Weidenfeller: „Es gab zu viele Einzelinteressen“

Weidenfeller: „Es gab zu viele Einzelinteressen“
foto2press

Nur wenige Tage vor dem 175. Revierderby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund, resümiert Dortmunds Ersatzkeeper Weidenfeller im Interview mit dem „kicker“ die aktuelle Saison und sieht dabei ein Problem der Generation innerhalb des Kaders.

Roman Weidenfeller hat mit seinen 37 Jahren so einiges erlebt. Im Sommer beendet der Routinier seine aktive Karriere, wird Borussia Dortmund aber weiterhin erhalten bleiben, doch in welcher Position ist derzeit noch unklar. Obwohl Weidenfeller seit geraumer Zeit zumeist nur noch von der Bank zuschauen darf, ist der Publikumsliebling weiterhin Feuer und Flamme für seinen Klub. Gerade deshalb nagte das 4:4 aus dem Hinspiel des Revierderbys im vergangenen Jahr stark am Schlussmann. Für die Dortmunder ist das Rückspiel dabei gleich doppelt wichtig, denn nicht nur tabellarisch steht einiges auf dem Spiel, auch für die Fans zählt nach der durchwachsenen Saison eigentlich nur ein Sieg. An das furiose Remis aus der Hinserie erinnert sich Weidenfeller dabei nur ungern: “Ich war froh, als der Schiedsrichter abpfiff. Das war eine Erlösung für uns. Noch eine Minute länger, und wir hätten vielleicht noch das nächste Tor kassiert“, wird Weidenfeller im „kicker“ zitiert.

Zu viele Einzelinteressen und die Hoffnung auf weniger Spektakel

Die Gründe für das Auf und Ab in der laufenden Spielzeit sieht der 37-jährige „vielschichtig“, glaubt dabei aber auch an ein „allgemeines Generationsproblem“ und „den Irrglauben, dass auch 50 Prozent ausreichen“.  Von Kritik wollte er sich aber auch selbst nicht freisprechen, denn „der Eindruck, dass wir uns an die eigene Nase fassen müssen, täuscht nicht. Wir müssen uns selbstkritisch hinterfragen, ob wir alles für die Mannschaft und den Verein, für den wir spielen dürfen, geben“, meint der Weltmeister von 2014.

Mit der Mannschaft geht er aber dennoch hart ins Gericht: „Ich hatte, um ehrlich zu sein, manchmal das Gefühl, dass es zu viele Einzelinteressen gab – und nicht diesen unbedingten Willen, zuerst den gemeinsamen Plan umzusetzen“, sagt Weidenfeller und hofft am Sonntag (15:30 Uhr) gleichzeitig auf einen „weniger hohen Unterhaltungswert“.