Das waren die US Open 2020: Thiem-Triumph, Djokovic-Skandal & Geisterspiele – Der große Rückblick

Armin Schwarz | am: 11.01.26

Es war das wohl seltsamste Grand-Slam-Turnier der modernen Tennis-Geschichte. Die US Open 2020 werden als das „Corona-Major“ in die Annalen eingehen. Keine Zuschauer, eine „Bubble“ in New York, die Disqualifikation des Top-Favoriten und ein rein deutschsprachiges Finale, das an Dramatik nicht zu überbieten war. Wir blicken zurück auf zwei Wochen, die die Tennis-Welt (und den Wettmarkt) auf den Kopf stellten.

Kategorie Ergebnis / Fakt
Sieger Herren Dominic Thiem (AUT)
Finalist Herren Alexander Zverev (GER)
Siegerin Damen Naomi Osaka (JPN)
Der Aufreger Disqualifikation von Novak Djokovic im Achtelfinale
Besonderheit Erstes Grand Slam ohne Zuschauer („Geister-Turnier“)
Wett-Lehre Live-Wetten sind Gold wert: Zverev führte im Finale schon 2:0 Sätze, bevor die Quoten kippten.

Das Herren-Finale: Thiems historisches Comeback gegen Zverev

Für Tennis-Fans aus Deutschland und Österreich war der 13. September 2020 ein Feiertag – und ein Nervenkrieg. Erstmals standen sich mit Dominic Thiem und Alexander Zverev zwei deutschsprachige Spieler in einem US-Open-Finale gegenüber.

Der Spielverlauf (Wett-Wahnsinn)

  • Der Start: Alexander Zverev spielte das Tennis seines Lebens. Er führte schnell mit 2:0 Sätzen (6:2, 6:4) und einem Break im dritten Satz.
    • Wett-Analyse: Zu diesem Zeitpunkt war die Live-Quote auf Zverev bei ca. 1.05. Viele Buchmacher sahen das Match als „entschieden“ an.
  • Die Wende: Zverev bekam den „Yips“ (Nervenflattern) beim Aufschlag. Thiem kämpfte sich, geplagt von Krämpfen, zurück.
  • Das Ende: Das Match wurde erst im Tiebreak des 5. Satzes entschieden. Thiem gewann mit 2:6, 4:6, 6:4, 6:3, 7:6 (6). Es war das erste Mal in der Open Era, dass ein Spieler im US-Open-Finale einen 0:2-Satzrückstand drehte.

Fazit für Wetter: Dieses Match ist das Paradebeispiel dafür, warum man im Tennis niemals zu früh „auscashen“ sollte. Das Momentum kann in 5-Satz-Matches extrem drehen.

Der Skandal: Novak Djokovics Disqualifikation

Das Turnier wurde im Achtelfinale von einem einzigen Moment überschattet, der die Quoten auf den Turniersieger komplett durcheinanderwirbelte.

Novak Djokovic, der ungeschlagene Top-Favorit (Quote vor Turnier: ca. 1.80), spielte gegen Pablo Carreño Busta. Aus Frust über ein verlorenes Aufschlagspiel schlug der Serbe einen Ball blind nach hinten weg – und traf eine Linienrichterin unglücklich am Hals.

  • Die Folge: Sofortige Disqualifikation.
  • Die Auswirkung auf den Wettmarkt: Mit einem Schlag war der Weg frei für einen neuen Grand-Slam-Sieger. Die Quoten für Thiem, Zverev und Medvedev stürzten von „Außenseiter“ auf „Favorit“. Wer vor dem Turnier auf Thiem gesetzt hatte (Quote ca. 6.00), hatte plötzlich den Top-Favoriten im Rennen, ohne dass dieser spielen musste.

Die Damen: Naomi Osakas zweiter Streich

Bei den Damen war das Turnier politisch aufgeladen. Naomi Osaka nutzte jeden Auftritt, um mit Gesichtsmasken auf Opfer von Polizeigewalt aufmerksam zu machen. Sportlich war sie jedoch unantastbar.

Im Finale traf sie auf Victoria Azarenka, die zuvor überraschend Serena Williams ausgeschaltet hatte.

  • Das Finale: Auch hier gab es ein Comeback. Azarenka gewann den ersten Satz 6:1. Osaka drehte auf und gewann am Ende 1:6, 6:3, 6:3.
  • Wett-Fakt: Osaka war vor dem Turnier Favoritin (neben Serena). Ihr Sieg bestätigte die Regel, dass bei den Damen auf Hardcourt oft die „Power-Hitter“ dominieren.

Die Rahmenbedingungen: Das „Bubble“-Turnier

Warum waren die US Open 2020 so schwer zu tippen?

  1. Fehlende Stars: Roger Federer (verletzt) und Rafael Nadal (Corona-Sorgen) sagten ab. Auch die Weltranglistenerste Ashleigh Barty fehlte. Das Feld war ausgedünnt.
  2. Keine Zuschauer: Der „Arthur Ashe Court“, das größte Tennis-Stadion der Welt, war leer.
    • Analyse: Manche Spieler (wie Zverev) profitierten von der Ruhe. Andere, die die Energie der Fans brauchen (wie oft Monfils oder Kyrgios), wirkten lustlos. Für Wetter war es entscheidend zu wissen: Wer ist ein „Trainingsweltmeister“? Diese Spieler performten in der Stille am besten.

Was bleibt von 2020? Lehren für deine Tennis-Wetten

Der Rückblick auf 2020 lehrt uns drei Dinge für zukünftige Grand Slams:

  1. Favoritenstürze passieren: Selbst eine „Bank“ wie Djokovic ist nicht sicher vor Disqualifikationen oder Verletzungen. Setze nie die gesamte Bankroll auf eine 1.20-Quote.
  2. Comeback-Qualitäten: Im Best-of-5-Modus (Herren) ist ein 0:2-Satzrückstand nicht das Ende. Die Live-Quoten auf den zurückliegenden Favoriten (in dem Fall Thiem ab Satz 3) bieten oft massiven Value (Value Betting).
  3. Die „Big 3“ Ära bröckelte: 2020 war der Beweis, dass die „Next Gen“ (Thiem, Zverev, Medvedev) bereit war, Titel zu holen, wenn die Großen schwächeln.

(Datenquelle: US Open Archiv / ATP & WTA Statistiken 2020)

Armin Schwarz Armin Schwarz Sportwetten-Experte & Chef-Analyst Seit 2012 in der Branche aktiv. Armin ist Spezialist für Quoten-Analyse und Wett-Strategien abseits des Mainstreams. Bei Sportwetten24 prüft er Anbieter auf Herz und Nieren und liefert datenbasierte Prognosen, die tiefer gehen als die bloße Tabelle. Fokus: Value-Bets, Live-Wetten, Anbieter-Checks. mehr lesen