„Marty Supreme“: Warum Timo Boll plötzlich in einem Hollywood-Film mitspielt

Simon Schneider
geprüft von Lukas Stratmann | 2 Min. Lesezeit
Macht nach der aktiven Karriere einen Ausflug ins glamouröse Filmgeschäft: die deutsche Tischtennis-Legende Timo Boll.

Was interessierte Sportfans in Deutschland schon lange wussten, wurde Anfang 2026 auch der breiten Kino-Öffentlichkeit bekannt: Timo Boll, der unbestrittene König des Tischtennis und mehrfache Europameister, hat sich nach seiner spektakulären Karriere nicht nur vom Profi-Tisch verabschiedet, sondern wagte einen ungewöhnlichen Schritt — in die Welt des Films.

Im Hollywood-Drama „Marty Supreme“, das am 26. Februar 2026 in deutschen Kinos startet, ist Boll in einer kleinen, aber publikumswirksamen Nebenrolle zu sehen. An der Seite der Hollywood-Ikone Timothée Chalamet, der in der Hauptrolle den 1950er-Jahre-Tischtennisprofi Marty Mauser verkörpert, spielt Boll einen tschechischen Gegenspieler seines Charakters.

Ein ungewöhnlicher Coup für den Ex-Sportprofi

Timo Boll, lange Zeit einer der dominantesten Spieler im internationalen Tischtennis, beendete seine aktive Karriere im Sommer 2025. Acht Monate später steht er bereits vor der Kamera eines Hollywood-Blockbusters — eine Entwicklung, die viele überrascht hat.

Doch wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Konstellation? Regisseur Josh Safdie, selbst ein begeisterter Tischtennis-Fan, wollte echte Athleten für die Spielszenen engagieren. Boll, dessen technische Fertigkeiten und Authentizität jeder Filmszene Glaubwürdigkeit verleihen, gehörte deshalb zur Wunschbesetzung des Films.

Im Interview mit der Rheinischen Post erzählte Boll, dass er sich intensiv auf seinen Auftritt vorbereitete – inklusive einer Woche Training, um den Spielstil der 1950er-Jahre zu verinnerlichen und das Spiel mit Timothée Chalamet choreografisch präzise auszuführen. Die Dreharbeiten waren dabei anspruchsvoll und bis in die frühen Morgenstunden angesetzt.

Zwischen Muskelkater und Oscar-Ambitionen

Auch wenn es nur eine kleine Rolle ist, nahm Boll seine Aufgabe sehr ernst. In New York musste er Ballwechsel exakt so wiederholen, wie es das Drehbuch verlangte – einmal fünf perfekt inszenierte Züge pro Szene. „Am nächsten Tag hatte ich einen wahnsinnigen Muskelkater“, so Boll über die ungewohnte körperliche Belastung am Set.

Doch das harte Training hat sich gelohnt: „Marty Supreme“ wurde bereits vor seiner deutschen Premiere für mehrere Oscar-Nominierungen gelobt und gilt als einer der Überraschungskandidaten der Saison.

Zwischen Sport und Film — ein neues Kapitel für Boll

Für Boll, der in seiner Tischtennis-Karriere Maßstäbe gesetzt hat, bedeutet diese Rolle mehr als nur ein Side-Projekt. Es ist ein Symbol für Vielseitigkeit, Mut zur Veränderung und die Fähigkeit, Grenzen zu überschreiten — vom Champion am Tisch zum Charakter auf der Leinwand.

Und für alle, die Boll bislang nur aus Sporthallen kannten, bietet sich nun die einmalige Gelegenheit, ihn in einem Hollywood-Film zu erleben — ein ungewöhnliches, aber faszinierendes Kapitel im Leben eines deutschen Sportidols.

Im Alltag hat sich Timo Boll inzwischen anderen Aufgaben abseits der Platte gewidmet. So ist Boll unter anderem als Markenbotschafter für Borussia Dortmund weltweit unterwegs.

Simon Schneider - Chefredakteur & News-Experte
Simon Schneider Simon Schneider ist Chefredakteur und News-Experte bei Sportwetten24. Mit über 15 Jahren Erfahrung im Sportjournalismus verantwortet er die redaktionelle Qualität des gesamten Portals. Simons Stärke liegt in der sportartübergreifenden Analyse: Von Fußball und Esports über Tennis und MMA bis zu Wintersport und Politik-Wetten deckt er das breiteste Themenspektrum im Team ab. Intern überzeugt er regelmäßig mit einer der stabilsten Erfolgsquoten. Er hält einen B.A. in Journalistik von der Universität Leipzig und arbeitet von dort aus.