
Nach dem historischen Erfolg der US-Eishockey-Frauen bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Milan-Cortina – sie gewannen sensationell Gold gegen Kanada – geriet das Team in eine politische Kontroverse, die weit über den Sport hinausreicht. Der Auslöser: ein Kommentar von Präsident Donald Trump während eines Glückwunsch-Telefonats mit dem männlichen US-Hockeyteam, der bei vielen als geschmacklos wahrgenommen wurde.
Trump gratulierte den Männern zu ihrem eigenen Gold-Triumph und sagte im Locker-Room-Call: „Ich muss Ihnen sagen, wir müssen die Frauenmannschaft mitbringen … ich glaube, ich würde wahrscheinlich ein Amtsenthebungsverfahren riskieren, wenn die Frauenmannschaft nicht eingeladen würde.“ Einige Spieler lachten anschließend im Video, das viral ging.
„Ein geschmackloser Witz“ – Die klare Antwort der Kapitänin
Die Kapitänin des US-Frauen-Teams, Hilary Knight, reagierte eindringlich auf die Äußerungen und den entstandenen Wirbel. In einem Interview mit ESPN kritisierte sie Trumps Kommentar als „geschmacklosen Witz“, der den eigentlichen Erfolg ihres Teams in den Hintergrund dränge.
Sie betonte, dass die Leistungen der Frauen nicht durch politische Sprüche relativiert werden sollten und dass dieser Vorfall ein Lernmoment sei, „wie wir über Frauen sprechen, nicht nur im Sport, sondern auch in der gesamten Gesellschaft“.
Knight, eine der erfolgreichsten Eishockeyspielerinnen der USA mit mehreren Olympiamedaillen, erklärte weiter, dass das Team sich darauf konzentriere, die außergewöhnlichen Leistungen der Spielerinnen zu feiern – und nicht unnötig auf politische Kommentare zu reagieren.
Teamgeist trotz Kontroverse
Trotz der Medienaufmerksamkeit um Trumps Kommentar und das folgende Gelächter im Lockeroom betonten Vertreter beider Teams, dass zwischen den Männern und Frauen im US-Hockey großer Respekt herrscht. Der Torhüter des Männer-Teams, Jeremy Swayman, sagte, man hätte anders auf den Witz reagieren sollen und versicherte, der Respekt vor dem Frauen-Team sei uneingeschränkt.
Auch andere männliche Spieler und Vertreter äußerten in den Tagen nach der Kontroverse, dass sie stolz auf ihre Kolleginnen sind und deren Erfolge nicht schmälern wollten. Dieses gemeinsame Bekenntnis zum Teamgeist und zur gegenseitigen Unterstützung sollte laut Aussagen die wahren Werte des Sports widerspiegeln.
Trumps Einladung ausgeschlagen – und was das bedeutet
Die US-Frauenmannschaft lehnte die Einladung zum State of the Union Address im US-Kongress ab. Offiziell wurde als Grund genannt, dass akademische und berufliche Verpflichtungen unmittelbar nach den Olympischen Spielen Vorrang hätten.
Dennoch interpretieren Beobachter den Schritt auch als symbolische Reaktion auf die politische Debatte und als Selbstbehauptung gegen die Einordnung in einen politischen Kontext.
Ein Moment für den Sport – und eine breitere Debatte
Was als sportlicher Triumph begann, entwickelte sich zu einer heiklen kulturellen Diskussion über die Wahrnehmung von Frauen im Sport. Knight und ihre Mitspielerinnen setzten ein Statement für Gleichwertigkeit abseits von politischen Kommentaren und lenkten den Fokus zurück auf ihre Leistungen: eine dritte olympische Goldmedaille in der Geschichte des US-Frauen-Eishockeys – und den gleichzeitigen Erfolg beider Nationalmannschaften bei den Spielen.
Im Endeffekt zeigt der Vorfall, wie eng Sport und Gesellschaft miteinander verbunden sind – und dass der Kampf um Anerkennung und Respekt für Sportlerinnen weit über das Eis hinausgeht.