Bei SC Internacional laufen die Planungen für eine Neuordnung des Mittelfelds auf Hochtouren. Hinter den Kulissen verdichten sich die Hinweise, dass der brasilianische Traditionsklub kurz davorsteht, den argentinischen Sechser Rodrigo Villagra unter Vertrag zu nehmen. Der 24-Jährige steht aktuell bei CSKA Moskau unter Vertrag und gilt als Wunschspieler des neuen Trainers Paulo Pezzolano.
Pezzolanos klare Forderung: mehr Energie im Zentrum
Mit dem bevorstehenden Pflichtspiel-Debüt Pezzolanos im Campeonato Gaúcho wird deutlich, in welche Richtung sich Internacional entwickeln soll. Der Coach fordert mehr Intensität, Physis und defensive Stabilität im Zentrum – Eigenschaften, die Villagra in seinem Profil vereint.
Der argentinische Mittelfeldspieler wird intern als idealer Balance-Spieler gesehen: laufstark, zweikampfhart und taktisch diszipliniert. Genau jene Komponenten, die Inter zuletzt im zentralen Mittelfeld vermissen ließ.
Spielerprofil: Defensivstärke mit Spielaufbau
Villagra gilt als klassischer defensiver Mittelfeldspieler mit moderner Ausrichtung. Seine größte Stärke liegt im antizipativen Verteidigen, gepaart mit sauberem Passspiel unter Druck. Er schließt Räume, gewinnt zweite Bälle und bringt Struktur in Umschaltmomente.
Besonders geschätzt wird seine Ruhe im Spielaufbau. Villagra verteilt den Ball unaufgeregt und sorgt für klare Abläufe – ein Faktor, der Pezzolanos System stabilisieren könnte, ohne an Dynamik einzubüßen.
Vertragsmodell mit Sicherheitsnetz
Nach Informationen aus dem internationalen Transferumfeld arbeiten beide Klubs an einem flexiblen Modell. Im Raum steht ein Leihgeschäft mit leistungsabhängigen Klauseln, die einen festen Transfer ermöglichen. Sollte Villagra bestimmte Einsatz- und Leistungsparameter erfüllen, könnte der Wechsel bis Dezember in einen permanenten Deal umgewandelt werden.
Für Internacional wäre dies ein kalkulierbares Risiko: sportliches Potenzial bei gleichzeitig begrenzter finanzieller Verpflichtung.
Villagras Karriere zwischen Höhenflug und Stillstand
Der Weg des Argentiniers ist ebenso vielversprechend wie wechselhaft. Ausgebildet bei Rosario Central, machte er sich bei Talleres de Córdoba einen Namen und wechselte Anfang 2024 für eine hohe Ablöse zu River Plate.
Unter Marcelo Gallardo kam Villagra zunächst regelmäßig zum Einsatz, verlor jedoch im weiteren Saisonverlauf an Bedeutung. 2025 folgte der Transfer zu CSKA Moskau für rund elf Millionen US-Dollar – sportlich jedoch ohne den erhofften Durchbruch. Anpassungsschwierigkeiten und ein anderer Spielrhythmus bremsten seine Entwicklung.
Internationale Bühne als Neustart?
Für Internacional könnte Villagra nun die Chance auf ein sportliches Comeback erhalten. Ein Umfeld mit klarer Struktur, ein Trainer mit konkreter Vision und die Aussicht auf eine zentrale Rolle sprechen für den Wechsel.
Sollte der Argentinier schnell Fuß fassen, könnte er zum Fixpunkt im Inter-Mittelfeld werden – ein Transfer mit echtem Upside-Potenzial. Scheitert die Anpassung, bleibt das Risiko überschaubar.
Fest steht: Dieser Deal ist mehr als nur ein Gerücht. Internacional meint es ernst – und Rodrigo Villagra steht möglicherweise vor dem entscheidenden Wendepunkt seiner Karriere.