Im Bereich der Sportwetten stehen Wettbegeisterte oft vor einer Vielzahl von Wettoptionen, die es zu verstehen gilt. Unter diesen Optionen sind 2 Weg und 3 Weg Wetten besonders häufig anzutreffen und sorgen manchmal für Verwirrung bei neuen Wettenden. Beim 2 Weg Wetten gibt es zwei mögliche Ausgänge: Sieg oder Niederlage, was bedeutet, dass der Einsatz auf eines von zwei Ergebnissen platziert wird.
Im Gegensatz dazu bieten 3 Weg Wetten eine zusätzliche Möglichkeit, da hier der Tipp auf Unentschieden ebenfalls verfügbar ist. Diese Art der Wette findet häufig Anwendung in Sportarten, in denen ein Remis möglich ist, wie beispielsweise im Fußball. Mit der erweiterten Auswahl an Ergebnissen erfordert das 3 Weg Wetten ein etwas tieferes Verständnis der Gegebenheiten und Chancen der teilnehmenden Teams.
Für viele ist der Reiz dieser Wettformen die Einfachheit und Klarheit, die sie bieten, während sie gleichzeitig ein spannendes Erlebnis garantieren. Beim Eintritt in die Welt der 2 Weg und 3 Weg Wetten unterstützt Wissen über diese Wettmethoden dabei, fundierte und strategische Entscheidungen zu treffen.
Der Unterschied in einem Satz
Bei einer 2-Weg-Wette gibt es zwei mögliche Ausgänge (Sieg Team A oder Sieg Team B). Bei einer 3-Weg-Wette gibt es drei (Sieg Team A, Unentschieden, Sieg Team B). Das ist die offensichtliche Erklärung. Die weniger offensichtliche, aber wichtigere: Die Anzahl der Ausgänge bestimmt, wie viel Marge der Buchmacher gegen dich einbaut – und damit, wie viel du pro Wette an strukturellem Nachteil trägst.
3-Weg-Wette (1X2): Der Fußball-Standard
So funktioniert sie
Die 3-Weg-Wette ist der Hauptmarkt im Fußball und in jeder Sportart, in der ein Unentschieden nach regulärer Spielzeit möglich ist (Fußball, Handball, Eishockey in der regulären Spielzeit). Die drei Ausgänge sind:
1 = Heimsieg. X = Unentschieden. 2 = Auswärtssieg.
Du setzt auf einen der drei Ausgänge. Tritt er ein, erhältst du deinen Einsatz multipliziert mit der Quote. Tritt einer der anderen beiden Ausgänge ein, verlierst du deinen Einsatz.
Beispiel: Bayern München gegen Borussia Dortmund. Quoten: 1 = 1.75, X = 4.00, 2 = 4.50. Du setzt 10 € auf Heimsieg (1) bei Quote 1.75. Bayern gewinnt 2:1 → Auszahlung 17,50 € (7,50 € Gewinn). Das Spiel endet 1:1 oder Dortmund gewinnt → 10 € weg.
Die Marge bei drei Ausgängen
Jede Quote enthält die Marge des Buchmachers. Bei einer 3-Weg-Wette prüfst du das so:
Marge = (1/Quote 1) + (1/Quote X) + (1/Quote 2) − 1
Mit den Beispielquoten: (1/1.75) + (1/4.00) + (1/4.50) = 0,571 + 0,250 + 0,222 = 1,043
Die Marge beträgt 4,3 %. Das bedeutet: Der Buchmacher zahlt im Schnitt nur 95,7 Cent pro eingesetztem Euro aus. Die restlichen 4,3 Cent sind sein Verdienst.
Bei 3-Weg-Märkten liegt die Marge typischerweise bei 5–7 % bei großen Anbietern und Hauptmärkten. In Nischenligen oder bei kleineren Anbietern kann sie 8–10 % und mehr betragen.
Warum drei Ausgänge die Marge erhöhen
Der Buchmacher baut seine Marge in jede einzelne Quote ein. Bei drei Quoten hat er drei Stellen, an denen er die Quote leicht nach unten drücken kann – und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Wetter das bei allen drei Quoten gleichzeitig bemerkt, ist geringer als bei nur zwei Quoten. Mehr Ausgänge = mehr Verteilungsmöglichkeiten für die Marge = weniger Transparenz für den Wetter.
