
Das ZDF setzt heute Abend auf volle Länge: Fast drei Stunden lang wird der Sender live vom entscheidenden EM-Hauptrundenspiel der deutschen Handballer gegen Frankreich berichten. Die Übertragung beginnt bereits um 17:40 Uhr – 20 Minuten vor dem Anpfiff – und endet erst um 20:15 Uhr nach ausführlichem Nachklang. Moderator Florian Zschiedrich führt durch die Sendung, unterstützt von Experte Sören Christophersen und Kommentator Martin Schneider.
Christophersen erklärt die ungewöhnlich lange Sendezeit: „Wir haben heute eine Dreiviertelstunde Nachlauf, das ist nicht alltäglich. Es gab einfach keinen passenden Programmpunkt, den man danach hätte einfügen können. Wir freuen uns darauf, aber es wird auch eine Herausforderung, die Zeit sinnvoll zu füllen.“
Spannung pur auf dem Parkett
Sportlich verspricht das Duell Hochspannung: Deutschland trifft auf den ausgebufften EM-Champion Frankreich. Ein Remis würde den deutschen Handballern bereits den Halbfinaleinzug sichern, während die Franzosen nach der Niederlage gegen Spanien unbedingt gewinnen müssen. Bundestrainer Alfred Gislason bezeichnet das Spiel als „50:50-Spiel – ein echtes Endspiel fürs Halbfinale.“
Die deutsche Mannschaft setzt auf eine kompakte Defensive und Torhüter Andreas Wolff, der bislang das Turnier dominiert hat. „Abwehr, Torwart und Rückzugsverhalten werden der Schlüssel sein. Außerdem müssen wir unsere Würfe besser platzieren als zuletzt“, betont Gislason. Die Franzosen hingegen setzen auf Tempospiel, was Teammanager Benjamin Chatton bildhaft kommentiert: „Wir müssen den französischen TGV im Bahnhof halten.“
Erinnerungen an Olympia 2024
Motivation zieht die deutsche Auswahl auch aus der Vergangenheit: Bei den Olympischen Spielen 2024 besiegte das Team Frankreich nach Verlängerung im Viertelfinale. Rückraumspieler Renars Uscins erzielte damals 14 Tore und wurde zum Helden. „Das Spiel bleibt in Erinnerung, aber diesmal wird es anders laufen – ein richtiger heißer Tanz“, sagt Uscins.
Mit voller Frische will das Team heute auflaufen: Die gegen vorherige Spiele geschonten Lukas Mertens und Lukas Zerbe kehren zurück, um die Offensive zu verstärken. „Jetzt brauchen wir alle Kräfte für Frankreich“, betont Mertens.
Französische Taktik und Stabilitätsprobleme
Die Franzosen, die in Herning auf ihr fünftes EM-Gold zielen, haben bislang ein inkonstantes Turnier gespielt: Rekordsiege gegen Ukraine und Portugal stehen Niederlagen gegen Dänemark und Spanien gegenüber. Teamplayer Dika Mem, inzwischen künftiger Berliner, nimmt die historische Niederlage bei Olympia gelassen: „Es ist passiert, das liegt hinter uns. Auch ein Sieg heute wird die Olympischen Spiele nicht wiederholen.“
Deutschland geht selbstbewusst ins Duell, zehn Jahre nach dem letzten EM-Titelgewinn. Mit starker Defensive, präzisen Würfen und Erfahrung im Rücken will das Team wieder um die Medaillen kämpfen. Für Handballfans wird das Spiel damit zu einem echten Highlight. Das Match wird ein taktisches Kräftemessen: Jede Aktion zählt, jeder Fehler kann entscheidend sein.
Die Wettanbieter haben eine klare Einschätzung: Frankreich ist laut der Wettquoten der deutliche Favorit. Aber es spricht eben auch einiges dafür, dass die deutsche Mannschaft die Partie eng halten kann. Einmal mehr darf man sich auf einen echten Handball-Krimi freuen.