Österreich WM 2026 Kader: Kandidaten, Nominierung und Analyse

Armin Schwarz
geprüft von René Müller | 4 Min. Lesezeit

Österreich kehrt nach 28 Jahren Abstinenz zur Weltmeisterschaft zurück – die letzte Teilnahme war 1998 in Frankreich. Unter Ralf Rangnick hat der ÖFB eine Generation aufgebaut, die diesen Moment verdient hat. Der endgültige 26-Mann-Kader wird am 1. Juni 2026 bekanntgegeben, der vorläufige bereits im Mai 2026.

Hier sind alle Kandidaten, die Positionskämpfe und eine ehrliche Einschätzung der österreichischen WM-Chancen.

Termin: ÖFB WM-Kader Bekanntgabe

Vorläufiger Kader Mai 2026 (FIFA-Nennfrist: 11. Mai)
Endgültiger Kader 1. Juni 2026 (26 Spieler)
Ort ÖFB-Trainingszentrum, Wien
Übertragung ORF, Servus TV / ORF ON, Servus TV ON

Alle Kaderkandidaten im Überblick

Tor

Spieler Verein Status
Alexander Schlager RB Salzburg Nummer 1, gesetzt
Patrick Pentz Bröndby IF Nummer 2, nahezu sicher
Tobias Lawal KRC Genk Kandidat Nummer 3
Florian Wiegele Viktoria Pilsen Herausforderer, neu dabei

Abwehr

Spieler Verein
Konrad Laimer FC Bayern München
Kevin Danso Tottenham Hotspur
Marco Friedl Werder Bremen
Philipp Lienhart SC Freiburg
Stefan Posch FSV Mainz 05
Maximilian Wöber Werder Bremen
Michael Svoboda Venezia FC
Leopold Querfeld Union Berlin
Philipp Mwene FSV Mainz 05
David Alaba Real Madrid
David Affengruber FC Elche

Mittelfeld

Spieler Verein
Nicolas Seiwald RB Leipzig
Xaver Schlager RB Leipzig
Marcel Sabitzer Borussia Dortmund
Christoph Baumgartner RB Leipzig
Carney Chukwuemeka Borussia Dortmund
Florian Grillitsch SC Braga
Alexander Prass TSG Hoffenheim
Romano Schmid Werder Bremen
Paul Wanner PSV Eindhoven
Alessandro Schöpf Wolfsberger AC

Angriff

Spieler Verein
Marko Arnautovic Roter Stern Belgrad
Michael Gregoritsch FC Augsburg
Patrick Wimmer VfL Wolfsburg
Marco Grüll Werder Bremen
Sasa Kalajdzic LASK
Nikolaus Wurmbrand SK Rapid

Positionsanalyse: Wo ist der Kader gesetzt, wo ist er offen?

Tor: Schlager gesetzt, Nummer 3 offen

Auf der Torhüterposition gibt es keine echte Debatte an der Spitze. Alexander Schlager (RB Salzburg) ist Rangnicks unbestrittene Nummer 1. Patrick Pentz (Bröndby IF) hat genug Länderspielerfahrung, um als Nummer 2 zu reisen.

Spannend ist der Kampf um Platz 3. Tobias Lawal (KRC Genk, 25) war in den letzten zwei Lehrgangseinberufungen dabei und hat gute Karten. Neu hinzugekommen ist Florian Wiegele (Viktoria Pilsen, 2,05 m), der sich beim sechsfachen tschechischen Meister als Stammtorhüter durchgesetzt hat. Nikolas Polster (WAC) wurde im März-Lehrgang nicht berücksichtigt – ein deutliches Signal.

Abwehr: Vier gesetzt, Alaba das große Fragezeichen

Rangnick setzt in der Regel auf eine Viererkette. Rechts ist Konrad Laimer (Bayern) konkurrenzlos. In der Innenverteidigung bilden Philipp Lienhart und Kevin Danso (Tottenham) das bevorzugte Duo aus der Qualifikation.

Die große Unbekannte: David Alaba (Real Madrid). Nach langer Verletzungspause kehrt Alaba langsam zurück – ob er zur WM fit genug ist, um links hinten oder in der Innenverteidigung zu spielen, entscheidet sich in den Wochen vor der Kaderbekanntgabe. Ist er dabei, verdrängt er wahrscheinlich Danso oder Mwene.

Marco Friedl, Maximilian Wöber und Leopold Querfeld sind sichere Bankoptionen für eine ausgeglichene Abwehrabteilung.

