
Beim Champions-League-Playoff-Hinspiel zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid kam es am 17. Februar 2026 zu einem ernsten Zwischenfall, der weit über das Sportliche hinaus Schlagzeilen machte. Nachdem Real-Star Vinícius Júnior das 1:0 erzielte und seinen Treffer in Richtung der portugiesischen Fans feierte, eskalierte die Stimmung auf dem Feld.
In der Folge kam es zu einer Konfrontation zwischen dem Brasilianer und dem Benfica-Flügelspieler Gianluca Prestianni, die den Schiedsrichter dazu veranlasste, die Partie zu unterbrechen und das Anti-Rassismus-Protokoll zu aktivieren.
Was ist genau passiert?
Unmittelbar nach seinem Tor und der anschließenden Jubel-Szene traf Vinícius auf Prestianni, der offenbar etwas zu ihm sagte, während er sich das Trikot vor den Mund hielt. Der Brasilianer reagierte empört, lief zum Referee und behauptete, dass der Argentinier ihn rassistisch beleidigt habe – konkret mit einem Affen-Begriff.
Daraufhin unterbrach der französische Schiedsrichter François Letexier das Spiel für etwa zehn Minuten, um den Vorfall gemäß den UEFA-Anti-Diskriminierungsregeln zu prüfen.
Der Einsatz des Anti-Rassismus-Protokolls markierte eine seltene und dramatische Szene in einem europäischen Topspiel – und verdeutlichte zugleich, wie sensibel und wichtig das Thema im Fußball ist.
UEFA greift durch: Vorläufige Sperre für Prestianni
Nach dem Eklat hat die Europäische Fußball-Union (UEFA) reagiert und den 20-jährigen Gianluca Prestianni vorläufig für ein Pflichtspiel gesperrt. Das bedeutet, dass der Benfica-Offensive das Rückspiel gegen Real Madrid im Santiago-Bernabéu-Stadion verpassen wird, während die Disziplinar- und Ethikkommission den Vorfall weiter untersucht.
Die Sperre wurde auf Grundlage eines Zwischenberichts ausgesprochen und gilt „unbeschadet einer späteren endgültigen Entscheidung“. Sollte sich der Vorwurf des rassistischen Verhaltens bestätigen, droht dem Spieler nach den UEFA-Regeln eine deutlich längere Sperre – mindestens zehn Spiele wegen diskriminierenden Verhaltens.
Stellungnahmen und Reaktionen
Der Vorfall löste zahlreiche Reaktionen im Fußball-Kosmos aus. Vinícius selbst verurteilte den mutmaßlichen rassistischen Angriff öffentlich und betonte, dass Rassismus keinen Platz im Fußball habe.
Prestianni und sein Verein stritten die rassistischen Vorwürfe ab. In einer eigenen Erklärung schrieb der Argentinier, er sei missverstanden worden, und er habe nie rassistische Äußerungen gemacht. Benfica veröffentlichte zudem Videomaterial, das zeigen soll, dass andere Spieler zu weit entfernt gewesen seien, um genau zu hören, was gesagt wurde.
Auch prominente Stimmen aus dem Fußball äußerten sich: Kylian Mbappé, der selbst am Spielgeschehen beteiligt war, forderte ein hartes Durchgreifen und kritisierte rassistische Sprache im höchsten europäischen Klubwettbewerb.
Ein Präzedenzfall für den Fußball
Der Vorfall zwischen Benfica und Real Madrid zeigt einmal mehr, wie tief das Thema Rassismus im Fußball verwurzelt ist und wie sensibel Verbände, Vereine und Fans darauf reagieren müssen. Die UEFA hat durch die vorläufige Sperre klar signalisiert, dass sie diskriminierende Vorfälle ernst nimmt und sanktionieren will. Gleichzeitig ist der Fall noch nicht abgeschlossen – das gerichtliche Verfahren läuft weiter, und eine endgültige Bewertung steht noch aus.
Unabhängig vom Ausgang zeigt dieser Eklat, wie wichtig Aufklärung, klare Regeln und konsequentes Handeln im Kampf gegen Rassismus sind – auf und neben dem Platz.