Das ist kein Betrug – das ist Mathematik. Aber es ist ein Grund, warum erfahrene Wetter 3-Weg-Märkte oft zugunsten von 2-Weg-Alternativen meiden.
2-Weg-Wette: Weniger Ausgänge, niedrigere Marge
Wo 2-Weg-Wetten vorkommen
Sportarten ohne Unentschieden: Tennis, Basketball (Overtime entscheidet), Volleyball, Badminton, eSports (meistens). Hier gibt es naturgemäß nur zwei Ausgänge: Ein Spieler oder Team gewinnt.
Wettmärkte, die das Unentschieden eliminieren: Auch im Fußball gibt es 2-Weg-Märkte – sie heißen nur anders. Asian Handicap, Draw No Bet und Über/Unter sind alles 2-Weg-Märkte. Du wettest auf einen von zwei Ausgängen statt auf einen von drei.
Die Marge bei zwei Ausgängen
Marge = (1/Quote A) + (1/Quote B) − 1
Beispiel Tennis: Spieler X: Quote 1.85, Spieler Y: Quote 2.05.
(1/1.85) + (1/2.05) = 0,541 + 0,488 = 1,029
Marge: 2,9 %. Deutlich niedriger als die 4–7 % bei einer typischen 3-Weg-Wette.
Beispiel Asian Handicap (Fußball): Bayern −1.0: Quote 1.92, Dortmund +1.0: Quote 1.98.
(1/1.92) + (1/1.98) = 0,521 + 0,505 = 1,026
Marge: 2,6 %. Auf dasselbe Spiel, für das der 1X2-Markt 4–5 % Marge hat.
Warum die Marge niedriger ist
Bei zwei Ausgängen ist der Quotenvergleich für den Wetter einfacher. Wenn Quote A bei Anbieter 1 höher ist als bei Anbieter 2, siehst du das sofort. Der Buchmacher kann seine Marge weniger verstecken. Außerdem ist der Wettbewerb zwischen Buchmachern auf 2-Weg-Märkten oft intensiver – besonders bei Asian Handicaps, wo professionelle Wetter aktiv sind und die Anbieter zu engeren Quoten zwingen.
Das Ergebnis: 2-Weg-Märkte haben typischerweise 2–4 % Marge, während 3-Weg-Märkte bei 5–7 % liegen. Auf dasselbe Spiel. Das sind 2–3 Prozentpunkte Unterschied – klingt wenig, summiert sich aber über hunderte Wetten zu einem erheblichen Betrag.
Die Verbindung: Wie 3-Weg-Märkte in 2-Weg-Märkte umgewandelt werden
Draw No Bet (DNB)
Du wettest auf den Sieger eines Fußballspiels, aber im Falle eines Unentschiedens bekommst du deinen Einsatz zurück (Push). Mathematisch identisch mit Asian Handicap 0. Das Unentschieden wird eliminiert → 2-Weg-Markt → niedrigere Marge als 1X2.
Wann sinnvoll: Wenn du glaubst, dass eine Mannschaft gewinnt, aber das Unentschieden nicht ausschließen kannst. Du opferst etwas Quote (DNB-Quoten sind niedriger als 1X2-Quoten), gewinnst aber den Schutz des Push.
Asian Handicap
Das Handicap verschiebt die Torline und eliminiert das Unentschieden komplett (bei halbzahligen Handicaps) oder macht es zum Push (bei ganzzahligen). Zwei Ausgänge, niedrigere Marge. Bei vielen Anbietern ist die Marge auf Asian Handicaps die niedrigste aller Fußball-Wettmärkte.
Über/Unter
Über oder Unter einer Torlinie. Zwei Ausgänge bei halbzahligen Linien, Push möglich bei ganzzahligen. Ebenfalls 2-Weg-Markt mit entsprechend niedrigerer Marge als 1X2.
Doppelte Chance
Deckt zwei von drei Ausgängen ab: 1X, X2, oder 12. Klingt nach einem 2-Weg-Markt, ist aber ein Spezialfall: Die Quote ist niedriger als bei 1X2, weil du eine höhere Gewinnwahrscheinlichkeit hast. Die Marge variiert – manchmal ist Doppelte Chance 12 identisch mit DNB/Asian Handicap 0, und dort lohnt der Quotenvergleich.
Die entscheidende Frage: Welchen Markt solltest du spielen?