Mittelfeld: Österreichs große Stärke

Das Zentrum ist die Achse dieses Teams. Nicolas Seiwald und Xaver Schlager (beide RB Leipzig) sind als Doppelsechs gesetzt – laufstark, pressingresistent, eingespielt. Kaum ein WM-Teilnehmer hat eine so homogene Doppelacht-Lösung.

Neu und interessant: Carney Chukwuemeka (BVB) hat den Sprung ins ÖFB-Team gemacht. Wie schnell er sich als echte Option etabliert, bleibt abzuwarten – sein Potenzial ist unbestritten.

Davor agiert Christoph Baumgartner als zentraler offensiver Spieler – in dieser Saison einer der formstärksten Spieler im ÖFB-Kader. Marcel Sabitzer (BVB) ist links nahezu gesetzt.

Das rechte Offensivmittelfeld ist die einzige echte Positionsdebatte im vorderen Bereich: Patrick Wimmer (Wolfsburg) kommt aus einer formschwachen Saison, Romano Schmid (Werder) hat mehr Vorlagen, Paul Wanner (PSV) spielt beim Klub zentral-defensiv – eine Rolle, die in der Nationalmannschaft bereits vergeben ist.

Sturm: Arnautovic und Gregoritsch als Duo

Marko Arnautovic (Roter Stern Belgrad) ist Rekordtorschütze und dürfte vor allem gegen Jordanien und Algerien von Beginn an spielen. Michael Gregoritsch (FC Augsburg) ist die körperlich andere Option – mehr Laufbereitschaft, weniger Torgefahr, geeignet für Spiele gegen spielstarke Gegner wie Argentinien.

Sasa Kalajdzic (LASK) wurde zuletzt wieder eingeladen und schafft es womöglich als dritter Stürmer in den Kader. Marco Grüll und Nikolaus Wurmbrand konkurrieren auf den Außen um die letzten Plätze.


Stärken und Schwächen des ÖFB-Kaders

Einschätzung von Armin Schwarz, Chef-Analyst

Klare Stärken: Das Doppel Seiwald/Xaver Schlager ist europäisches Spitzenniveau. Baumgartner und Sabitzer sind erfahren und zuverlässig. Die Mannschaft hat taktische Reife unter Rangnick entwickelt – sie weiß, wie sie spielen will.

Risiken: Die Sturmbesetzung ist für WM-Verhältnisse dünn. Arnautovic ist 36, seine Fitness über das Turnier nicht garantiert. Gregoritsch ist kein Torjäger. Wenn beide passen, fehlt eine saubere Lösung.

Der Alaba-Faktor: Ein fitter Alaba verändert die Qualität der Abwehr spürbar – er ist einer der besten Innenverteidiger der Welt. Ein nicht-fitter Alaba im Kader wäre dagegen ein Risiko für den Spieler selbst und die Teamplanung. Rangnick wird hier bis zuletzt abwarten.

WM-Erwartung: Das Achtelfinale ist das realistische Ziel. Die Wettmärkte sehen Österreich mit guten Chancen, Gruppe J (hinter Argentinien) als Zweiter zu überstehen. Wer früh auf das ÖFB-Achtelfinale wettet, tut das noch ohne Wissen über Alahas Fitness und die Form der Gruppe – beides erhebliche Unsicherheitsfaktoren.


Verantwortungsvolles Wetten

Sportwetten sind Unterhaltung – keine Einnahmequelle. Wer Probleme mit dem Spielverhalten bemerkt, findet Hilfe bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): kostenlose Hotline 0800 1 37 27 00 (täglich 0–24 Uhr) oder unter check-dein-spiel.de.

Armin Schwarz - Chef-Analyst & Sportwetten-Experte |
Armin Schwarz Armin Schwarz ist Chef-Analyst und Sportwetten-Experte bei Sportwetten24. Seit 2012 in der iGaming-Branche tätig, bringt er unter anderem drei Jahre Erfahrung als Quoten-Analyst auf Buchmacher-Seite mit. Sein Schwerpunkt liegt auf mathematischer Quoten-Analyse, Value-Betting-Strategien und systematischen Anbieter-Tests. Armin hat über 50 Sportwetten-Anbieter auf Quoten-Qualität, Margenstruktur und Limit-Politik geprüft. Er hält einen B.Sc. in Mathematik von der Universität Heidelberg und arbeitet von dort aus.
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