Warum die Inter-Blamage gut für die Bundesliga ist

Simon Schneider
geprüft von Lukas Stratmann | 3 Min. Lesezeit
Inter Mailand ist in den Playoffs der Champions League sensationell an Bodö/Glimt gescheitert – das ist eine gute Nachricht für die deutsche Bundesliga!

Bei einer der größten Fußball-Sensationen der aktuellen Saison hat der norwegische Außenseiter FK Bodø/Glimt den italienischen Traditionsklub Inter Mailand überraschend aus der UEFA Champions League geworfen. Nach einem 3:1-Erfolg im Hinspiel setzte sich der Underdog auch im Rückspiel im Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand mit 2:1 durch und zog damit mit einem Gesamtresultat von 5:2 ins Achtelfinale ein – zur großen Fassungslosigkeit vieler Fans und Experten.

Das Team aus der norwegischen Kleinstadt mit rund 50 000 Einwohnern schreibt internationale Fußballgeschichte: Nie zuvor hat ein norwegischer Klub ein K.o.-Duell in der Champions League gewonnen. Die Sensation sorgt nicht nur für Schlagzeilen – sie hat auch weitreichende sportliche und sportpolitische Folgen.

Eine historische Überraschung am San Siro

Der Erfolg Bodø/Glimts ist umso bemerkenswerter, weil der Klub in seinem ersten Champions-League-Auftritt gleich auf der ganz großen Bühne brillierte. Gegen Top-Gegner wie Manchester City und Atlético Madrid hatte das Team bereits für Aufsehen gesorgt – und nun auch den ehemaligen Champions-League-Finalisten Inter aus dem Wettbewerb geworfen. Im Rückspiel erzielten Jens Petter Hauge und Håkon Evjen die Tore, während Inter offensiv zwar dominierte, aber am Ende nicht genug Durchschlagskraft zeigte.

Während die norwegischen Medien den Erfolg als „Märchen“ feiern, herrscht in Italien hingegen Entsetzen. Der einst so stolze Klub steht vor einem abrupten europäischen Ende, und die Debatten über die Krise des italienischen Fußballs nehmen an Schärfe zu.

Was Inters Aus für Italien bedeutet

Das frühzeitige Ausscheiden von Inter ist ein herber Schlag für die Serie A. In dieser Saison droht dem italienischen Fußball sogar, möglicherweise ohne Klub im Achtelfinale der Champions League dazustehen – ein Desaster für das Image der Liga. Damit gerät auch Italiens Platz im UEFA-Verbandsranking unter Druck, was langfristig Startplätze für Europapokalwettbewerbe gefährden könnte.

Ein schwächeres Abschneiden einer großen Fußballnation wirkt sich direkt auf die Anzahl der europäischen Startplätze aus. Je schlechter die Leistungen in der Königsklasse, desto weniger Punkte sammelt der Verband im UEFA-Ranking – und desto weniger Teams dürfen sich in kommenden Jahren für die Champions League qualifizieren.

Ein Vorteil für die Bundesliga

Hier kommt die Bundesliga ins Spiel: Italiens Schwäche eröffnet Chancen für Deutschland. Im UEFA-Ranking liegt die Bundesliga derzeit in Schlagdistanz zu Italien. Durch starke Leistungen deutscher Clubs in der Champions League und Europa League kann die Bundesliga an Italien vorbeiziehen – und sich so einen zusätzlichen Champions-League-Startplatz sichern.

Dieser mögliche zusätzliche Platz ist nicht nur Prestige, sondern bringt auch handfeste sportliche und finanzielle Vorteile mit sich: Mehr Spiele auf der großen Bühne bedeuten höhere Einnahmen, größere internationale Aufmerksamkeit und bessere Chancen, Top-Talente zu halten bzw. zu verpflichten. Ein stärkeres Abschneiden deutscher Teams erhöht zudem die Attraktivität der Liga im globalen Vergleich.

Zudem könnte das Ausscheiden von Inter dazu beitragen, dass deutsche Klubs in der Gruppenphase und K.o.-Runden selbstbewusster auftreten. Die Bundesliga hat in den letzten Jahren mehrfach bewiesen, dass sie in Europa konkurrenzfähig ist – und mit einem zusätzlichen Startplatz könnte sie ihre Position weiter festigen.

Eine Sensation mit Folgen

Die Sensation von Bodø/Glimt gegen Inter ist mehr als nur ein kurioses Fußball-Erlebnis. Sie symbolisiert den Wandel im europäischen Klubfußball, in dem Außenseiter große Namen stürzen können – und sie könnte der Bundesliga einen strategischen Vorteil verschaffen. Während in Italien nun tiefgreifende Diskussionen über die Zukunft der Serie A laufen, könnte Deutschland von dieser Entwicklung profitieren und sich in der europäischen Hierarchie weiter nach vorne arbeiten.

Simon Schneider - Chefredakteur & News-Experte
Simon Schneider Simon Schneider ist Chefredakteur und News-Experte bei Sportwetten24. Mit über 15 Jahren Erfahrung im Sportjournalismus verantwortet er die redaktionelle Qualität des gesamten Portals. Simons Stärke liegt in der sportartübergreifenden Analyse: Von Fußball und Esports über Tennis und MMA bis zu Wintersport und Politik-Wetten deckt er das breiteste Themenspektrum im Team ab. Intern überzeugt er regelmäßig mit einer der stabilsten Erfolgsquoten. Er hält einen B.A. in Journalistik von der Universität Leipzig und arbeitet von dort aus.