Die Margen-Hierarchie
Für dasselbe Fußballspiel sehen die typischen Margen so aus:
Asian Handicap: 2–3 % (niedrigste). Über/Unter: 3–5 %. Draw No Bet / Doppelte Chance 12: 3–5 %. 1X2 (3-Weg): 5–7 %. Ergebniswette: 15–25 % (höchste).
Wenn du eine Meinung zum Spielausgang hast, kannst du dieselbe Meinung oft über verschiedene Märkte umsetzen – und die Marge, die du zahlst, variiert erheblich. Ein Tipp auf Bayern als Sieger kann über 1X2 (Quote 1.75, Marge 5 %) oder über Asian Handicap −0.5 (Quote 1.85, Marge 2,5 %) umgesetzt werden. Selbe Wette, selbe Mannschaft, selber Ausgang nötig – aber 2,5 Prozentpunkte weniger Marge.
Wann 3-Weg-Wetten trotzdem sinnvoll sind
Es gibt genau einen Fall, in dem der 1X2-Markt die bessere Wahl ist: Wenn du auf das Unentschieden setzen willst. Das Unentschieden ist in keinem 2-Weg-Markt separat wettbar. Und es gibt Situationen, in denen das Unentschieden Value bietet – typischerweise bei defensiv geprägten Spielen zwischen ähnlich starken Mannschaften, bei denen der Markt den Favoriten überschätzt.
Unentschieden-Quoten liegen oft zwischen 3.00 und 4.50, was implizierte Wahrscheinlichkeiten von 22–33 % bedeutet. In Ligen mit historischer Unentschieden-Quote über 25 % (manche defensive Ligen, Pokalspiele mit taktischer Vorsicht) kann hier systematisch Value entstehen – aber die Varianz ist hoch, weil du in zwei von drei Spielausgängen verlierst.
Wann du den 3-Weg-Markt meiden solltest
Wenn du auf den Sieg einer Mannschaft setzen willst und der Anbieter Asian Handicap oder DNB auf dasselbe Spiel anbietet. Vergleiche die Quoten: Ist Asian Handicap −0.5 höher quotiert als der 1X2-Heimsieg? (Nicht immer der Fall, aber oft.) Dann nimmst du das Asian Handicap – selber Tipp, weniger Marge.
Die „2-aus-3″-Strategie aus dem alten Text
Der alte Sportwetten24-Artikel schlägt vor, bei einer 3-Weg-Wette den Einsatz auf zwei der drei Ausgänge aufzuteilen (z. B. Heimsieg und Auswärtssieg), um „in beiden Fällen Gewinn zu erzielen“. Das klingt clever – ist aber problematisch.
- Was tatsächlich passiert: Du deckst zwei Ausgänge ab, verlierst aber beim dritten (Unentschieden) deinen gesamten Einsatz. Und: Die Quote, die du auf die beiden abgedeckten Ausgänge erhältst, enthält jeweils die volle Marge des Buchmachers. Du zahlst also Marge auf zwei Wetten statt auf eine.
- Was besser funktioniert: Wenn du das Unentschieden ausschließen willst, setze auf Draw No Bet oder Asian Handicap 0. Das deckt dasselbe Szenario ab (Gewinn bei Heim- oder Auswärtssieg, Einsatz zurück bei Unentschieden), aber mit einer einzigen Wette und einer einzigen Marge. Statt 2× Marge auf zwei 3-Weg-Quoten zahlst du 1× Marge auf eine 2-Weg-Quote. Mathematisch immer besser.
Zusammenfassung
Der Unterschied zwischen 2-Weg- und 3-Weg-Wetten ist nicht nur die Anzahl der Ausgänge – es ist die Marge, die du zahlst. 2-Weg-Märkte (Asian Handicap, Über/Unter, DNB, Tennis, Basketball) haben strukturell niedrigere Margen als 3-Weg-Märkte (1X2). Wenn du dieselbe Meinung über denselben Markt umsetzen kannst, nimm den 2-Weg-Markt. Der einzige Grund für den 3-Weg-Markt ist die Wette auf das Unentschieden, die sonst nirgends verfügbar ist. Jeder Prozentpunkt Marge, den du sparst, ist ein Prozentpunkt weniger, den du durch bessere Tipps überwinden musst.
- Detailartikel: [Asian Handicap erklärt]
- Detailartikel: [Über/Unter-Wetten]
- Detailartikel: [Wettarten erklärt]
- Alle Begriffe: [Sportwetten-Glossar]
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