Wer in Deutschland legal online spielen will, kommt an drei Buchstaben nicht vorbei: GGL. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder führt eine öffentliche Whitelist aller zugelassenen Anbieter – und wer dort nicht draufsteht, darf seinen Dienst in Deutschland offiziell nicht anbieten. Was diese Liste bedeutet, welche Einschränkungen lizenzierte Casinos haben, und wie du in 30 Sekunden prüfst, ob ein Anbieter legal ist.
Was ist die GGL-Whitelist?
Die Whitelist ist keine informelle Liste – sie ist das zentrale Instrument der deutschen Online-Glücksspielregulierung. Die GGL (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder), eine Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Halle (Saale), veröffentlicht dort alle Anbieter, denen sie eine Erlaubnis erteilt hat.
Rechtsgrundlage ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021), der seit dem 1. Juli 2021 gilt und erstmals ein bundesweit einheitliches Lizenzierungssystem für Online-Glücksspiel in Deutschland eingeführt hat.
Die Whitelist wird regelmäßig aktualisiert – Stand April 2026 umfasst sie rund 95 lizenzierte Anbieter für virtuelle Automatenspiele.
Direkt prüfen: gluecksspiel-behoerde.de/de/fuer-spielende/uebersicht-erlaubter-anbieter-whitelist
Die zwei Lizenztypen – was der Unterschied bedeutet
1. GGL-Lizenz für virtuelle Automatenspiele
Die Hauptlizenz, die zentral von der GGL vergeben wird. Sie erlaubt ausschließlich das Anbieten von Slots (Spielautomaten). Die meisten Anbieter auf der Whitelist haben diese Lizenz.
Was erlaubt ist: Virtuelle Slots, Online-Poker (separat reguliert), Sportwetten (ebenfalls separat)
Was nicht erlaubt ist: Live-Casino, Roulette, Blackjack, progressive Jackpot-Slots – all das fehlt in legal lizenzierten deutschen Spielotheken per Gesetz.
2. Bundesländer-Lizenz für Casinospiele
Für klassische Tischspiele (Roulette, Blackjack) sind zusätzliche Lizenzen erforderlich, die von einzelnen Bundesländern vergeben werden. Diese Lizenzen sind deutlich seltener und gelten nicht bundesweit.
Praktisch: Wer in Deutschland online Roulette oder Blackjack in einem „Casino“ spielen will, bewegt sich entweder bei einem Anbieter mit Bundesländer-Lizenz oder in einer Grauzone ohne deutschen Erlaubnisrahmen.
Was Whitelist-Anbieter einhalten müssen
Eine GGL-Lizenz ist kein Freischein – sie ist an strenge Auflagen geknüpft, die den Spielerschutz in den Mittelpunkt stellen:
1. LUGAS-Einzahlungslimit: 1.000 €/Monat Das monatliche Einzahlungslimit gilt über alle lizenzierten Anbieter zusammen, nicht pro Casino. Wer bei Anbieter A 600 Euro eingezahlt hat, kann im selben Monat bei Anbieter B nur noch 400 Euro einzahlen. Eine Erhöhung auf bis zu 10.000 oder 30.000 Euro ist möglich – mit Einkommensnachweis und GGL-Prüfung.
2. OASIS-Sperrdatei-Anbindung Alle Whitelist-Anbieter sind verpflichtend an OASIS angeschlossen. Eine Selbstsperre bei einem Anbieter gilt automatisch bei allen lizenzierten Casinos, Sportwettenanbietern und Pokerräumen.
3. 5-Sekunden-Regel Zwischen zwei Spielzügen (Spins) müssen mindestens 5 Sekunden liegen. Das soll impulsives Dauerklicken verhindern.
4. Panik-Knopf Jeder lizenzierte Anbieter muss einen gut sichtbaren Button bereitstellen, mit dem sich Spieler mit einem Klick für 24 Stunden selbst ausschließen können.
5. Verbot von Autoplay Kontinuierliches automatisches Spielen ohne aktive Bestätigung ist nicht erlaubt.
6. Pflicht zur Identitätsprüfung (KYC) Spätestens bei der ersten Auszahlung ist eine vollständige Verifizierung (Personalausweis + Adressnachweis) Pflicht.
Wie erkenne ich, ob ein Casino auf der Whitelist steht?
Methode 1 – Direkte Prüfung: Auf gluecksspiel-behoerde.de unter „Übersicht erlaubter Anbieter“ nach dem Anbieter suchen. Die Liste wird regelmäßig aktualisiert.
Methode 2 – Werbehinweis: Lizenzierte Anbieter müssen in ihrer Werbung die Formulierung enthalten: „Offiziell Lizenziert (Whitelist)“ oder „GGL-lizenziert“. Fehlt dieser Hinweis, ist Vorsicht geboten.
Methode 3 – Impressum prüfen: Im Impressum des Anbieters sollte die GGL-Lizenznummer und der Hinweis auf buwei.de (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) aufgeführt sein.
Was bedeutet die Whitelist für Spieler konkret?
Gewinne sind rechtlich gesichert: Bei einem lizenzierten Anbieter hast du eine rechtliche Grundlage, falls Auszahlungen verweigert werden. Bei nicht lizenzierten Anbietern gibt es keinen rechtlichen Rückhalt.
Spielerschutz ist keine Option: Die oben beschriebenen Schutzmaßnahmen (LUGAS, OASIS, Panik-Knopf) sind keine freiwilligen Features – sie sind Lizenzpflicht. Nicht lizenzierte Anbieter bieten sie teils freiwillig an, teils nicht.
Gewinne sind steuerfrei: Glücksspielgewinne bei deutschen lizenzierten Anbietern sind grundsätzlich steuerfrei für Privatpersonen. Ausnahme: gewerbliches Spielen.
Weniger Spielauswahl: Das ist die ehrliche Kehrseite der deutschen Regulierung. Wer Live-Dealer-Tische, Roulette oder Blackjack sucht, findet sie bei GGL-lizenzierten Spielotheken in der Regel nicht.
Casinos ohne Whitelist – was das bedeutet
Anbieter mit Curacao-, Gibraltar- oder Malta-Lizenz (MGA) sind in Deutschland technisch nicht für den Betrieb zugelassen – das bedeutet nicht, dass sie nicht zugänglich sind, aber:
- Die GGL kann Sperrverfügungen erlassen und Zahlungsdienstleister anweisen, Transaktionen zu solchen Anbietern zu blockieren
- Gewinne aus nicht lizenzierten Casinos haben keinen rechtlichen Schutzrahmen in Deutschland
- Bei Spielsuchtproblemen greift OASIS dort nicht automatisch
Wer bei einem nicht lizenzierten Anbieter spielt, tut das auf eigenes Risiko – und ohne die Schutzinfrastruktur des deutschen Regulierungsrahmens.
Glücksspiel kann süchtig machen. Kostenlose Hilfe und Beratung bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter 0800 1 37 27 00 sowie unter check-dein-spiel.de.

