Tennis: Spielen Frauen bald auch über fünf Sätze?

Simon Schneider
geprüft von Lukas Stratmann | 3 Min. Lesezeit
Schon bei den kommenden Australian Open im Jahr 2027 könnten die Damen im Modus „Best of Five“ spielen. Es wäre nicht weniger als eine echte Tennis-Revolution!

Im Tennis sorgt derzeit eine Debatte für Aufsehen, die das Frauentennis grundlegend verändern könnte: Der Turnierdirektor der Australian Open hat angeregt, dass Frauen bei den Grand-Slam-Turnieren — allen voran in Melbourne — künftig im Best-of-Five-Modus spielen könnten. Ein Vorschlag, der nicht weniger als eine Revolution im Frauentennis darstellen würde.

Craig Tiley, CEO von Tennis Australia und seit vielen Jahren Chef der Australian Open, hat die Diskussion nach dem Ende der Australian Open 2026 erneut entfacht.

Er denkt laut darüber nach, die traditionellen Drei-Satz-Matches der Frauen in den späteren Runden — etwa ab dem Viertelfinale — auf fünf Gewinnsätze auszuweiten, wie er Medien gegenüber erklärte. Sein Argument: Einige der spannendsten Matches des Damenturniers, darunter auch das Finale zwischen Elena Rybakina und Aryna Sabalenka, hätten noch mehr dramatische Spannung entfaltet, wäre das Format länger gewesen.

Damen über fünf Sätze: Ein historischer Schritt?

Historisch gesehen sind beim Tennis nur die Männer bei den vier Grand-Slams im Best-of-Five-Modus aktiv — bei den Frauen dominieren seit Jahrzehnten die Drei-Satz-Partien. Einzige Ausnahme in der Vergangenheit war das Finale der WTA Finals zwischen 1984 und 1998, das über fünf Sätze gespielt wurde. Doch bei den Majors blieb es stets beim klassischen Drei-Satz-Format.

Tiley betonte, dass eine solche Reform rechtlich möglich wäre und keinerlei Regel die Einführung verhindern würde. Entscheidend sei jedoch die Zustimmung der Spielerinnen selbst: Ohne deren Einverständnis könne man eine solche Änderung nicht einführen. Der Turnierboss will deshalb aktiv das Gespräch mit den Top-Frauen der WTA-Tour suchen — und peilt eine mögliche Umsetzung bereits ab den Australian Open 2027 an.

Stimmen der Spielerinnen: Zustimmung? Zweifel?

Die Reaktionen aus dem Kreis der Spielerinnen sind bislang gemischt. Welt-Nummer 1 Aryna Sabalenka hat sich in der Vergangenheit klar gegen eine Verlängerung der Matches ausgesprochen. Sie argumentierte, dass der zusätzliche körperliche Aufwand beträchtlich sei und das Verletzungsrisiko steigen könnte. Coco Gauff wiederum ist nicht grundsätzlich gegen das Format, favorisiert aber weiterhin den Status quo.

Andere Spielerinnen äußern sich sogar humorvoll: Die US-Profi Danielle Collins reagierte auf die Diskussion via Social-Media-Story mit scherzhaften Kommentaren darüber, wie erschöpfend fünf-Satz-Matches für sie wären.

Argumente Pro und Contra

Befürworter der Reform sehen in einem Best-of-Five-Modus eine Chance, die Attraktivität des Frauentennis zu steigern — längere Duelle würden dramatischere Wendungen ermöglichen und Tennis-Fans noch stärker fesseln. Zudem werde oft argumentiert, dass bei nun gleichen Preisgeldern für Damen und Herren auch eine ähnliche „Arbeitsleistung“ gerechtfertigt sei.

Kritiker verweisen auf logistische Herausforderungen: Fünf-Satz-Matches dauern deutlich länger, was bei einem zweiwöchigen Turnierplan zu Termin- und Platzproblemen führen könnte. Auch körperliche Belastung und Erholungszeiten zwischen Matches wären ein nicht zu vernachlässigender Faktor, besonders bei extremen Wetterbedingungen wie in Melbourne im Sommer.

Ausblick: Es stehen hitzige Debatten an

Obwohl der Vorschlag bereits in den Raum gestellt wurde, ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Tiley selbst betont, dass es ein „Diskussionsthema“ sei, über das ernsthaft mit den Spielerinnen gesprochen werden müsse, bevor konkrete Pläne umgesetzt werden. Sollte das Feedback positiv ausfallen, könnte die nächste große Reform im Tennis schon in wenigen Jahren Realität werden.

Die Debatte um fünf Sätze im Frauentennis wird sicherlich nicht ohne Kontroversen bleiben – doch eines ist klar: Sollte das Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden, würde es die Strukturen des Tennis-Sports nachhaltig verändern.

Simon Schneider - Chefredakteur & News-Experte
Simon Schneider Simon Schneider ist Chefredakteur und News-Experte bei Sportwetten24. Mit über 15 Jahren Erfahrung im Sportjournalismus verantwortet er die redaktionelle Qualität des gesamten Portals. Simons Stärke liegt in der sportartübergreifenden Analyse: Von Fußball und Esports über Tennis und MMA bis zu Wintersport und Politik-Wetten deckt er das breiteste Themenspektrum im Team ab. Intern überzeugt er regelmäßig mit einer der stabilsten Erfolgsquoten. Er hält einen B.A. in Journalistik von der Universität Leipzig und arbeitet von dort aus.
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