Warum hat der Atalanta-Trainer Kovac den Handschlag verweigert?

Simon Schneider
geprüft von Lukas Stratmann | 3 Min. Lesezeit
Raffaele Palladino war nach der Niederlage gegen den BVB (0:2) sichtlich bedient und verweigerte Dortmunds Trainer Niko Kovac nach dem Schlusspfiff sogar den Handschlag.

Borussia Dortmund hat sich im Hinspiel des Champions-League-Playoff-Duells gegen Borussia Dortmund mit einem überzeugenden 2:0-Sieg gegen Atalanta Bergamo eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel verschafft. Doch abseits des Spielfelds sorgte eine Szene kurz nach Abpfiff für Gesprächsstoff: Der Handschlag zwischen den beiden Trainern – beziehungsweise das, was daraus wurde – wirkte überraschend kühl.

Besonders im Fokus: Niko Kovac, der Trainer des BVB, und Raffaele Palladino, Coach von Atalanta. Warum schien der Handschlag so eisig?

BVB kontrolliert die Partie – und gewinnt souverän

Im ausverkauften Westfalenstadion dominierte Dortmund die Partie weitgehend. Serhou Guirassy brachte die Schwarz-Gelben früh in Führung, bevor Maximilian Beier noch vor der Halbzeit auf 2:0 erhöhte. Trotz personeller Engpässe – unter anderem mangelnde Optionen in der Innenverteidigung – zeigte der BVB ein starkes Spiel aus einer kompakten Defensive heraus.

Sportlich gesehen war es ein verdienter Sieg. Dortmund agierte effektiv, während Atalanta kaum echte Torchancen kreieren konnte. Damit hat Kovac seinem Team einen Vorsprung verschafft, der in Bergamo am Mittwoch entscheidend sein kann.

Der Handschlag – was war da zwischen Kovac und Palladino?

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff kam es zwischen Kovac und Palladino zur offiziellen Geste des Handschlags, die in diesem Fall allerdings mit sichtbarer Spannung verbunden war.

Zwar wurde die Hand gereicht, doch die Stimmung blieb frostig. Palladino wirkte aufgebracht, ließ seinen Zeigefinger mehrfach auffällig gestikulieren und agierte im Ausdruck anders als bei üblichen Fair-Play-Gesten nach Spielen dieser Bedeutung.

Auf Nachfrage erklärte Kovac später, dass er selbst nicht genau wisse, was der Auslöser für Palladinos Reaktion gewesen sei: „Ich habe es auch nicht ganz verstanden. Er war irgendwie sauer“, so der BVB-Trainer im Interview.

Sprachbarriere und Frust?

Kovac deutete an, dass Sprachbarrieren eine Rolle gespielt hätten: Er habe nicht verstanden, was Palladino auf Italienisch gesagt habe. Gleichzeitig äußerte Kovac eine Vermutung, dass der Atalanta-Coach möglicherweise die Spielweise des BVB kritisiert habe – etwa dass Dortmund zu häufig versucht habe, „auf Zeit zu spielen“.

Kovac widersprach dieser Einschätzung allerdings und verwies darauf, dass sein Team in der ersten Halbzeit eher aktiver gewesen sei als der Gegner.

Solche Emotionen sind im Fußball nicht ungewöhnlich. Gerade nach intensiven, taktisch geprägten Duellen kann es vor, während oder nach dem Spiel zu hitzigen Gefühlsausbrüchen kommen – auch wenn sportlich alles fair abläuft. Dass eine offizielle Geste wie der Handschlag dann etwas steifer wirkt, gehört zu den Momenten, die mehrdeutig interpretiert werden können.

Zwischen Respekt und Emotionalität

Unabhängig davon blieb der sportliche Respekt grundsätzlich gewahrt: Beide Teams traten in einem intensiven Duell an, und die Trainer versuchten, ihre Mannschaften bestmöglich einzustellen.

Der kühle Handschlag ist eher als ein kurzer Moment hoher Emotionalität zu sehen – ein Ausdruck des Wettbewerbs, der Anspannung und des Strebens nach Erfolg in einem wichtigen Champions-League-Duell.

BVB jetzt klarer Favorit aufs Weiterkommen

Mit dem 2:0-Vorsprung im Rücken reist Dortmund nach Bergamo. Dort wird sich zeigen, wie das Team von Kovac mit dem Druck umgehen kann und ob sich die Rivalität zwischen beiden Trainern in sportlicher Form fortsetzt. Das Rückspiel am Mittwoch, 25. Februar, verspricht Spannung – nicht nur auf dem Platz, sondern möglicherweise auch an der Seitenlinie.

Ob der eiskalte Handschlag tatsächlich ein Warnsignal für weitere Spannungen ist oder nur ein einmaliger Ausdruck der Emotionen bleibt, wird sich in den kommenden Tagen noch herausstellen.

Simon Schneider - Chefredakteur & News-Experte
Simon Schneider Simon Schneider ist Chefredakteur und News-Experte bei Sportwetten24. Mit über 15 Jahren Erfahrung im Sportjournalismus verantwortet er die redaktionelle Qualität des gesamten Portals. Simons Stärke liegt in der sportartübergreifenden Analyse: Von Fußball und Esports über Tennis und MMA bis zu Wintersport und Politik-Wetten deckt er das breiteste Themenspektrum im Team ab. Intern überzeugt er regelmäßig mit einer der stabilsten Erfolgsquoten. Er hält einen B.A. in Journalistik von der Universität Leipzig und arbeitet von dort aus.
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