Skandal um Rebecca Passler: Hat sie gedopt oder nicht?

Simon Schneider
geprüft von Lukas Stratmann | 2 Min. Lesezeit
Rebecca Passler darf bei Olympia 2026 nun wohl doch noch an den Start gehen

Mitten in der heißen Phase der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina steht der italienische Biathlon-Sport im Mittelpunkt eines handfesten Skandals: Rebecca Passler, 24-jährige Hoffnungsträgerin des italienischen Teams, wurde nach einem positiven Dopingtest zunächst suspendiert – darf nun aber doch bei den Spielen starten. Ein ungewohnter Fall, der die Debatte über Doping, Chancen und Unschuldsvermutung neu entfacht.

Der positive Test und das Schweigen vor Olympia

Ende Januar sorgte ein Dopingtest bei einer Trainingskontrolle für Schlagzeilen: Passler wurde bei einer Kontrolle außerhalb des Wettkampfs positiv auf Letrozol, ein verbotener Wirkstoff, der unter anderem den Östrogenspiegel beeinflusst, getestet. Die Substanz steht auf der Liste der verbotenen Mittel der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und ist im Leistungssport seit Jahren untersagt.

Daraufhin verhängte NADO Italia, die nationale Anti-Doping-Behörde Italiens, eine vorläufige Suspendierung und Passler wurde kurzerhand aus dem Olympia-Team gestrichen – nur Tage vor dem Start der Spiele. Für die junge Athletin und ihr Umfeld ein harter Schlag.

Passlers Verteidigung: Kontamination statt Doping?

Passler selbst bestritt jegliche Absicht: Sie argumentierte, der positive Befund sei auf unbeabsichtigte Kontamination zurückzuführen – etwa durch ein Nahrungsergänzungsmittel oder ein Produkt, das mit der verbotenen Substanz in Berührung gekommen sei. Dieser Unterschied zwischen Vorsatz und Zufall sollte nun entscheidend werden.

Zunächst versuchte sie es mit einem Eilantrag beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS). Doch dieser wies den Antrag ab und erklärte sich für nicht zuständig, da Passler zuvor den nationalen Instanzenweg hätte ausschöpfen müssen.

Die überraschende Wende: Berufungsgericht hebt Sperre auf

Am Freitag kam dann die überraschende Entscheidung: Das Berufungsgericht der italienischen Anti-Doping-Behörde NADO gab Passlers Beschwerde statt und hob die Suspendierung auf. Die Richter sahen eine plausible Erklärung für eine unbeabsichtigte Einnahme bzw. Kontamination und erachteten deshalb die Suspendierung als nicht gerechtfertigt – zumindest vorerst.

Damit ist Passler wieder startberechtigt für die Olympischen Spiele, sie wird sich am Montag wieder dem Team anschließen und könnte im Programm, etwa in der Staffel, eingesetzt werden.

Reaktionen: Erleichterung und Kritik zugleich

Passler selbst zeigte sich erleichtert: „Es waren sehr schwierige Tage. Ich habe immer an meine gute Absicht geglaubt“, erklärte die Athletin, dankbar für die Unterstützung ihres nationalen Verbands und Umfelds.

Der italienische Wintersportverband FISI begrüßte den Entscheid und betonte das Vertrauen in die Unschuld seiner Athletin. Viele Experten sehen das Urteil als Ausdruck einer sorgfältigen Einzelfallprüfung, die Missverständnisse vermeiden helfen soll, ohne den Kampf gegen Doping zu schwächen.

Doch nicht alle Beobachter teilen diese Sicht: Kritiker warnen, dass eine solche Entscheidung das Vertrauen in das Anti-Doping-System untergraben könnte, wenn sie den Eindruck erweckt, Athleten könnten durch formale Argumente trotz positiver Tests starten. Solche Diskussionen sind bereits jetzt im Biathlon-Kosmos entbrannt.

Ausblick: Was bedeutet das für Olympia?

Mit dem Rückenwind der Berufungsentscheidung kann Passler nun bei den Spielen in Italien antreten – ein dramatisches Comeback nur wenige Kilometer von ihrem Heimatort entfernt. Doch die Debatte um Doping-Regeln, Beweislast und Fairness wird bleiben. Und für Passler selbst beginnt nun der sportliche Teil ihres größten Moments – unter dem Schatten eines Skandals, der so schnell nicht verstummen wird.

Simon Schneider - Chefredakteur: Bundesliga & News
Simon Schneider Simon – Chefredakteur & News-Experte | Mit über 15 Jahren Erfahrung im Sportjournalismus bringt Simon redaktionelle Sorgfalt in die Welt der Sportwetten. Er weiß: Informationen sind die Währung des Erfolgs.

Während seine Wurzeln im Fußball, Esports und Wintersport liegen, hat er sein Portfolio bei Sportwetten24 erfolgreich erweitert. Simon ist unser Spezialist für das aktuelle Nachrichtengeschehen – von kurzfristigen Ausfällen im Tennis über MMA-Fights bis hin zu Politik-Wetten. In der Redaktion gilt er als der "Allrounder mit dem goldenen Händchen" und überzeugt intern regelmäßig mit einer der stabilsten Erfolgsquoten.