-Time)