Mit Herz, aber ohne Fortune – der VfB Stuttgart hat sein erstes Europapokal-Viertelfinale seit fast 30 Jahren knapp verpasst. Nach dem 1:2 im Hinspiel verlor der DFB-Pokalsieger auch das Rückspiel beim FC Porto mit 0:2 und ist aus dem Wettbewerb ausgeschieden.
Das Spiel: Chancen liegen lassen, Tore kassieren
Vor 40.675 Zuschauern im Estádio do Dragão war das Muster des Abends schnell erkennbar: Stuttgart kämpfte mit Leidenschaft, Porto traf. William Gomes brachte die Gastgeber nach 21 Minuten in Führung – ein Tor, das etwas glücklich fiel, nachdem Deniz Undav kurz zuvor noch die beste Stuttgarter Möglichkeit der Anfangsphase vergeben hatte.
Der VfB antwortete mutig. Jeff Chabot per Kopfball (2.) und Chris Führich mit einem Distanzschuss (8.) setzten frühe Akzente, Undav scheiterte mehrfach am glänzend haltenden brasilianischen Nationaltorwart Diogo Costa. Doch die Effizienz – schon im Hinspiel das große Manko – blieb aus.
Nach dem Seitenwechsel machte Einwechselspieler Victor Froholdt mit einem Traumtor alle Stuttgarter Hoffnungen zunichte (72.). Die anschließende Gelb-Rote Karte gegen Nikolas Nartey (77.) machte eine Aufholjagd endgültig unmöglich.
Hoeneß: Hätte, wäre, wenn
Trainer Sebastian Hoeneß hatte vor dem Spiel von einem spürbaren Kribbeln gesprochen – und seine Mannschaft kämpfte bis zum Schluss für dieses Gefühl. „Allein die Tatsache, dass wir ins Viertelfinale einziehen können, ist Motivation genug“, hatte er gesagt. Doch auch seine Wechsel konnten die Wende nicht mehr einleiten.
Was bleibt, ist die bittere Erkenntnis: Fehlende Cleverness und Effektivität haben dem VfB in beiden Spielen das Leben schwer gemacht. Porto hingegen blieb seiner Linie treu – abwartend, kompakt, eiskalt wenn es darauf ankam – und zieht verdient in die Runde der letzten Acht ein, wo sie auf Nottingham Forest treffen.
Wie geht es weiter?
Trotz des Ausscheidens feierten die mitgereisten Stuttgarter Fans ihre Mannschaft – ein Zeichen dafür, dass der VfB trotz des Rückschlags Rückhalt genießt.
Der Fokus liegt nun auf der Bundesliga: Am Sonntagabend (19:30 Uhr, DAZN) gastiert Stuttgart beim FC Augsburg. Mit einem Sieg würde der DFB-Pokalsieger seinen Champions-League-Platz weiter festigen – und sich die Chance auf internationale Bühnen in der kommenden Saison sichern. Im besten Fall sogar in der Königsklasse.