Sollte man den Video-Schiedsrichter (VAR) im Fußball wieder abschaffen?

Simon Schneider | am: 24.05.23
Auch Felix Zwayer hat als Video-Schiedsrichter in der Saison 2022/2023 ein katastrophales Bild abgegeben. Die Entwicklung ist extrem negativ. Unter anderem wurde voraussichtlich die Deutsche Meisterschaft durch einen krassen Fehler des VAR entschieden (Borussia Dortmund wurde in Bochum ein klarer Elfmeter verweigert). Foto: AFP

Die Frage, ob der Video-Schiedsrichter (VAR) im Profifußball abgeschafft werden sollte, ist ein kontroverses Thema, das unterschiedliche Meinungen hervorruft. Hier sind einige Argumente sowohl für als auch gegen den VAR aufgelistet.

Fakt ist: Die Unzufriedenheit wächst. So lange solch haarsträubende Fehler passieren wie vor wenigen Wochen bei der Partie zwischen Bochum und dem BVB (klarer Elfmeter für Dortmund nicht gegeben), macht der VAR wohl keinen Sinn mehr. Also wirklich abschaffen?

Argumente für den VAR:

  • Fehlentscheidungen vermeiden: Der VAR wurde eingeführt, um offensichtliche Fehlentscheidungen zu korrigieren und die Spielgerechtigkeit zu verbessern. Durch die Überprüfung von strittigen Situationen kann der VAR helfen, klare Fehler zu erkennen und zu korrigieren.
  • Fairness erhöhen: Der VAR soll dazu beitragen, dass die gleichen Regeln für alle Mannschaften gelten und dass keine Mannschaft durch eine fehlerhafte Entscheidung benachteiligt wird. Dies kann zu einer gerechteren Spielatmosphäre führen.
  •  Transparenz und Objektivität: Der VAR ermöglicht es, strittige Situationen noch einmal anzuschauen und Entscheidungen auf der Grundlage objektiver Kriterien zu treffen. Dadurch kann die Transparenz und Verständlichkeit der Schiedsrichterentscheidungen verbessert werden.

Argumente gegen den VAR:

  • Unterbrechung des Spielflusses: Die Überprüfung von strittigen Situationen durch den VAR führt oft zu längeren Unterbrechungen des Spielflusses. Dies kann das Spieltempo verlangsamen und den Spielspaß beeinträchtigen.
  • Interpretationsspielraum bleibt bestehen: Obwohl der VAR helfen soll, klare Fehler zu korrigieren, bleiben manche Entscheidungen immer noch subjektiv. Es gibt weiterhin Interpretationsspielraum, und die VAR-Entscheidungen können zu Diskussionen und Uneinigkeit führen.
  • Emotionen und menschlicher Faktor: Der Fußball lebt von Emotionen, und strittige Entscheidungen gehören dazu. Der VAR kann dazu führen, dass bestimmte umstrittene Entscheidungen nicht mehr von den Schiedsrichtern auf dem Platz getroffen werden, was den menschlichen Aspekt des Spiels verringert.

Entscheidungen sorgen für frustrierte Fans, Spieler und Trainer

Letztendlich ist die Frage, ob der VAR im Profifußball abgeschafft werden sollte, eine Frage der Abwägung zwischen Fairness und Spielgenuss. Einige Menschen befürworten den VAR als Instrument zur Fehlerkorrektur, während andere der Ansicht sind, dass der menschliche Faktor und die Kontinuität des Spiels wichtiger sind.

Die endgültige Entscheidung liegt bei den Fußballverbänden und den Organisatoren, die verschiedene Faktoren berücksichtigen müssen, um die bestmögliche Lösung zu finden.

Tatsache ist aber in jedem Fall: Stand jetzt – und damit reden wir von der Saison 2022/2023 – hat der VAR den Fußball nicht gerechter gemacht. Im Gegenteil. Er sorgt bei Fans und Verantwortlichen überwiegend für Frust und Unverständnis.

Simon Schneider Simon – Senior Redakteur & News-Experte Mit über 15 Jahren Erfahrung im Sportjournalismus (u.a. für das renommierte Portal Sport-Revue) bringt Simon journalistische Sorgfalt in die Welt der Sportwetten. Er weiß: Informationen sind die Währung des Erfolgs.

Während seine Wurzeln im Fußball, Esports und Wintersport liegen, hat er sein Portfolio bei Sportwetten24 erfolgreich erweitert. Simon ist unser Spezialist für das aktuelle Nachrichtengeschehen – von kurzfristigen Ausfällen im Tennis über MMA-Fights bis hin zu Politik-Wetten. In der Redaktion gilt er als der "Allrounder mit dem goldenen Händchen" und überzeugt intern regelmäßig mit einer der stabilsten Erfolgsquoten. mehr lesen