Schiedsrichter schützt Real Madrid: Mourinho wittert Betrug!

Simon Schneider
geprüft von Lukas Stratmann | 3 Min. Lesezeit
Benficas Trainer Jose Mourinho glaubt, dass seine Mannschaft am Dienstag bei der knappen Niederlage gegen Real Madrid (0:1) vom Schiedsrichter betrogen wurde

Im Estádio da Luz in Lissabon endete das Hinspiel der Champions-League-Playoffs zwischen Benfica und Real Madrid mit einem 1:0-Sieg der Gäste – doch die eigentliche Schlagzeile des Abends kam nicht aus dem Spielbericht, sondern aus den emotionalen Aussagen des Benfica-Trainers José Mourinho.

Nach dem Abpfiff legte der Portugiese den Finger in eine vermeintliche Wunde: Er wirft dem französischen Schiedsrichter François Letexier vor, das Spiel bewusst zugunsten Real Madrids beeinflusst zu haben.

Chaos nach dem Treffer für Real

Der einzige Treffer fiel in der 50. Minute: Vinícius Júnior zirkelte einen Traumchippe ins Netz und brachte Real in Führung – eine Szene, die für die Königlichen eigentlich Anlass zur Freude sein sollte. Doch kaum hatte der Brasilianer jubelnd an der Eckfahne getanzt, war die Partie bereits in Aufruhr.

Schiedsrichter Letexier zückte eine Gelbe Karte für den provokanten Jubel, nur wenige Augenblicke später wurde das Spiel sogar unterbrochen aufgrund einer mutmaßlichen rassistischen Beleidigung gegen Vinícius durch Benfica-Spieler Gianluca Prestianni. Das Anti-Rassismus-Protokoll wurde aktiviert, beide Teams kehrten für rund zehn Minuten in die Kabinen zurück.

Mourinho erhebt schwere Vorwürfe gegen den Schiedsrichter

Während sich die Diskussion um die rassistische Auseinandersetzung noch überschlug, entzündete sich Mourinhos Kritik an einer ganz anderen Stelle. Dem Bericht zufolge behauptete der Benfica-Coach nach dem Spiel, Letexier habe einen „ominösen Zettel“ dabei gehabt, auf dem angeblich vermerkt sei, welche Real-Spieler keine Gelbe Karte erhalten sollten – aus Angst, sie im Rückspiel im Santiago Bernabéu zu verlieren.

Dieser Vorwurf klingt nach Spielmanipulation und Bestechung, und Mourinho präsentierte ihn mit der Vehemenz, die man von ihm kennt.

Mourinho selbst lieferte eine drastische Schilderung: Seiner Ansicht nach habe der Referee bewusst und willentlich mehrfach davon abgesehen, Spielern von Real Madrid folgerichtig Gelbe Karten zu zeigen, selbst in Situationen, in denen sie verdient gewesen wären. Er betonte, er habe über 1.400 Spiele an der Seitenlinie erlebt und noch nie eine derartige Entscheidungslast zu Ungunsten einer Mannschaft gesehen.

Wurde Real Madrid mal wieder bevorteilt?

Obwohl Letexier in der Vergangenheit schon häufiger hochkarätige Partien geleitet hat und als einer der bekanntesten Unparteiischen im europäischen Fußball gilt, wird Mourinhos Vorwurf nun als Angriff auf die Integrität des Spiels verstanden.

Real Madrid selbst profitierte jedenfalls von einer insgesamt eher ruhigen Linie des Schiedsrichters: Die Gastgeber mussten bis zum späten Spielverlauf mit Gelb-Rot und spielentscheidenden Entscheidungen leben, während die Madrilenen weitgehend verschont blieben.

„Eine manipulierte Show“

Der brasilianische Stürmer Vinícius, der nicht nur den Siegtreffer erzielte, sondern auch im Zentrum der rassistischen Kontroverse stand, kommentierte die Szenen nach dem Spiel emotional auf sozialen Medien – doch Mourinho richtete sein Hauptaugenmerk auf den Unparteiischen.

Für den Benfica-Coach hat dieser Abend eine klare Botschaft: „Das war kein Fußballspiel mehr, sondern eine manipulierte Show zugunsten eines Giganten.“ Diese Aussagen könnten weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen, da sie den Ruf von Schiedsrichtern und der UEFA in Frage stellen.

Unabhängig davon bewegt sich Real Madrid mit einer knappen Führung zurück nach Spanien – doch im Gespräch bleibt vor allem Mourinho’s scharfe Kritik an Letexier und die Frage, wie weit der Einfluss der Unparteiischen in der Champions League wirklich reicht. Für Diskussionen ist jedenfalls gesorgt.

Simon Schneider - Chefredakteur & News-Experte
Simon Schneider Simon Schneider ist Chefredakteur und News-Experte bei Sportwetten24. Mit über 15 Jahren Erfahrung im Sportjournalismus verantwortet er die redaktionelle Qualität des gesamten Portals. Simons Stärke liegt in der sportartübergreifenden Analyse: Von Fußball und Esports über Tennis und MMA bis zu Wintersport und Politik-Wetten deckt er das breiteste Themenspektrum im Team ab. Intern überzeugt er regelmäßig mit einer der stabilsten Erfolgsquoten. Er hält einen B.A. in Journalistik von der Universität Leipzig und arbeitet von dort aus.