Handball-EM: DHB-Team vor brisantem Duell gegen Ex-Trainer

Simon Schneider | am:
Andreas Wolff und die deutsche Handball-Nationalmannschaft treffen im Halbfinale der EM auf Kroatien – mit dem ehemaligen Bundestrainer Dagur Sigurdsson

Deutschlands Handballer stehen im Halbfinale der Europameisterschaft – und der Traum von Edelmetall lebt. Nach dem intensiven 38:34-Erfolg über Frankreich zum Abschluss der Hauptrunde ist die Stimmung bestens, auch wenn die Strapazen des Turniers unübersehbar sind. Viel Zeit zum Genießen bleibt ohnehin nicht. Der enge Spielplan zwingt alle Teams im Eiltempo von Partie zu Partie.

Am Freitag kommt es jetzt zum Showdown gegen Kroatien, das vom ehemaligen Bundestrainer Dagur Sigurdsson trainiert wird. Der Isländer führte Deutschland 2026 zum Europameister-Titel.

Kräfte am Limit – Moral am Maximum

Sieben Spiele in 13 Tagen – diese Belastung hinterlässt Spuren. Nur einmal gab es mehr als zwei Tage Pause zwischen zwei Begegnungen. Entsprechend erschöpft wirkten die deutschen Spieler nach dem Kraftakt gegen Frankreich, selbst wenn die Freude überwog.

Spielmacher Juri Knorr, mit zehn Treffern erneut prägend, nahm sich selbst kritisch in die Pflicht. Er gab zu, in der Schlussphase völlig platt gewesen zu sein und scherzte, seine Auswechslung habe dem Team womöglich sogar geholfen. Typisch für den 23-Jährigen: Trotz Glanzleistung sucht er eher nach Fehlern als nach Lob. Genau diese Haltung spiegelt aber auch den Ehrgeiz wider, der diese Mannschaft derzeit antreibt.

Halbfinale am Freitag: Golla warnt vor Kroatien

Kapitän Johannes Golla blickt trotz aller Euphorie direkt nach vorn. Das Halbfinale sei zwar ein Erfolg, sagte er sinngemäß, doch das Team wolle mehr – nämlich auch den letzten Schritt ins Endspiel schaffen.

Dafür muss Kroatien bezwungen werden, angeführt von keinem Geringeren als Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson. Der Isländer hatte Deutschland 2016 sensationell zum EM-Titel geführt. Nun steht er mit dem Vize-Weltmeister auf der anderen Seite – eine emotionale und sportliche Brisanz zugleich.

Reisevorteil für Deutschland

Neben der sportlichen Qualität spielt auch die Logistik eine Rolle. Während Deutschland das gesamte Turnier über in Herning stationiert ist, mussten Kroatien und Island nach der Hauptrunde erst aus Malmö anreisen. Die Strecke ist zwar machbar, kostet aber Zeit und Kraft – besonders nach einem ohnehin dichten Spielrhythmus.

Golla zeigte Verständnis für die Zusatzbelastung der Konkurrenz. Die Gegner hätten ein extrem hartes Programm hinter sich, ließ er durchblicken, mit Spielen an aufeinanderfolgenden Tagen und anschließender Reise. Er hoffe vor allem, dass alle Akteure gesund bleiben und das Halbfinale auf höchstem Niveau entschieden werde.

Kader-Breite als deutsche Stärke

Mut macht dem DHB-Team die jüngste Bilanz gegen Kroatien. In zwei Testspielen unmittelbar vor der EM setzte sich Deutschland jeweils durch. Dennoch offenbarten diese Partien auch Schwächen – vor allem verschlafene Phasen zu Beginn der zweiten Halbzeit. Gegen einen abgezockten Gegner wie Kroatien könnten solche Minuten teuer werden.

Allerdings präsentierte sich auch der Vize-Weltmeister bislang nicht fehlerfrei. Der Halbfinaleinzug war hart erkämpft, kein Spieler stach als klarer Torjäger heraus. Genau hier liegt ein Vorteil der Deutschen: Die Verantwortung verteilt sich auf viele Schultern. Mal glänzt Knorr, mal Uscins, Grgic oder Schluroff – immer wieder übernimmt jemand anderes das Kommando.

Duell gegen den Ex-Trainer

Knorr selbst zeigte sich nach dem Frankreich-Spiel fast ungläubig über den bisherigen Weg. Vor kurzer Zeit hätte er kaum an ein Halbfinale geglaubt, nun sei man einfach nur glücklich, so weit gekommen zu sein.

Doch Zufriedenheit allein reicht nicht. Zehn Jahre nach dem letzten EM-Gold bietet sich eine große Chance. Ausgerechnet Sigurdsson könnte sie nun durchkreuzen. Deutschland will genau das verhindern – und den nächsten Schritt Richtung Finale gehen.

Simon Schneider Simon – Senior Redakteur & News-Experte Mit über 15 Jahren Erfahrung im Sportjournalismus (u.a. für das renommierte Portal Sport-Revue) bringt Simon journalistische Sorgfalt in die Welt der Sportwetten. Er weiß: Informationen sind die Währung des Erfolgs.

Während seine Wurzeln im Fußball, Esports und Wintersport liegen, hat er sein Portfolio bei Sportwetten24 erfolgreich erweitert. Simon ist unser Spezialist für das aktuelle Nachrichtengeschehen – von kurzfristigen Ausfällen im Tennis über MMA-Fights bis hin zu Politik-Wetten. In der Redaktion gilt er als der "Allrounder mit dem goldenen Händchen" und überzeugt intern regelmäßig mit einer der stabilsten Erfolgsquoten. mehr lesen