
Bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 sind es nur noch wenige Monate. Für Bundestrainer Julian Nagelsmann beginnt aber schon so langsam die heiße Phase der Kaderfindung. Neue Erkenntnisse verspricht ein Abend, der sportlich wie symbolisch aufgeladen ist: In Köln treffen Lennart Karl und Said El Mala erstmals direkt aufeinander. Zwei Ausnahmetalente, zwei Karrieren im Aufwind – aber aktuell mit klar unterschiedlichen Rollen und Leistungen.
Dass Nagelsmann den Weg nach Köln-Müngersdorf kennt, versteht sich von selbst. Dort begegnen sich am Mittwochabend zwei Spieler, die sinnbildlich für die neue Generation im deutschen Fußball stehen.
Der erst 17-jährige Lennart Karl hat sich beim FC Bayern längst in die erste Elf gespielt, während Said El Mala beim 1. FC Köln zwar glänzt, aber meist nur als Joker. Für den Bundestrainer dürfte dieser Unterschied entscheidend sein.
Lennart Karl: Stammspieler mit Konstanz
Karl ist in München nicht nur ein Talent, sondern inzwischen eine feste Größe. Acht Startelfeinsätze in den letzten neun Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Seine Reife, seine Spielintelligenz und seine Fähigkeit, auf konstant hohem Niveau abzuliefern, unterscheiden ihn derzeit klar von El Mala.
DFB-Sportdirektor Rudi Völler ließ zuletzt durchblicken, dass Karls Entwicklung auch in der Nationalmannschaft sehr genau verfolgt werde. Sinngemäß erklärte er, Nagelsmann werde die Auftritte des Bayern-Youngsters sicher aufmerksam und positiv registriert haben.
El Mala: Effektiv, aber meist nur von der Bank
El Mala bringt ohne Zweifel außergewöhnliche Qualitäten mit. Technik, Tempo und Abschlussstärke machen ihn zu einem der gefährlichsten Offensivspieler der Liga – sieben Tore und drei Vorlagen belegen das eindrucksvoll.
Dennoch bleibt er beim FC Köln zumeist nur Einwechselspieler. Trainer Lukas Kwasniok sieht in ihm vor allem einen Akteur für besondere Momente, einen, der Spiele von der Bank aus entscheiden kann. Für den Status als Stammspieler reicht es bislang jedoch nicht.
Diskussionen in Köln, Ruhe in München
Während in Köln zunehmend über El Malas Rolle diskutiert wird, ist die Lage in München bemerkenswert ruhig. Selbst ein kleiner verbaler Fehltritt Karls, als er bei einem Fantermin von Real Madrid als Traumziel sprach, sorgte nur kurz für Schlagzeilen.
Sportvorstand Max Eberl reagierte gelassen, betonte sinngemäß, dass ein 17-Jähriger Fehler machen dürfe – entscheidend sei, was auf dem Platz passiere. Und dort liefert Karl.
Ganz anders die Stimmung beim FC: Die sportliche Durststrecke und El Malas begrenzte Einsatzzeiten haben zuletzt sogar die Fans auf den Plan gerufen. Kwasniok räumte ein, dass die Kritik nicht spurlos an ihm vorbeigegangen sei, betonte aber, man habe intern Klartext gesprochen und wolle nun wieder nach vorne schauen.
Der direkte Vergleich spricht eindeutig für Karl
Wenn man die beiden Mega-Talente aktuell nebeneinanderlegt, fällt das Urteil eindeutig aus. Lennart Karl ist weiter: körperlich, taktisch, mental. Er trägt Verantwortung, ist Teil eines funktionierenden Systems und liefert Woche für Woche ab.
El Mala bleibt ein spektakulärer Unterschiedsspieler – aber eben noch kein unumstrittener Leistungsträger. Für Nagelsmann dürfte der Abend in Köln daher vor allem eines bestätigen: Deutschlands größtes Talent spielt derzeit in München.