Lou Jeanmonnot krönt sich zur Biathlon-Weltcupsiegerin – Preuß verabschiedet sich

Armin Schwarz
geprüft von René Müller | 3 Min. Lesezeit

Oslo, Holmenkollen – Der heiligste Boden des Biathlons war auch in diesem Winter Schauplatz eines historischen Moments: Lou Jeanmonnot hat die große Kristallkugel gewonnen. Die 27-jährige Französin vollendete damit, was sie im Vorjahr um Haaresbreite verpasst hatte – und löst damit eine der besten Biathletinnen der jüngeren Geschichte ab.

Ein Jahr Unterschied, eine Welt an Erfahrung

Wer die Saison 2024/25 noch in Erinnerung hat, weiß: Damals entschied sich der Gesamtweltcup-Titel im Herzschlagfinale am Holmenkollen – zugunsten von Franziska Preuß. Die Ruhpoldingerin gewann die große Kristallkugel denkbar knapp vor Jeanmonnot. Eine Niederlage, die die Französin nicht vergessen hat.

„Ich habe aus dem Kampf mit Franziska letztes Jahr viel gelernt. Ich bin sehr froh, dass es jetzt geklappt hat“, sagte Jeanmonnot im ZDF. Dieses Mal ließ sie nichts anbrennen – und sicherte sich den Titel bereits vor den letzten beiden Saisonrennen mit komfortablem Vorsprung. Im Sprint in Oslo schoss sie einmal daneben und kam als Sechste ins Ziel, 52 Sekunden hinter Siegerin Hanna Öberg. Doch das reichte längst.

Preuß sagt Lebewohl – das Ende einer Ära

Der Weltcupgewinn von Jeanmonnot ist auch deshalb so bedeutsam, weil er das Ende eines Kapitels markiert: Franziska Preuß hat ihre Karriere beendet. Die 32-Jährige trat direkt nach den Winterspielen im Februar in Antholz zurück – und hinterließ eine riesige Lücke im deutschen Biathlon-Team.

Preuß war in ihrem letzten Winter nicht mehr in der Form, die sie 2024/25 zur Titelkandidatin gemacht hatte. Doch ihre Leistungen über Jahre hinweg – und besonders dieser dramatische Gesamtsieg im Vorjahr – bleiben unvergessen. Der deutsche Biathlon verliert mit ihr eine seiner prägendsten Figuren.

Öberg siegt, Podium ohne Schießfehler

Den Tagessprints in Oslo gewann die Schwedin Hanna Öberg fehlerfrei. Auf dem Podium folgten ihre Landsfrau Elvira Öberg (Rang drei) sowie Lisa Vittozzi aus Italien (Platz zwei) – auch sie ohne Fehler am Schießstand. Ein starkes Trio, das dem deutschen Team einmal mehr vor Augen führt, wo die Lücke zwischen Weltspitze und nationalem Mittelfeld derzeit liegt.

Deutsche Bilanz: Voigt als Beste, Startplatz gesichert

Beste Deutsche im Sprint war Vanessa Voigt aus Thüringen auf Rang 16 – mit einem Schießfehler. „Da war heute schon mehr drin. Der eine Fehler am Schießstand muss nicht sein“, sagte die 27-Jährige selbstkritisch.

Dahinter blieben Julia Tannheimer (22., 2 Fehler), Janina Hettich-Walz (23., 2 Fehler) und Selina Grotian (26., 1 Fehler) weit von den Spitzenplätzen entfernt. Julia Kink (38.) und Marlene Fichtner (41.) qualifizierten sich immerhin für die Verfolgung am Samstag (13:45 Uhr, ZDF und Eurosport).

Wichtige Nachricht im Nationencup

Trotz der mauen Einzelergebnisse hat Deutschland im Nationencup das entscheidende Ziel erreicht: Platz fünf bleibt gesichert. Das bedeutet, dass auch in der Saison 2025/26 jeweils sechs deutsche Starterinnen pro Rennen antreten dürfen. Finnland lauerte auf Platz sechs und hätte bei einem anderen Ausgang des Sprints Deutschland verdrängen können – mit spürbaren Folgen für die Breite des Kaders in der kommenden Saison.

Ausblick: Verfolgung und Massenstart als Saisonabschluss

Das Weltcup-Finale in Oslo ist noch nicht vorbei. Am Samstag steht die Verfolgung auf dem Programm (13:45 Uhr, ZDF/Eurosport), am Sonntag folgt der Massenstart. Für Jeanmonnot geht es nur noch um den perfekten Abschluss einer perfekten Saison. Für das deutsche Team um Voigt & Co. darum, wenigstens mit einem versöhnlichen Ergebnis in die Sommerpause zu gehen.

Armin Schwarz - Chef-Analyst & Sportwetten-Experte |
Armin Schwarz Armin Schwarz ist Chef-Analyst und Sportwetten-Experte bei Sportwetten24. Seit 2012 in der iGaming-Branche tätig, bringt er unter anderem drei Jahre Erfahrung als Quoten-Analyst auf Buchmacher-Seite mit. Sein Schwerpunkt liegt auf mathematischer Quoten-Analyse, Value-Betting-Strategien und systematischen Anbieter-Tests. Armin hat über 50 Sportwetten-Anbieter auf Quoten-Qualität, Margenstruktur und Limit-Politik geprüft. Er hält einen B.Sc. in Mathematik von der Universität Heidelberg und arbeitet von dort aus.
Fehler gefunden?
Wir legen höchste Priorität auf aktuelle und fachlich korrekte Informationen. Trotz sorgfältiger Recherche können Fehler nie gänzlich ausgeschlossen werden. Haben Sie einen Fehler gefunden oder eine Anmerkung? Wir freuen uns über Ihren Hinweis, um unsere Inhalte stetig zu verbessern.
Kontaktieren Sie unsere Redaktion