FC Bayern irritiert: Laimer verlangt 15 Millionen als Jahresgehalt

Simon Schneider
geprüft von Lukas Stratmann | 3 Min. Lesezeit
Konrad Laimer (vorne) erwartet von den Bayern eine deutliche Gehaltserhöhung.

Die Gespräche über eine Vertragsverlängerung zwischen Konrad Laimer und dem FC Bayern München liegen derzeit auf Eis. Grund dafür sind unterschiedliche finanzielle Vorstellungen. Wie Sportvorstand Max Eberl bestätigte, passen die Erwartungen aktuell nicht zusammen. Laut Berichten fordert Laimer ein Jahresgehalt von rund 15 Millionen Euro – eine Summe, die die Bayern momentan nicht bereit sind zu zahlen.

Dabei läuft der Vertrag des österreichischen Nationalspielers eigentlich noch bis 2027. Zeitdruck besteht also zunächst nicht. Trotzdem beschäftigen sich beide Seiten schon jetzt mit einer möglichen Verlängerung, weil Laimer mittelfristig zu den wichtigen Bausteinen im Kader zählt.

Der letzte große Vertrag

Für den Spieler selbst geht es um mehr als nur eine Anpassung des Gehalts. Laimer ist 28 Jahre alt. Sollte er seinen nächsten Vertrag unterschreiben, würde dieser vermutlich bis über sein 30. Lebensjahr hinaus laufen.

Im Profifußball ist das häufig der letzte wirklich große Vertrag einer Karriere. Aus Sicht des Spielers ist es daher nachvollziehbar, dass er versucht, möglichst gute Konditionen auszuhandeln.

Gerade Spieler, die viel über Intensität und Physis kommen – wie Laimer – wissen, dass ihre sportliche Hochphase nicht unbegrenzt dauert. Der Wunsch nach finanzieller Absicherung ist daher ein klassischer Bestandteil solcher Verhandlungen.

Vom Nagelsmann-Wunschspieler zum Bayern-Stammspieler

Dass Laimer heute überhaupt über eine solche Rolle im Münchner Kader spricht, war bei seiner Verpflichtung keineswegs selbstverständlich.

Der Österreicher kam ursprünglich als Wunschspieler von Julian Nagelsmann zum Rekordmeister. Nagelsmann bezeichnete ihn damals als „Pressingmonster“ – einen Spieler, der im zentralen Mittelfeld mit Energie und Aggressivität das Spiel prägen sollte.

Doch kurz nach dem Transfer war Nagelsmann bereits nicht mehr Trainer. Unter neuen taktischen Voraussetzungen musste sich Laimer zunächst neu beweisen.

Gerade in Phasen mit vielen verletzten Spielern wurde er schließlich zum wichtigen Baustein – nicht nur wegen seiner Laufstärke, sondern auch wegen seiner taktischen Disziplin und seiner Bereitschaft, verschiedene Rollen zu übernehmen.

Ein wichtiger Spieler im System Kompany

Unter Trainer Vincent Kompany hat Laimer inzwischen eine feste Rolle gefunden. Besonders als rechter Außenverteidiger passt sein Profil gut in das Münchner Spielsystem.

Mit seinem Offensivpartner Michael Olise bildet er auf der rechten Seite ein dynamisches Duo. Während Olise kreativ nach vorne agiert, sorgt Laimer für Absicherung, Tempo und aggressives Pressing.

Er ist vielleicht nicht der spektakulärste Spieler im Bayern-Kader – aber einer, der durch Einsatz, Flexibilität und taktische Disziplin überzeugt. Genau solche Spieler sind für eine Mannschaft oft wichtiger, als es Statistiken zeigen.

Die wirtschaftliche Abwägung

Für die Bayern-Verantwortlichen geht es deshalb um eine klassische Kosten-Nutzen-Rechnung.

Auf der einen Seite steht die Frage, ob Laimer auch mit über 30 Jahren noch die gleiche Intensität auf den Platz bringen kann. Seine Spielweise lebt stark von Laufleistung und körperlicher Robustheit – Faktoren, die mit zunehmendem Alter naturgemäß nachlassen können.

Auf der anderen Seite müsste Bayern bei einem Abgang Ersatz verpflichten. Eine Neuverpflichtung auf dieser Position würde Ablöse, Gehalt, Handgeld und Beraterkosten verursachen – ohne Garantie, dass der Spieler sportlich wirklich einschlägt.

Orientierung an den Bayern-Gehältern

Laimers Forderungen wirken im Kontext der Münchner Gehaltsstruktur nicht völlig unrealistisch. Natürlich wird er sich kaum mit Stars wie Jamal Musiala vergleichen. Doch Verträge von Spielern wie Alphonso Davies oder Serge Gnabry setzen eine gewisse Orientierung im Kader.

Aus Sicht der Spielerseite erscheint eine Forderung von rund 15 Millionen Euro daher durchaus begründbar.

Drei mögliche Szenarien

Sollte Bayern die Forderungen langfristig als zu hoch bewerten, bleiben mehrere Optionen.

Der Klub könnte versuchen, Laimer im kommenden Sommer zu verkaufen, um noch eine Ablöse zu erzielen. Alternativ könnte er seinen Vertrag einfach erfüllen und danach ablösefrei gehen – ähnlich wie aktuell Leon Goretzka es perspektivisch tun könnte. Oder beide Seiten finden doch noch einen Kompromiss.

Fest steht: Die Gespräche zwischen Konrad Laimer und dem FC Bayern sind derzeit zwar pausiert – entschieden ist die Zukunft des Österreichers in München aber noch lange nicht.

Simon Schneider - Chefredakteur & News-Experte
Simon Schneider Simon Schneider ist Chefredakteur und News-Experte bei Sportwetten24. Mit über 15 Jahren Erfahrung im Sportjournalismus verantwortet er die redaktionelle Qualität des gesamten Portals. Simons Stärke liegt in der sportartübergreifenden Analyse: Von Fußball und Esports über Tennis und MMA bis zu Wintersport und Politik-Wetten deckt er das breiteste Themenspektrum im Team ab. Intern überzeugt er regelmäßig mit einer der stabilsten Erfolgsquoten. Er hält einen B.A. in Journalistik von der Universität Leipzig und arbeitet von dort aus.
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