Standards als neue Waffe: Kopiert der BVB den FC Arsenal?

Simon Schneider
geprüft von Lukas Stratmann | 2 Min. Lesezeit
Seine Standards führen regelmäßig zu Dortmunder Toren: Julian Ryerson.

Borussia Dortmund hat sich unter Niko Kovač zu einer der effizientesten Mannschaften der Fußball-Bundesliga entwickelt – und eine der wichtigsten Neuerungen betrifft die ruhenden Bälle. Während sich der BVB traditionell eher auf sein Kombinationsspiel und Tempofußball verließ, sind Standardsituationen in dieser Saison zu einer echten Waffe geworden.

Besonders Eckbälle bringen Dortmunder Gegner ins Schwitzen: Dank taktischer Varianten und präziser Ausführung landen immer wieder gefährliche Hereingaben im Strafraum, die Dortmunds Kopfballstärke und Raumpräsenz ausnutzen. Laut Daten sind 41 % der BVB-Tore im Kalenderjahr 2026 nach Standards gefallen – darunter vier nach Ecken.

Kopiert der BVB den FC Arsenal?

Ein Grund für diese neue Bedrohung ist die strategische Veränderung bei der Ausführung. Nach dem Weggang des bisherigen Spezialtrainers hat sich Trainer Niko Kovač persönlich der Entwicklung von Standards gewidmet und gemeinsam mit seinem Stab neue Varianten einstudiert.

Besonders Eckbälle nahe am Strafraumzentrum mit Schnitt und Blockbewegungen – ähnlich wie man sie von der „Arsenal-Variante“ kennt – bringen Unordnung in die gegnerische Verteidigung. Dortmunder Spieler wie Julian Brandt, Felix Nmecha und Maximilian Beier erzielten bereits entscheidende Treffer nach solchen ruhenden Bällen.

Kovac freut sich über „Dosenöffner“

Die Effektivität dieser Situationen macht sich auch in der Liga-Tabelle bemerkbar: Im 4:0-Sieg gegen den FSV Mainz 05 nutzte Dortmund die Standardsituationen als „Dosenöffner“, wie Kovač sie selbst nennt, um die Defensive zu knacken und frühzeitig klare Verhältnisse zu schaffen.

Gerade gegen tief stehende oder kompakt verteidigende Teams sind Eckbälle zur einstudierten Option geworden, mit der der BVB das Spiel aufbrechen kann – eine Fähigkeit, die in der Bundesliga gerade im Titelrennen Gold wert ist.

Entscheidend in knappen Duellen

Doch nicht nur die Offensivstats sind beeindruckend: Diese Standards sind auch Teil der taktischen Identität Kovač’ geworden, die Dortmund insgesamt effizienter und gefährlicher macht.

In engen Spielen, in denen spielerische Lösungen schwerfallen, verleihen die ruhenden Bälle eine zusätzliche Dimension, die den Unterschied ausmachen kann. In einer Liga, in der jede kleine Nuance zählt, ist diese fein justierte Palette an Eckballvarianten ein steter Vorteil.

Meisterschaftschance des BVB – realistisch oder nicht?

Auch wegen der neuen Stärke bei Standards bleibt die Meisterfrage spannend. Dortmund ist aktuell Verfolger von Spitzenreiter FC Bayern München und hat jetzt wieder eine halbwegs realistische Chance im Titelrennen. Dennoch spricht viel dafür, dass der Kampf um die Schale bis zum Schluss offen bleibt.

Natürlich bleibt der FC Bayern klarer Favorit. Der Rekordmeister ist extrem stabil und spielt eine überragende Saison. Zudem ist Dortmunds Spiel nicht immer frei von Schwankungen – teils fehlt es an Effizienz und Konstanz in anderen Bereichen des Spiels.

Und dennoch: der BVB hat eine realistische Chance auf die Meisterschaft, weil er mit Standardsituationen eine zusätzliche Waffe gefunden hat und Druck auf den Rekordmeister ausübt. Aber er muss in den direkten Duellen und gegen die Top-Teams konstant liefern, wenn der Traum von der Schale nicht nur Wunschdenken bleiben soll.

Simon Schneider - Chefredakteur: Bundesliga & News
Simon Schneider Simon – Chefredakteur & News-Experte | Mit über 15 Jahren Erfahrung im Sportjournalismus bringt Simon redaktionelle Sorgfalt in die Welt der Sportwetten. Er weiß: Informationen sind die Währung des Erfolgs.

Während seine Wurzeln im Fußball, Esports und Wintersport liegen, hat er sein Portfolio bei Sportwetten24 erfolgreich erweitert. Simon ist unser Spezialist für das aktuelle Nachrichtengeschehen – von kurzfristigen Ausfällen im Tennis über MMA-Fights bis hin zu Politik-Wetten. In der Redaktion gilt er als der "Allrounder mit dem goldenen Händchen" und überzeugt intern regelmäßig mit einer der stabilsten Erfolgsquoten.