
Rémy Vercoutre erlebt in Dubai derzeit einen Ausnahmezustand, den er so aus seiner Spielerkarriere nicht kannte. Der frühere Keeper von Olympique Lyon und SM Caen arbeitet inzwischen als Torwarttrainer beim Klub Al Wasl – und berichtet, wie sich der Alltag verändert, seit die Region von iranischen Angriffen und Abwehrmaßnahmen geprägt ist.
Tiefgarage statt Wohnzimmer: Schutz vor Splittern und Druckwellen
Vercoutre macht keinen Hehl daraus, dass sich „Sicherheit“ in diesen Tagen anders anfühlt. Sobald er die Möglichkeit hat, zieht er sich in den unterirdischen Bereich seines Gebäudes zurück – am liebsten mehrere Etagen nach unten. Der Grund ist simpel: In modernen Wohnungen dominiert Glas, und genau das wird bei Erschütterungen oder Explosionen zum Risiko. Der ehemalige Profi nimmt lieber den unbequemen Keller in Kauf, als in den oberen Stockwerken von Druckwellen oder Splittern überrascht zu werden.
Zwischen Normalität und Anspannung: Wachsamkeit gehört plötzlich dazu
Trotzdem beschreibt Vercoutre die Lage nicht als klassisches Kriegsgebiet, sondern als eine Situation, in der man dauerhaft auf Signale achten muss. Die Luftabwehr der Vereinigten Arabischen Emirate sei sichtbar aktiv, immer wieder komme es zu Abfängen – begleitet von Geräuschen, die man so in einem Fußballer-Alltag normalerweise nicht einplant. Für ihn bedeutet das vor allem: vorsichtig bleiben, schnell reagieren, nicht leichtsinnig werden.
Karriere-Stationen: Von Lyon über Montreal nach Al Wasl
Vercoutre ist inzwischen 45 Jahre alt und beendete seine aktive Laufbahn 2018. Danach wechselte er ins Trainerfach: erst als Torwarttrainer in Montreal, später bei Lyon. Seit Sommer 2025 ist er in den VAE tätig – und erlebt nun aus nächster Nähe, wie stark geopolitische Entwicklungen selbst in einer Metropole wie Dubai in den Alltag hineinwirken.