
Borussia Dortmund steht nach dem bitteren Aus in der Champions League gegen Atalanta Bergamo am Scheideweg. Im Blickpunkt: Torhüter Gregor Kobel, dessen Fehler in Bergamo fatale Konsequenzen hatte – und dessen Reaktion auf den Bundesliga-Klassiker gegen FC Bayern München am Samstag.
Patzer in Bergamo: Verantwortung und Mannschaftsgeist
In der dramatischen Schlussphase des Achtelfinal-Rückspiels bei Atalanta Bergamo unterlief Kobel ein folgenschwerer Fehlpass weit außerhalb des Strafraums – daraus resultierte der Elfmeter, der den 1:4‑Endstand bedeutete und den BVB aus der Königsklasse warf. Kobel zeigte sich unmittelbar nach Abpfiff reumütig: „Es war mein Fehler … ich nehme das auf meine Kappe.“ Sein Statement machte deutlich, dass er die Verantwortung nicht scheut, auch wenn ihm dieser Aussetzer noch lange nachhängen dürfte.
Trotz des Patzers hielten Trainer Niko Kovac, Sportdirektor Sebastian Kehl und Kapitän Emre Can öffentliche Schuldzuweisungen bewusst zurück und betonten Kobels Bedeutung für das Team. Dieser Rückhalt innerhalb der Mannschaft ist für Kobel und den BVB enorm wichtig – gerade im Hinblick auf das Topspiel gegen den Rekordmeister.
Blick nach vorne: Konzentration auf den Klassiker
Kobel macht keinen Hehl daraus, dass die Niederlage in Bergamo wehtut – gleichzeitig fordert er von sich und seinen Mitspielern, den Fokus sofort auf das nächste Highlight zu richten. „Jetzt heißt es Mund abputzen und weitermachen“, sagte der 28‑jährige Schweizer mit Blick auf das Bundesliga‑Duell gegen Bayern. Er betonte, dass „Spiele wie das gehören zum Fußball dazu“ und dass es wichtig sei, sich auf das zu konzentrieren, was man beeinflussen kann.
Nach dem Rückflug habe die erste Trainingseinheit geholfen, „Körper und Kopf auf das wichtige Spiel am Samstag vorzubereiten“. Gerade im Topspiel erwartet Kobel, dass es auch hart zur Sache geht – „manchmal muss es auch ein bisschen weh tun“. Diese Worte zeugen von einem Mentalitätswechsel: Statt sich in Selbstmitleid zu verlieren, will der Torwart „Intensität“ und Kampfgeist als Schlüssel gegen den FCB setzen.
Mentaler und sportlicher Druck vor dem Duell mit Bayern
Der Klassiker gegen Bayern ist für Borussia Dortmund mehr als nur ein Bundesliga‑Spiel – er ist eine Chance, die Titelhoffnungen am Leben zu halten und eine Reaktion auf das bittere Aus in Europa zu zeigen. Ein Sieg könnte den Abstand zum Tabellenführer zumindest etwas verkürzen und neue Energie in die Westfalenmetropole bringen. Kobel weiß um die Schwere der Aufgabe: Die Bayern gelten als „unglaubliches Team“, doch Dortmunds kompakte Defensivarbeit und die richtige Einstellung könnten den Unterschied machen.
In einer Zeit, in der Kritik und Druck im Profifußball allgegenwärtig sind, demonstriert Kobel mit seiner offenen Art Verantwortungsbewusstsein und Kampfgeist. Ob Dortmund diesen Schwung gegen Bayern mitnimmt, wird sich am Samstag zeigen – doch die Botschaft des Torwarts ist klar: Weh tun gehört dazu, aber aufgeben kommt nicht in Frage.