
Werder Bremen steckt tief in der Krise – und plötzlich geht es nicht mehr nur um verpasste Punkte, sondern um die Zukunft auf der Trainerbank. Das 1:1 bei Borussia Mönchengladbach fühlte sich an der Weser eher wie eine Niederlage an. Zwar rettete Joker Keke Topp mit einem Treffer in der Nachspielzeit (90.+4) noch einen Zähler, doch über weite Strecken präsentierte sich Werder verunsichert, ideenlos und ohne erkennbare Durchschlagskraft. Der späte Ausgleich kaschierte nur oberflächlich, wie ernst die Lage inzwischen ist.
Wie übereinstimmende Medien schon am Samstagabend berichten, steht Trainer Horst Steffen vor dem Aus. Und wenn man den Gerüchten aus dem direkten Werder-Umfeld glauben darf, dann werden ganz konkret bereits zwei prominente Namen als mögliche Nachfolger diskutiert: Sandro Wagner und Edin Terzic.
Nach zehn sieglosen Spielen: Fritz lässt Steffens Zukunft offen
Seit mittlerweile zehn Spielen wartet Bremen auf einen Sieg. Aus einem soliden Tabellenplatz im Herbst ist ein Abstiegsangst-Szenario geworden. Der Vorsprung auf den Relegationsrang ist auf einen einzigen Punkt zusammengeschrumpft – Alarmstufe Rot an der Weser.
Nach Abpfiff vermied Clemens Fritz ein klares Bekenntnis zu Horst Steffen. Der Sport-Geschäftsführer wirkte angespannt, rang sichtbar um Worte und machte deutlich, dass die sportliche Führung nun handeln muss. Man sei „extrem enttäuscht“ und werde sich zeitnah zusammensetzen, um die Situation gründlich zu bewerten, erklärte er sinngemäß. Die Serie ohne Dreier könne man nicht einfach so stehenlassen, das müsse intern aufgearbeitet werden – und zwar kurzfristig.
Eine Job-Garantie für Steffen? Fehlanzeige. Statt Rückendeckung gab es Analyse-Ankündigungen. Zwar lobte Fritz den späten Kampfgeist nach dem Rückstand durch Haris Tabakovic (61.), doch auch er stellte klar: Ein Punkt allein wird im Abstiegskampf nicht reichen. Man brauche deutlich mehr, um sich aus dieser Lage zu befreien.
Ist Horst Steffen seinen Job schon los?
Horst Steffen selbst zeigte sich gefasst, aber realistisch. Ob er weitermachen dürfe, liege nicht in seiner Hand, ließ er durchblicken. In der aktuellen Situation zähle nur eines: Spiele gewinnen. Dass über seine Position diskutiert werde, sei bei der sportlichen Bilanz nachvollziehbar.
Trotzdem betonte der 56-Jährige, dass er weiterhin an die Wende glaube. Intern spüre er noch Vertrauen, sagte er sinngemäß, auch wenn die Gesamtlage schwierig sei.
Persönlich nehme ihn der Druck nicht aus der Bahn. Er sei überzeugt, am richtigen Ort zu sein und konzentriere sich auf seine Arbeit. Sein Plan für die nächsten Stunden klang fast demonstrativ normal: nach Hause fahren, Familie sehen, am nächsten Tag wieder zum Training erscheinen.
Ob er dann noch Cheftrainer ist, bleibt allerdings offen.
Namen kursieren bereits: Terzic und Wagner im Gespräch
Im Umfeld des Vereins werden derweil bereits mögliche Nachfolger gehandelt. Besonders zwei Namen tauchen immer wieder in Gesprächen und Berichten auf: Edin Terzic und Sandro Wagner. Offiziell bestätigt ist nichts, doch dass sich Werder intern zumindest mit Szenarien beschäftigt, gilt als wahrscheinlich.
Terzic – zuletzt beim BVB als Cheftrainer aktiv – bringt internationale Erfahrung und Führungsstärke mit. Sandro Wagner ist zuletzt zwar beim FC Augsburg gescheitert, steht aber für eine moderne, emotionale Ansprache und klare Spielidee. Und er ist zweifellos ein Motivator, der eine Mannchaft „anzünden“ kann. Beide Profile würden zu einem Klub passen, der dringend neue Energie braucht.
Noch sitzt Horst Steffen auf der Bremer Bank. Doch nach zehn sieglosen Spielen ist aus einer Ergebniskrise längst eine Trainerfrage geworden – und die Entscheidung dürfte eher Stunden als Wochen entfernt sein.