
Doch auch für Leverkusen dürfte es keine Überraschung gewesen sein, dass Mourinho seine Spieler vor allem verteidigen ließ. Der AS Rom gab im gesamten Spiel nur einen einzigen Schuss ab, und der ging nicht einmal aufs Tor. Dem standen 23 Versuche von Leverkusen gegenüber, von denen sechs zwischen den Pfosten landeten. Bereits in der 12. Minute traf Moussa Diaby die Latte.
Mit zunehmender Spieldauer versuchte der AS Rom alles, um auf Zeit zu spielen. So wurde das Spiel in der Schlussphase immer wieder wegen Verletzungsbehandlungen unterbrochen. „Es ist bedauerlich, dass eine solche Spielweise mit einem Finalplatz belohnt wird“, sagte Kerem Demirbay gegenüber RTL. „Auch für den Fußball im Allgemeinen. Sie haben ihr Ziel auf eine ekelhafte Art und Weise erreicht.“
Mourinho lobt Spieler
Auch Leverkusens Regisseur Simon Rolfes verfolgte den Spielverlauf mit Sorge. „Nach jedem Schuss von uns lag einer von AS Roma am Boden. Das hätte der Schiedsrichter natürlich viel besser handhaben müssen. Es ist ein Witz, dass es nur acht Minuten Nachspielzeit gab.“
Mourinho wird die Kritik der Leverkusener mit einem Achselzucken quittieren. The Special One“ führte die AS Roma zum zweiten Mal in Folge in ein europäisches Finale. In der vergangenen Saison war die Mannschaft aus der Serie A im Finale der Conference League zu stark für Feyenoord, das diesmal im Viertelfinale der Europa League an den Römern scheiterte.
„Die Spieler waren außergewöhnlich“, lobte Mourinho nach dem Rückspiel in Leverkusen. „Ich bin super stolz auf die Jungs. Oft sagen Trainer in solchen Momenten, dass sie gerne mit einer bestimmten Gruppe arbeiten. Für mich ist es nicht nur eine Freude, sondern eine Ehre.“
Der AS Roma trifft im Finale auf Sevilla, das sich am Donnerstagabend nach Verlängerung mit Juventus Turin geeinigt hat. Die Spanier haben das zweitwichtigste Vereinsturnier in diesem Jahrhundert bereits sechsmal gewonnen. Das Finale wird am 31. Mai in Budapest ausgetragen, und der Sieger darf in der nächsten Saison an der Champions League teilnehmen.